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Jagdhundausbildung an der lebenden Ente

Sehr geehrte Lesende,

vielen Dank für Ihre Webseite - selten, daß man eine Seite findet, die wirklich informativ und lesenswert ist.

Meine Erfahrungen mit der Jagd und Jägern beschränken sich auf ein Erlebnis vor etwa 5 oder 6 Jahren. Im Forst zwischen F. und S. befindet sich ein Netz von Rückstaubecken, die später dem Kocher zufließen. Eines Tages war ich dort mit meinem Hund unterwegs. Vor einem dieser künstlichen Seen waren eine Reihe Jeeps geparkt, dazwischen immer wieder Käfige, in denen Enten eingesperrt waren.

Es stellte sich heraus, daß dort »Jagdübungen« zur Ausbildung von Jagdhunden stattfanden - Es wurde jeweils eine Ente freigelassen und, sobald diese in einer bestimmten Entfernung war, erschossen. Aufgabe des Jagdhundes war es dann, das verendete Tier aus dem Wasser zu bergen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich - obgleich bereits bei der Erkenntnis, welches »Schauspiel« mich erwartete, abstieß - dort ausgeharrt. Ich fand diese Jagd völlig überflüssig - auch wenn es sich um eine Ausbildungsmaßnahme handelte. Einer der Jäger versuchte dann, mit mir ins Gespräch zu kommen, betont jovial. Er schien dem Tötungsvorgang keine Bedeutung beizumessen. Seine Art, ja seine reine Anwesenheit war mir unangenehm und ich brach das Gespräch schnell ab und ging meiner Wege.

Ich bezeichne mich selbst als Humanist, ich gehöre keiner Kirche an. Erst in diesem Moment wurde mir bewußt, was es bedeutet, ein Leben ohne sinnvollen Grund zu nehmen. Und ich bin Ihnen dankbar dafür, daß Sie für die Abschaffung der Jagd einstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin F. H.