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Initiative zur Abschaffung der Jagd

Schluss mit Hubertusmessen!

Alljährlich finden im Herbst die so genannten Hubertusjagden statt. Und bis heute halten sowohl katholische, als auch evangelische Kirchen alljährlich Hubertusmessen ab und segnen die Waidmänner, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere.

Die Legende Hubertus und dem kreuztragenden Hirsch ist aus der Dichtung und der bildenden Kunst bekannt. Gemäß der überlieferten Legende wurde Hubertus um 655 als Sohn eines Edelmannes geboren und starb im Jahre 728. Anfangs führte er ein vergnügungssüchtiges Leben und war ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch aufgespürt hatte und ihn verfolgte, um ihn zu töten, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?«

Wann folgen die Jäger Hubertus nach?

Lesen Sie:
Schluss mit Hubertusmessen! - Wann folgen Jäger Hubertus nach?

"Du sollst nicht töten..."

Karikatur von Bruno Haberzettl
Karikatur von Bruno Haberzettl

Jäger von Schrotkugel getroffen

Bei einer Jagd auf Hasen in San Bernardino wurde ein Schweizer Jäger von einer Schrotkugel getroffen. Der Bote berichtet am 14.10.2020, dass der Jäger etwa 35 Meter entfernt von einem Jagdkollegen auf einer Waldstraße gestanden war. Als unter ihnen ein Hase aus dem Wald hoppelte, schoss der Jagdkollege – und traf den anderen Jäger an der Schläfe. Der Hase habe die Flucht ergriffen und rannte den Berg hinauf. Der Unglücksschütze muss sich vor der Staatsanwaltschaft verantworten.

Erntearbeiter von Jäger angeschossen

Ein 22-Jähriger ist im Landkreis Mittelsachsen durch den Schuss eines Jägers verletzt worden. Die Sächsische Zeitung berichtet am 4.10.2020, dass ein 65-jähriger Jäger bei der Ernte in einem Maisfeld auf ein Wildschwein geschossen hatte. Eine Kugel traf den 22-jährigen bei den Erntearbeiten ins Bein. Er musste schwer verletzt ins Krankenhaus. Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Jäger wegen Körperverletzung.

Jedes Jahr kommt es bei „Erntejagden“, bei denen Jäger ein Feld umstellen und auf flüchtende Tiere schießen, zu dramatischen Jagdunfällen. So waren
letztes Jahr bei der Maisernte im schwäbischen in Gündelbach ein 25-jähriger Landwirt und eine 18-jährige Erntehelferin verletzt worden, als zwei Jäger auf ein Wildschwein schossen.

Jäger verwechselt Stute mit Wildschwein

In Rohrbach im Kreis Südliche Weinstraße hat ein Jäger ein Pferd auf der Weide erschossen. Dies berichtet die Rheinpfalz am 1.10.2020. Demnach hat der Waidmann die Stute Gina der Familie L. angeblich mit einem Wildschwein verwechselt. Um 22 Uhr hatte ein Bekannter der Familie Schüsse gehört. Gegen 1:30 Uhr klingelt die Polizei an der Tür. An der Koppel angekommen, sieht Karl L. dann mit eigenen Augen, was vorgefallen ist: Die braune Stute Gina wurde von einem Schuss in den Hals erwischt tödlich verletzt. Der Jäger sei davon ausgegangen, dass er einen großen Keiler getroffen habe. „Wie kann man denn Pferde für Wildschweine halten?“, fragt Karl L.
Nachts seien Jäger zwar mit Wärmebild und Restlichtverstärkern ausgestattet, klare Sicht verschaffen diese jedoch nicht. „Mit dem Wärmebild bekommt man nur eine Information: Aha, da steht was“, so der Jagdpächter. Wenn man dann jedoch durch das Zielfernrohr blickt, sei nicht viel mehr als ein weißer Punkt zu erkennen. Ein großer Keiler könne 1,35 Meter hoch sein, die Pferde bis zu ihren Schultern 1,50 Meter. Das sei auf die Distanz ein minimaler Unterschied. Bei der Jagd könne immer etwas passieren, so der Jagdpächter gegenüber der Zeitung.

NRW: Keine Jagd auf Lebenshof!

Tierschützer sind entsetzt über die Jagd auf ihrem Grundstück in Rietberg (Kreis Gütersloh): Ohne es zu wissen, sind die Eigentümer des Lebenshofes Varensell durch den Kauf des Grundstücks zwangsweise Mitglied in der Jagdgenossenschaft, welche die Jagd an Jäger verpachtet, die dann auf den Flächen des Lebenshofes Tiere schießen. Dies wollen die Tierschützer nicht hinnehmen: Sie wollen Tiere schützen und mit ansehen müssen, wie sie auf ihrem Grundstück getötet werden.
Der Lebenshofes Varensell mit einem insgesamt etwa 1,3 Hektar großen Grundstück, auf dem derzeit rund 45 Tiere, darunter Pferde, Esel, Hunde, Katzen und Hühner leben. 2017 stellten die Eigentümer, das Ehepaar Reinke, einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen. Das Verfahren wurde mit dem Hinweis eingestellt, dass die Bejagung mit Ablauf des Pachtvertrags im Jahr 2024 abläuft. Astrid Reinke kritisiert den psychischen Druck, den die Behörden auszuüben versuchten: durch Befragungen in der Nachbarschaft und mit der Ankündigung hoher Kosten. weiterlesen

Immer mehr jagdfreie Grundstücke

Von Bayern bis Schleswig-Holstein: In Deutschland gibt es immer mehr jagdfreie Grundstücke!

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.
Allein in Bayern sind inzwischen 60 Grundstücke offiziell jagdfrei. Insgesamt gibt es in Bayern über 100 laufende Anträge auf jagdrechtliche Befriedung. Auch in Baden-Württemberg wurden durch Gerichtsbeschluss schon 2013 die ersten Grundstücke jagdrechtlich befriedet. Seit 2014 sind in auch in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein etliche Hektar Wiesen, Wälder und Felder offiziell jagdfrei. 2015 wurden die erste Grundstück in Hessen und Sachsen-Anhalt jagdfrei. In Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Grundstück seit 2016 offiziell von der Jagdbehörde befriedet worden. Auch im Saarland, in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Hamburg haben zahlreiche Grundstückseigentümer Anträge auf jagdrechtliche Befriedung gestellt.
Lesen Sie die Übersicht jagdfreier Grundstücke in Deutschland

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstücks und wollen die Jagd auf Ihrem Grund und Boden nicht länger dulden?
Hier finden Sie dazu alle wichtigen Informationen

GRATIS Flyer "Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstückes, das gegen Ihren Willen bejagt wird? Sie können davon ausgehen, dass die Jagd auf Ihrem Grund und Boden ausgeübt wird, sofern Ihre Wiese, Ihr Feld oder Waldgrundstück außerhalb der Ortschaft liegen und nicht befriedet sind. Sie sind dann zwangsweise Mitglied in einer so genannten Jagdgenossenschaft und müssen dulden, dass bewaffnete Jäger Ihr Grundstück betreten, dort Hochsitze errichten, Fallen aufstellen, Futterstellen anlegen, Gesellschaftsjagden abhalten und Wildtiere sowie Haustiere (Katzen und Hunde) töten.
All dies müssen Sie nicht mehr länger dulden:
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.

pdf-downlod: Flyer "Zwangsbejagung ade" [159 KB]

Wir haben eine große Anzahl Flyer drucken lassen. Wenn Sie Flyer verteilen wollen, senden wir Ihnen diese auch in größerer Stückzahl zu! Schreiben Sie uns an
info@abschaffung-der-jagd.de

Jagd - Gefahr für Autofahrer

Seit die Jagdsaison diesen Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden – Wildschweine und Rehe befinden sich in Panik auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger.
Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer.
Und nicht nur für diese: Immer wieder gibt es Meldungen von Wildschweinen, die durch eine Drückjagd aufgescheucht in Ortschaften flüchten und dort in Panik Schaden anrichten und zur Gefahr für Passanten werden.

Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen. Alleine in Deutschland. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder.

Lesen Sie unsere Dokumentation
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2020
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2019
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2018
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2017
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2016
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2015

Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013

Fakten gegen die Jagd

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Naherholungsgebieten sowie gegen Massenabschüsse auf Treibjagden. Immer wieder zu lesen, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld, Jagdkollegen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem draußen in der Natur durchaus Angst machen - ebenso wie Schüsse am Spazierweg oder Kugeln, die in Autos einschlagen. Außerdem haben Millionen Tierfreunde kein Verständnis, wenn Jäger ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen.

Tierrechtsorganisationen decken immer wieder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Treib- und Drückjagden sowie bei Gatterjagden auf, wo halbzahme Tiere gegen Geld abgeknallt werden. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

Lesen Sie:
Fakten gegen die Jagd - Die Natur braucht keine Jäger

Warum jagen Jäger wirklich?

Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

Auch der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« mit den gängigen Begründungen für die Jagd auf: »Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. ... Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet."
Der Neurologe und Psychoanalytiker Dr. Paul Parin - ebenfalls begeisterter Jäger - schrieb in seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers«: »Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.«

Lesen Sie:
Warum jagen Jäger wirklich?

Luxemburg: Fuchsjagd bleibt verboten

In Luxemburg ist die Jagd auf Füchse seit 2015 verboten. Damit liefert unser Nachbarland den praktischen und unmissverständlichen Beweis dafür, wie unnötig das massenhafte Töten von Füchsen ist - auch in der modernen Kulturlandschaft: Weder hat die Zahl der Füchse zugenommen noch gibt es Probleme mit Tollwut, die Verbreitung des Fuchsbandwurms geht sogar zurück. „Es gibt keinen Grund für ein Aufheben des Fuchsjagdverbotes“, so Umweltministerin Carole Dieschbourg laut Luxemburger Wort vom 16.7.2020.

Auf eine parlamentarische Anfrage, ob das seit 2015 vom damaligen Staatssekretär im Umweltministerium Camille Gira durchgesetzte Jagdverbot negative Folgen für die Biodiversität habe, antwortete Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng): „Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass das Fuchsjagdverbot für den Rückgang gewisser Vogelarten, insbesondere den Wiesen- und Bodenbrütern, verantwortlich ist.“ Laut der Umweltministerin seien die Ursachen für den Rückgang der Biodiversität aber bekannt: die Zerstörung, Verarmung und Zerschneidung von natürlichen Lebensräumen durch Einsatz von Pestiziden und Dünger, das Trockenlegen von Feuchtgebieten, das Zerstören von natürlichen Strukturen in der Landschaft sowie die intensive Bebauung. „Dass diese Bodenbrüter verschwunden sind, ist laut Umweltministerin auf die Zerstörung des Lebensraumes und den damit einhergehenden Insektenverlust als Futterquelle zurückzuführen. Arten wie die Bachstelze würden dort wieder auftauchen, wo Flächen nicht gedüngt und nicht entwässert werden“, heißt es im Luxemburger Wort.

Jagdverbot: Zahl der Füchse hat nicht zugenommen, Fuchsbandwurm geht zurück 

Beim Fuchs gebe es keine Hinweise für eine Zunahme der Population. Die Kontrollen und die Zählungen mit Wildkameras würden eher auf einen stabilen, gleichbleibenden Bestand hindeuten. 
Die Verbreitung des Fuchsbandwurmes ist seit Einführung des Jagdverbots sogar zurückgegangen, so Carole Dieschbourg. Der Prozentsatz der befallenen Füchse ist von 40 Prozent im Jahre 2014 auf jetzt unter 20 Prozent gefallen.

Jäger erschießt aus Versehen Jagdkollegen

Ein 63-jähriger Jäger aus dem niedersächsischen Nienburg hat einen anderen Jäger aus Versehen erschossen – er verwechselte den 43-jähringen Jagdkollegen aus etwa 100 Meter Entfernung mit einer Nutria. Die berichtet die Kreiszeitung Blickpunkt Nienburg am 25.9.2020. Demnach habe sich der 43-Jährige in der Nähe eines Nutria-Baus auf der Pirsch befunden haben. Der Schuss des Kollegen aus seiner Bockbüchsflinte traf ihn in den Oberkörper – er sei sofort tot gewesen. Die Staatsanwaltschaft Verden hat gegen den Jäger aus Nienburg Anklage wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Nienburg erhoben.

Jagdunfall: Jäger schießt sich selbst an

Ende August hat sich ein 52-jähriger Jäger in Thüringen bei einer so genannten Erntejagd aus Versehen selbst angeschossen und sein Ohr getroffen. Dies berichtet das Jägerportal jagderleben.de am 6.9.2020. Bei einer Erntejagd umstellen Jäger ein Feld – zum Beispiel ein Maisfeld -, das gerade von Bauern abgeerntet wird, und schießen aus die aus dem Feld flüchtenden Tiere. Laut Polizei hat der verletzte Jäger gerade geschossen. Beim Absetzen des Gewehrs verhedderte sich dies mit dem Zielstock und drohte herunterzufallen, der Jäger griff Händen danach, wodurch sich der Schuss löste.

Jagdunfall: Jäger schießt Jäger

Im thüringischen Wartburgkreis hat ein Jäger aus Versehen einen anderen Jäger getroffen. Dies meldet presseportal.de am 20.8.2020. Demnach hatte sich aus der Schusswaffe des einen Jägers ein Schuss gelöst, der einen 52-jährigen Jagdkollegen am Kopf traf. Dieser erlitt dabei Verletzungen am Ohr und musste ins Klinikum nach Fulda verbracht werden.

Polizist bei Jagd auf Fuchs verletzt

Bei einem Jagdunfall in Eschede (Niedersachsen) wurde ein Polizeibeamter verletzt. Dies berichtet die Cellesche Zeitung am 18.8.2020. Demnach war eine Polizeistreife gerufen worden, weil sich auf dem Gelände des TUS Eschede ein kranker und möglicherweise verletzter Fuchs gesehen wurde. Die Polizisten riefen einen Jäger dazu. Als der Jäger mit Schrot auf den Fuchs schoss, prallten Teile der Munition ab und trafen einen 45-jährigen Polizisten, der daraufhin ins Krankenhaus musste.

Jäger (81) schoss mitten in Wohngebiet

Nachdem ein 81-jähriger Jäger in einem Wohngebiet im Kärntner Hermagor auf einen Eichelhäher geschossen hatte, musste eine Polizeistreife ausrücken. Dem Waidmann wurden insgesamt sechs Schusswaffen abgenommen. Dies berichtet die Kronen Zeitung vom 17.8.2020. „Da sich in näherer Umgebung Wohnhäuser und eine Bundesstraße befinden, wurden dem Mann insgesamt sechs Schusswaffen und Munition vorläufig abgenommen. Er wird der Staatsanwaltschaft und der BH Hermagor angezeigt“, zitiert die Zeitung die Polizei.

Jägerschuss auf Terrasse

„Angst nach Jagdunfall - Querschläger verfehlt Hallenser nur um Zentimeter“, titelt die Mitteldeutsche Zeitung am 2.8.2020 und berichtet, dass der Schuss eines Jägers einen Mann auf der Terrasse seines Hauses nur um Zentimeter verfehlt habe. Demnach saßen an dem warmen Sommerabend viele Familien in der schmucken Eigenheimsiedlung in Heide-Süd (ein Stadtteil von Halle in Sachsen-Anhalt) auf ihren Terrassen. „Ein Geschoss hat meinen Mann um 30 Zentimeter verfehlt, als er im Liegestuhl auf unserer Terrasse lag“, schildert die Frau des Mannes.

Jäger (80) schießt Badegast statt Wildschwein

„Du stehst bei 22 Grad im Freibad – und plötzlich trifft dich eine Gewehrkugel!“, schreibt BILD am 1.8.2020. Ein 80-jähriger Jäger hatte auf einem Acker am Waldsportbad Rebesgrün in Auerbach (Sachsen) auf Wildschweine geschossen – und einen Badegast getroffen. „Ich stand neben einem Baum auf der Liegewiese und hörte einen Schuss. Dann sah ich das Wildschwein, dass vor den Jägern über den Acker abhaute. Beim zweiten Schuss hab' ich gleich einen starken Schmerz gespürt“, berichtet Hans-Dieter K. gegenüber der Zeitung. Eine Kugel hatte den Rentner in den Bauch getroffen – es habe sofort stark geblutet. „Unsere elfjährige Enkelin stand direkt neben uns. Sie hätte es im Kopf getroffen!“ Die Polizei ermittelt gegen den Jäger wegen Körperverletzung.

Wertheim: Jagdverbot auf 31 Hektar

Auf 28 Grundstücken darf in Wertheim (Baden-Württemberg) nicht mehr gejagt werden. Die Grundstücke mit insgesamt 31 Hektar Fläche befinden sich im Eigentum zweier Personen, die die jagdrechtliche Befriedung beantragt hatten. Das Landratsamt Tauberbischofsheim hat zum 1. April 2020, dem Beginn des Jagdjahres 2020/21, die Jagd untersagt. Dies berichtet das Main Echo am 16.6.2020 und schreibt: „Nach dem Wildtiermanagementgesetz des Landes Baden-Württemberg ist das Ruhen der Jagd aus "ethischen Gründen" grundsätzlich möglich.“ Die Flächen, die außerhalb einer geschlossenen Ortschaft liegen und damit automatisch zu einer Jagdgenossenschaft gehören müssen, sind jetzt zu einem so genannten "befriedeten Bezirk" erklärt worden.

Schuss auf Jogger - Jäger verurteilt

Wegen eines Schusses auf einen Jogger hat das Amtsgericht Stadthagen einen 74-jährigen Jäger wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Dies berichten die Schaumburger Nachrichten am 31.7.2020. Der Jäger hatte den 32-jährigen Jogger an einem sonnigen Sonntag auf einem Feldweg um ein Haar erschossen - vor den Augen seiner drei Kinder. Der junge Familienvater hatte eine Schussverletzung am Kopf (Schaumburger Nachrichten, 7.1.2019). Nun muss der Jäger eine Geldstrafe in Höhe von vier Monatseinkommen bezahlen.

Rentner von Jäger angeschossen

Im Landkreis Rotenburg Wümme in Niedersachsen ist ein Rentner durch den Schuss einen Schuss Jägers verletzt worden – im Anbau seines Wohnhauses! Der Mann hatte um 7:30 Uhr einen lauten Knall gehört und stellte geschockt fest, dass er im Hüftbereich eine blutende Wunde hatte. Laut NDR 1 Niedersachsen vom 28.7.2020 stellte die Kriminalpolizei bei Ermittlungen auf dem Grundstück ein Projektil sicher und ermittelte einen Jäger aus Nordrhein-Westfalen, dessen Schuss den Mann getroffen haben soll. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Jagdunfall - Jäger lebensgefährlich verletzt

Bei einem Jagdunfall an der Mecklenburgischen Seenplatte ist ein 70-jähriger Jäger aus Schleswig-Holstein lebensgefährlich verletzt worden. Laut WELT vom 27.7.2020 war der 70-Jährige zusammen mit einem 59-jährigen Jagdkollegen auf Jagd. Nachdem die beiden Waidmänner Tiere geschossen hatten, wollten sie wieder in ihrer Unterkunft zurückfahren. Beim Verladen der Waffen soll sich der Schuss aus der Waffe gelöst haben. Der Jäger sei mit schweren Verletzungen im Genitalbereich in ein Klinikum gebracht worden und nach einer Notoperation wieder außer Lebensgefahr. Aufgrund der noch unklaren Beweise, aus welcher Waffe der Schuss stammte, hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung eingeleitet.

Jäger erschießt Pferd auf der Weide

Ein Jäger hat im rheinland-pfäzischen Hanroth aus Versehen ein Pferd auf der Weide erschossen. Laut Polizei habe sich der Schuss gelöst, als der Jäger sein Jagdgewehr am Auto entladen wollte, berichtet der NR-Kurier am 15.6.2020. Der Schuss traf den Haflinger tödlich.

Jäger mit 1,5 Promille und Waffe am Steuer

Ein 52-jähriger Jäger war betrunken mit Gewehr im Auto unterwegs zur Jagd in Mecklenburg-Vorpommern, als es zu einem Unfall mit einem Motorradfahrer kam. Dies berichtet der Nordkurier am 8.6.2020. Die Alkoholkontrolle ergab bei dem Jäger 1,5 Promille, daraufhin wurden die Waffe und der Führerschein des Jägers von der Polizei sichergestellt.

Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus:
"Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013

Gutachten: Jäger schießt Fohlen statt Wildschwein

Jahr für Jahr gehen solche Fälle durch die Presse: Ein Pferd wird auf der Wiese erschossen, weil ein Jäger es mit einem Wildschwein verwechselte. In der Regel kommt der Jäger mit einer Geldzahlung davon. Interessant ist dazu ein Gutachten eines gerichtlich beeideten Sachverständigen, welches auf ProPferd.at (3.6.2020) zu lesen ist: In Oberösterreich hatte ein Jäger in der Dämmerung auf ein Fohlen geschossen und so schwer verletzt, dass es trotz umgehender Einlieferung in eine Pferdeklinik nicht gerettet werden konnte.
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Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. Es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind und damit die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen. Aufgrund dieses Urteils wurde die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, ihre Jagdgesetzgebung entsprechend zu ändern.

Jagdfreie Nationalparks in Europa

Während in allen 16 deutschen Nationalparks noch Tiere gejagt werden, machen andere Nationalparks in Mitteleuropa vor, wie es geht: Im Schweizerischen Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Mitteleuropas, wird seit seiner Gründung im Jahr 1914 nicht gejagt. In Italien gibt es 24 Nationalparks mit 1,5 Millionen Hektar Schutzgebiet, dies entspricht 5 Prozent der Landesfläche. In einigen Parks gibt es noch kein völliges Jagdverbot, zum Beispiel werden im Nationalpark Stilfserjoch in Südtirol Hirsche »reguliert«. Doch viele Nationalparks sind bereits seit Jahrzehnten jagdfrei. In Gran Paradiso, dem ältesten Nationalpark Italiens, herrscht seit seiner Gründung 1922 Jagdverbot. Auch im Nationalpark der Abruzzen, gegründet 1923, gilt strenges Jagdverbot. 1990 wurde der Nationalpark Belluno in den Dolomiten gegründet, auch er ist von Anfang an jagdfrei. Auch in Frankreich gibt es einige große jagdfreie Gebiete: Im Nationalpark Écrins sind ganze 918.000 Hektar jagdfrei, im Nationalpark Pyrenäen sind auf 45.700 Hektar jegliche Eingriffe verboten. weiterlesen

Flyer: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren

Jägerlatein lehrt: Wildschweine müssen massiv bejagt werden. Die Realität zeigt: Je mehr Wildschweine geschossen werden, desto stärker vermehren sie sich. Jedes Jahr aufs Neue werden Argumente aus dem Bereich des Jägerlateins medienwirksam verbreitet, um Stimmung für die Jagd und gegen unsere heimischen Wildtiere zu machen. Was sagen dazu Wissenschaftler, Biologen und Berufsjäger?

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Niederlande: Psycho-Test für Hobby-Jäger

In den Niederlanden müssen Hobbyjäger auf Grundlage eines neuen Gesetzes zur Kontrolle des legalen Waffenbesitzes einen psychologischen Test absolvieren. Der Entzug des Jagdscheins kann die Folge sein. Entsprechend groß ist die Aufregung in der Welt der Hobby-Jäger: Der niederländische Jagdverband NOJG berichtet, dass die Polizei bereits im ersten Monat nach Einführung des psychologischen Online-Tests „von einer relativ von einer relativ hohen Anzahl von Jagdscheininhabern Jagdschein und Waffen abgenommen hat.“ Denn: Etwa 20% der Hobby-Jäger haben Test nicht bestanden.
Jeder, der einen neuen Jagdschein oder Waffenschein beantragt, muss seit dem 1. Oktober immer zuerst den psycholgischen online-Test machen. Auch jeder Hobby-Jäger, der bereits im Besitz eines Jagdscheines ist, muss den psychologischen Test innerhalb der nächsten drei Jahre durchführen. Die über 60-Jährigen und unter 25-Jährigen werden zuerst getestet. weiter

Karikatur: Bruno Haberzettl

81-jähriger Jäger erschießt Ehefrau und sich

Ein 81-jähriger Jäger hat im Duderstädter Ortsteil Nesselröden (Niedersachsen) seine 75-jährige Ehefrau mit dem Gewehr erschossen. Anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine am 31.3.2020. Der Jäger musste schwer verletzt in die Göttinger Universitätsmedizin eingeliefert und dort notoperiert werden, verstarb aber zwei Tage später an seinen schweren Verletzungen, berichtet das Göttinger Tageblatt am 2.4.2020.
Nach Angaben der Polizeiinspektion Göttingen hat der 81-Jährige als Jäger die Tatwaffe legal besessen.




Jäger erschießt aus Versehen Jagdkollegen

Ein 64-jähriger Jäger hat in Niedersachsen aus Versehen einen anderen Jäger erschossen. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung am 23.3.2020. Demnach waren die beiden Waidmänner unabhängig voneinander auf der Jagd in einem Wald in Marklohe. In der Dämmerung gegen 19 Uhr (um diese Zeit ist es im März bereits fast dunkel) habe der 64-Jährige in größerer Entfernung etwas gesehen, was er in der Dämmerung für ein Wildtier hielt. Mit seinem Schuss traf er einen 44-jährigen Jagdkollegen. Gegen den Todesschützen wurden Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Oliver Pocher verletzt sich bei Jagdunfall

Oliver Pocher hat sich bei einem Jagdunfall eine große Wunde im Gesicht zugezogen. Laut rtl war der Comedian für Dreharbeiten mit seinem Vater auf Wildschweinjagd. Beim Schuss hatte er den Rückstoß seiner Waffe unterschätzt, das Zielrohr traf ihn an der Stirn. Die klaffende Wunde musste genäht werden.

Tja, vielleicht ein deutliches Zeichen für Oliver Pocher, sich ein anderes Hobby zu suchen...
Bereits der griechische Phliosoph Pythagoras sagte bekanntlich: „Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück."


Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013

Jäger bedroht Reiterinnen

Ein 74-jähriger Jäger hatte in Unterfranken zwei Reiterinnen mit "Verpisst euch, ihr Arschlöcher!" beleidigt und mit dem Gewehr auf ihren freilaufenden Hund angelegt: "Ich knall' das Pferd und den Hund ab". Dies berichtet infranken.de am 6.3.2020. Anschließend sei der Jäger mit seinem Geländewagen auf die Reiterinnen zugefahren - nur durch einen Sprung eines der Pferde über den Straßengraben sei ein Zusammenstoß verhindert worden.
Am 4.3.2020 hat das Amtsgericht Haßfurt den Jäger zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen zu 30 Euro, also 2700 Euro, verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht ein sechsmonatiges Fahrverbot.

Treibjagd: Kugel verfehlt knapp zwei Menschen

Ein 56-jähriger Jäger hat bei einer Treibjagd in einem Waldgebiet bei Münnerstadt (Unterfranken) in Unterfranken einen Schuss abgegeben, der für zwei Menschen lebensgefährlich hätte werden können. Dies berichtet nordbayern.de am 3.2.2020. Demnach wollte der Jäger auf ein Wildschwein schießen. Die Kugel schoss knapp an einer 22-jährigen Spaziergängerin vorbei. Danach sei das Geschoss in einem Grundstück eingeschlagen und verfehlte ebenfalls nur knapp einen 37-jährigen Anwohner, der nebenan gerade sein Haus verlassen hatte. „Der sprach gegenüber der Polizei von einem "lauten Zischen", als die Kugel an ihm vorbeirauschte“, berichtet das Nachrichtenportal. Gegen den Jäger werde nun wegen des Verdachts einer Straftat und verschiedener Ordnungswidrigkeiten ermittelt.

Jäger schießt aus 2 Metern auf Reh - trifft nicht

Im bayerischen Schongau entdeckten Passanten ein offenbar angefahrenes verletztes Reh im Straßengraben. Der hinzugerufene Jäger, der das Tier von seinem Leid befreien sollte, schoss zweimal aus nur zwei Metern Entfernung auf das Reh - ohne es zu treffen. Dies berichtet der Merkur am 3.2.2020. Dabei sei die Stelle durch Scheinwerfer gut ausgeleuchtet gewesen, so eine Passantin gegenüber der Zeitung. Das verletzte Reh habe sich nach dem zweiten Schuss offenbar in Todesangst aufrappelt und sei in den Wald geflohen. „Daraufhin sagte der Jäger zur Polizei, er hole seinen Hund, der wird das Reh schon finden“, berichtet die Passantin. „Ob das Reh gefunden wurde, weiß man bei der Polizei Schongau nicht“, so der Merkur. Ein klarer Fall von Tierquälerei - der aber offenbar ohne Folgen bleiben wird.

Mädchen (8) im Wald in Falle geraten

Ein achtjähriges Mädchen ist beim Spielen in einen Wald im Kreis Steinfurt (NRW) in eine Tellerfalle geraten. Dies berichtet Der Westen am 27.1.2020. Demnach fasste das Kind neugierig mit dem Arm in einen hohlen Betonzylinder. Doch in dem Zylinder steckte ein Tellereisen – die Falle schnappte zu und verletzte die Achtjährige. Zum Glück habe das Mädchen eine dicke, gepolsterte Winterjacke getragen, sonst wären die Verletzungen wohl noch schwerer gewesen. Die Polizei ermittelt noch den Aufsteller der Falle.
Bild: Katze in Totschlagfalle

Wanderung endet in Treibjagd

Eine Silvesterwanderung im niederösterreichischen Baden endete für eine Gruppe von Freunden in einer Treibjagd. Dies berichtet meinbezirk.at am 24.1.2020. Der Aufstieg am letzten Tag des Jahres aufs Eiserne Tor hat in der Region Tradition. Anja T. hatte sich mit Freunden bei prachtvollem Wetter auf den Weg gemacht. Auf halbem Weg wurde die Gruppe lauthals und in aggressiver Art von Jägern zum sofortigen Umkehren aufgefordert. Die Frau wundert sich, warum ausgerechnet an Silvester, wenn bekanntlich viele Leute in dem Gebiet wandern, eine Treibjagd veranstaltet wird – und auf diese nicht einmal mit Schildern hingewiesen wird.
meinbezirk.at befragte dazu einen ortskundigen Jäger, der darauf hinwies, dass am 31.12.2019 die neun Jahre dauernde Jagdpacht ausgelaufen sei. "Vielleicht wollten da einige noch schnell ein Silvesterjagderl veranstalten."

Jäger erschießt Esel: Polizei ermittelt

Ein Jäger hat im Kreis Bad Kreuznach einen Esel auf einer umzäunten Weide erschossen. Eigentlich hatte der Jäger ein Wildschwein erschießen wollen. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung am 20.1.2020. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Treibjagd auf Wildschweine: Jäger getroffen

Bei einer Treibjagd am Samstag, den 18.01.2020 in Kröv (Rheinland-Pfalz), wurde ein Jäger von Teilen eines Projektils getroffen und am Hals verletzt, als Jäger auf eine Rotte Wildschweine schossen. Dies meldet die Polizeiinspektion Bernkastel-Kues am 18.1.2020 in einer Pressemitteilung. Der Jäger musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus in Trier geflogen werden.

Radfahrer schwer verletzt durch Jägerabsperrung

Ein Mountainbikefahrer verletzte sich 2012 schwer, als er in vor zwei waagerecht über einen Feldweg gespannten Stacheldrähten eine Vollbremsung machen musste. Der Mann stürzte kopfüber in die Absperrung, blieb mit seiner Kleidung hängen und konnte sich nicht mehr bewegen. Zwei Jagdpächter hatten den Feldweg gesperrt. Der Mountainbikefahrer, ein Bundeswehroffizier, erlitt durch den Sturz einen Bruch des Halswirbels und als Folge eine komplette Querschnittslähmung unterhalb des vierten Halswirbels. Er ist seit dem Unfall dauerhaft hochgradig pflegebedürftig.
Am
16.1.2020 fand die Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof statt. Der Bundeswehroffizier und die Bundesrepublik Deutschland als sein Dienstherr machen unter dem Vorwurf einer Verkehrssicherungspflichtverletzung gegen die Beklagten, eine Gemeinde und zwei Jagdpächter, hohe Schadensersatzansprüche geltend.

76-jähriger Jäger bedroht Frau

Ein 76-jähriger Jäger ging in Fischach (Landkreis Augsburg) bewaffnet auf eine 66-jährige Frau los und soll gedroht haben, ihren Hund zu erschießen. Aufgrund der Bedrohungslage kam es zu einem größeren Polizeieinsatz mit etwa 20 Polizisten. Dies meldet Bayerisch-Schwaben aktuell am 15.1.2020. Nach Kontaktaufnahme mit dem 76-Jährigen sei dieser freiwillig auf die Einsatzkräfte zugekommen. Die Schusswaffen wurden sichergestellt.

Spaziergänger geraten in Treibjagd

Bei einem Spaziergang am Samstag im Naherholungsgebiet Grutholz in Deininghausen (Nordrhein-Westfalen) ist eine Frau aus Castrop-Rauxel in eine Treibjagd geraten. Dies berichten die Ruhr-Nachrichten am 6.1.2019. Demnach hatten keine Schilder auf die Treibjagd hingewiesen. Der Revierförster vom Regionalverband Ruhr erklärt gegenüber der Zeitung, dass der Jagdpächter nicht verpflichtet sei, mit Schildern auf die Jagd hinzuweisen, auch ankündigen müsse er sie nicht.

Wildschwein-Jagd: Jäger trifft Jäger

Bei einer Wildschweinjagd in Polen wurde ein 67-jähriger Jäger aus Deutschland von einem anderen Jäger angeschossen und in den Brustkorb getroffen. Er wurde mit dem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Dies berichtet web.de am 7.1.2020.

Treibjagd: Auf Grundstück geschossen?

Am Silvestertag meldete ein 46-jähriger Anwohner aus Mainburg bei der Polizei, dass Jäger gegen 11 Uhr anlässlich einer Treibjagd auf sein Grundstück geschossen hätten. Dies meldet das Wochenblatt am 1.1.2020. Demnach wurde als Schütze ein 69-jähriger Jäger ermittelt. Dieser bestritt jedoch, auf das Grundstück des 46-Jährigen geschossen zu haben. Die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen.

Jagdhelfer statt Fasan getroffen

Bei einer Fasanenjagd im österreichischen Weinviertel wurde ein 50-jähriger Jagdhelfer in den Hinterkopf und ins Bein getroffen. Dies berichtet der Kurier am 23.12.2019. Insgesamt seien 19 Jäger und 4 Jagdhelfer an der Jagd beteiligt gewesen. Welcher Jäger den Schuss abgegeben hatte, der den 50-Jährigen getroffen hat, konnte noch nicht ermittelt werden.

Jäger droht, Hunde zu erschießen

Auf einer Tafel neben einer Forststraße im Tiroler Unterland steht: „Wege nicht verlassen! Frei laufende Hunde werden erschossen!“ Gezeichnet: „Der Jagdaufseher“. Bei der Staatsanwaltschaft wurde Anzeige erstattet - wegen Nötigung. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung am 21.12.2019. Demnach nannte der Kitzbüheler Bezirksjägermeister Martin Antretter, in dessen Zuständigkeitsbereich die Tafel aufgestellt wurde, die Handlung, sofern sie stimme, einen „Einzelfall, der nicht im Sinne der Jägerschaft ist und für den ich wenig Verständnis habe“.

Bild: Martin Balluch, martinballuch.com

Jäger erschießt Sohn, Hund und sich mit Gewehr

Ein 64-jähriger Jäger hat in Itzehoe erst seinen 15-jährigen Sohn und den Familienhund, einen Jack-Russell-Terrier mit einem Gewehr erschossen. Anschließend erschoss er sich selbst. Dies meldet BILD am 17.12.2019. Demnach hatte sich der Jäger um 0.45 Uhr beim Polizei-Notruf gemeldet: Er sagte, dass er seinen Sohn Norman (15) erschossen habe und sich nun selbst richten würde. Als die Polizeibeamten am Tatort eintrafen, fanden Sie die Leichen des Jugendlichen, des Jack-Russell-Terriers und des 64-jährigen Jägers. „Die Hintergründe der Tat dürften vermutlich im familiären Bereich liegen“, wird eine Polizeisprecherin zitiert.

Hasenjagd: Jäger schießt Treiber ins Gesicht

Schwerer Jagdunfall: Bei einer Hasenjagd im Waldviertel traf ein 71-jähriger Jäger einen Treiber im Gesicht. Dies berichtet heute.at am 9.12.2019. Demnach musste der Mann ins Landeskrankenhaus Horn gebracht werden, wo die Kugel operativ entfernt wurde. Gegen den 71-jährigen Jäger wird nun wegen des Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. "Erst vor zwei Wochen war es im Weinviertel zu einem ähnlichen Jagdunfall gekommen", so heute.at.

Tödlicher Jagdunfall - Freispruch für Jägerin

Eine Jägerin, die 2017 bei einer großen Gesellschaftsjagd im Harz einen 81-jährigen Jagdkollegen aus Versehen erschossen haben soll, wurde vom Amtsgericht in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) freigesprochen. Die Begründung: Es habe sich im Lauf des Prozesses kein eindeutiger Beweis ergeben, dass der tödliche Schuss von der Jägerin abgegeben wurde. Dies berichtet der MDR am 4.12.2019. Nach dem tödlichen Jagdunfall waren mehr als 60 Waffen sichergestellt worden, um den Todesschützen zu ermitteln – bislang ohne Erfolg.

Treibjagd: Jäger schießt Kollegen statt Hasen

Bei einer Treibjagd im niederösterreichischen Bezirk Mistelbach hat ein 20-jähriger Jäger mit einer Schrotflinte auf einen Feldhasen geschossen, traf aber einen 29-Jährigen in der Treiberkette. Laut regionews.at musste der Mann mit dem Rettungshubschrauber in das Landesklinikum Mistelbach geflogen werden.

Treibjagd: Kugeln schlagen in Haus ein

Als Jäger im Weilerer Wald (Rhein-Hunsrück-Kreis) eine Treibjagd veranstalteten, schlugen zwei Geschosse in ein Wohnhaus in Boppard-Weiler ein. "Im schlimmsten Fall hätte das tödlich enden können", so die Rhein-Hunsrück-Zeitung am 8.11.2019.

Statt Hase zwei Jagdkollegen getroffen

Ein 80-jähriger Jäger wollte im Trentiner Fersental auf einen Hasen schießen und hat dabei seine beiden Jagdkollegen getroffen. Einer davon wurde schwer verletzt, berichtet suedtirolnews am 7.11.2019.

Jogger im Wald angeschossen

Im Heidekreis wurde ein Jogger im Wald auf einem öffentlich zugänglichen Weg angeschossen und am Bein verletzt. Ein Jäger hatte bei einer mit einer Schrotflinte auf ihn geschossen – es fand gerade eine Treibjagd statt. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine am 3.11.2019.

„Die Natur reguliert sich selbst“

Ist die Jagd eine „Nebenform menschlicher Geisteskrankheit“? Im Interview erzählt der Biologe Kurt Eicher, warum es besser wäre, die Jagd abzuschaffen und die Natur sich selbst zu überlassen.
In den letzten Tagen erschien das lesenswerte
Interview „Die Natur reguliert sich selbst“ in verschiedenen Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 600.000 (Südwest Presse, Schwäbische Zeitung, Märkische Oderzeitung, Lausitzer Rundschau).

Herr Eicher, bei der Debatte um die Jagd geht es in jüngster Zeit besonders um den Wald. Die Rehe verbeißen die angepflanzten Laubbäume.

Kurt Eicher: (lacht) Klar – und deswegen sind die Rehe am Klimawandel schuld. So ein Blödsinn. Wenn es so wäre, hätte es in Europa nie einen Wald gegeben. Der Mensch hat den Wald zu 98 Prozent zu einer gewinnbringenden Anpflanzung gemacht. Drumherum intensive Landwirtschaft. Und dann kommen die Jäger und vertreiben das Wild von der Fläche und in den Wald hinein. Tja und irgendetwas müssen Rehe fressen.

Das heißt, Sie wollen Wald und Tiere sich selbst überlassen?

Das wäre der beste Weg. Die Natur reguliert sich selbst. Auch der Wald wird sich dem Klimawandel anpassen. Da muss ich keine Baumsorten importieren. Nun bin ich aber Realist. Der Wald wird weiter genutzt werden. Dafür ist er angelegt worden. Es muss aber heißen: So naturnah wie möglich. Wenn ich Neuanpflanzungen schützen will, kann ich für eine Weile einen Zaun ziehen. Da brauche ich keine Rehe abzuschießen. Entscheidend ist, dass der Wald über Korridore verbunden wird.
Weiterlesen in der Lausitzer Rundschau

Jogger in Lauenhagen angeschossen

Vor dem Amtsgericht Stadthagen findet ein Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen einen 73-jährigen Jäger statt, der einen Jogger fast erschossen hätte. Die Schaumburger Nachrichten berichten am 25.10.2019, dass aktuell die Höhe der Strafe verhandelt wird.
Der Jäger hatte an einem sonnigen Sonntag im Juli 2018 einen Jogger bei Lauenhagen (Niedersachsen) angeschossen – vor dem Augen seiner drei kleinen Kinder, mit denen er unterwegs war: der vierjährige Sohn auf dem Fahrrad, die beiden kleineren Kinder, ein und zwei Jahre alt, im Cruiser. Der Jogger wurde am Kopf getroffen - nur wenige Millimeter, und der heute 32-Jährige wäre tot gewesen.
Der Jäger hatte erst die Tat bestritten, sich dann in Widersprüche verwickelt. Dies berichteten die Schaumburger Nachrichten am 7.1.2019.

Jagdkugel schlägt in Hotel ein

In Bad Leonfelden (Oberösterreich) schlug eine Kugel aus einer Jagdwaffe im „Falkensteiner“-Hotel ein. Dies berichtet Südtirol News am 19.10.2019. Laut Landespolizeidirektion Oberösterreich hatte ein 51-jähriger Jäger von seinem Hochsitz aus auf Damhirsche in einem Wildgatter geschossen. Das bleihaltige Projektil durchschoss 810 Meter entfernt das Fenster des Hotelzimmers, beschädigte den Fernseher und blieb im Türrahmen stecken. Zum Glück war zu diesem Zeitpunkt niemand in dem Hotelzimmer - der Schuss hätte sonst vielleicht sogar tödlich enden können. Die Polizei erteilte dem Schützen ein Waffenverbot und ermittelt wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

Jäger verwechselt Pferd mit Wildschwein

Ein Jäger hat in Lützkampen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) auf ein Pferd geschossen, das auf einer Koppel stand. Der Trierische Volksfreund berichtet am 15.10.2019, dass der Jäger das Pferd auf der Koppel in der Dämmerung für ein Wildschwein gehalten hat. Die Tierrechtsorganisation PETA berichtet am 18.10.2019, dass das angeschossene Pferd eingeschläfert werden musste.

Jäger erschießt Pferd statt Wildschwein

Ein 65-jähriger Jäger hat ein Islandpferd auf einer Weide im niedersächsischen Heidekreis erschossen, weil er es mit einem Wildschwein verwechselt hat. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine am 4.10.2019 und schreibt, dass die Eigentümer des Gestüts empört reagierten und dem Jäger Fahrlässigkeit vorwerfen. Bereits seit 5 Monaten standen Pferde auf dieser Weide. Der Jäger hätte also wissen müssen, dass dort Pferde stehen, sagten sie der HAZ. Es sei es zum Zeitpunkt des Schusses fast dunkel gewesen. Wie habe man da auf ein 182 Meter entferntes bewegtes Ziel schießen können? "Was, wenn dort ein Mensch gestanden hätte?", fragt der Eigentümer des Gestüts.
Gegen den Jäger wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Jäger ängstigt Spaziergänger

In Frankfurt-Oberrad ängstigt ein Jäger Spaziergänger, Radfahrer, Hundehalter und andere Erholungssuchende, die auf dem Grüne-Soße-Wanderweg unterwegs sind. Die Frankfurter Neue Presse berichtet am 9.10.2019, dass Anwohner in Frankfurt-Oberrad verunsichert und empört sind. "Wenn man arglos durch die Felder geht und plötzlich knallt es von mehreren Seiten ohne Vorwarnung, erschrickt man sehr. Das fühlt sich an wie Krieg. Grausig", zitiert die Zeitung eine Anwohnerin. "Der Jäger schießt auch nah an den Häusern. Dort, wo Kinder zur Schule gehen."
In den vergangenen Jahren habe der Jagdpächter vor allem rund um Weihnachten und Neujahr auf Krähen geschossen - unter heftigem Protest der Anwohner. In diesem Jahr schießt der Jagdpächter bereits seit August auf Krähen und Nilgänse an. Rechtzeitige Vorwarnungen hält er laut Frankfurter Neue Presse für unnötig.

Tödlicher Schuss: Jäger zu Haftstrafe verurteilt

Im November letzten Jahres hat ein Jäger die 86-jährige Lisette W. in ihrem Garten erschossen. Jetzt hat das Amtgericht Bad Kreuznach den 61-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung am 27.9.2019. Der Anwalt des Jägers hatte Freispruch gefordert.
Der Jäger hatte bei einer Drückjagd mit mehreren Schüssen auf Wildschweine gefeuert. Mit einem Schuss wurde ein Wildschwein angeschossen, eine Kugel traf und tötete jedoch die 86-jährige Lisette W. in ihrem nahegelegenen Garten. Der Jäger behauptete, es sei ein Unfall gewesen: Er sei nach den Schüssen auf zwei Wildschweineerst ausgerutscht und habe sich um 180 Grad gedreht, dabei habe sich der Schuss gelöst, der hangabwärts die Frau tötete. In diese Richtung habe er nie schießen wollen.
"Die Staatsanwaltschaft hingegen wertete das als Schutzbehauptung", so die Süddeutsche Zeitung. "In seinem Schlussplädoyer warf der Staatsanwalt dem Angeklagten vor, bewusst fahrlässig gehandelt zu haben: Leichtfertig habe er ganz bewusst mit seinem Gewehr hangabwärts geschossen, um das Wildschwein zu treffen."

Lisette W. war nach dem Schuss des Jägers offenbar nicht sofort tot gewesen. Laut einem RTL-Bericht vom 15.8.2019 von einem Ortstermin während des Prozesses hatte der Jäger erklärt, er sei auf der Suche nach dem angeschossenen Frischling an Lisette W. vorbeigekommen, die auf der Treppe an ihrem Grundstück lag. Er habe die Frau angesprochen, gesehen dass sie lebt. Einen Zusammenhang mit seinem Schuss habe er nicht gesehen. Und: Der Jäger leistete keine Erste Hilfe, sondern suchte stattdessen weiter den angeschossenen Frischling und tötete ihn mit einem Messer. Erst danach sei er zu der stark blutenden Frau zurückgekehrt und habe den Jagdleiter informiert, der dann den Notarzt rief, berichtet RTL.
Doch da war es für Lisette W. schon zu spät - sie verblutete.

74-jähriger Jäger schießt Freund in den Kopf

Schwere Kopfverletzung durch missbräuchliche Verwendung einer Schusswaffe: 74-jähriger Jäger schoss aus Versehen durch ein Autodach und erwischte seinen Freund. Laut Süddeutscher Zeitung vom 27.9.2019 wollte der 74-jährige Waidmann in einem Wildgehege im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) einen Damhirsch schießen. Dabei stützte er sich mit dem Jagdgewehr auf dem Dach seines PKW ab. Dabei durchschlug das das Fahrzeugdach, wodurch ein auf dem Beifahrersitz sitzender 60-Jähriger am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. „Nach Angaben des Landkreises kann der Vorfall nicht als Jagdunfall bewertet werden. Es handele sich vielmehr um die missbräuchliche Verwendung einer Schusswaffe auf einem umfriedeten Gehege“, so die Süddeutsche Zeitung. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Forderung nach Jagdverbot in Italien

Nach wiederholten tödlichen Jagdunfällen wird in Italien die Forderung nach einem Verbot immer lauter. Dies meldet www.oe24.at am 23.9.2019.
Zuletzt hatte am 22.9.2019 ein 34-jähriger Jäger bei einer Wildschweinjagd nahe der süditalienischen Stadt Salerno versehentlich seinen 55-jährigen Vater erschossen.
2018 waren in Italien 22 Menschen wegen Jagdunfällen ums Leben gekommen.
Dem Parlament liegt bereits ein Gesetzesentwurf für ein Jagdverbot am Sonntag vor.
Anlässlich des neuen tödlichen Jagdunfalls forderte Ex-Tourismusministerin Michela Vittoria Brambilla ein „Ende des Wilden Westens in den Wäldern und auf den Feldern“.

Italien: Statt Wildschwein Vater erschossen

In Süditalien hat ein 34-jähriger Jäger bei einer Wildschweinjagd nahe der Stadt Salerno aus Versehen seinen 55-jährigen Vater erschossen. Dies meldet die Tiroler Tageszeitung am 23.9.2019. Demnach habe der Vater in den Büschen geraschelt. In der Annahme, es würde sich um ein Wildschwein handeln, schoss der 34-jährige Jäger und traf seinen Vater tödlich in den Bauch.

Erntejagd: Kugel trifft Bauern statt Wildschwein

Bei der Maisernte im schwäbischen in Gündelbach wurde ein 25-jähriger Landwirt von einem Jäger angeschossen. Dies meldet die Stuttgarter Zeitung am 17.9.2019 und schreibt: „Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.“ Was war passiert? Der 25-Jährige saß mit einer 18-jährigen Erntehelferin auf dem Traktor, als mehrere Schüsse fielen. Ein 59- und ein 71-jähriger Jäger schossen auf ein Wildschwein. Dabei durchschlug eine Jagdkugel die Scheibe des Traktors. Der 25-Jährige wurde in den Unterschenkel getroffen, die Wunde begann sofort heftig zu bluten, die neben ihm sitzende 18-jährige Erntehelferin wurde herumwirbelnden Glassplittern getroffen. Der junge Mann musste mit dem Rettungshubschrauber, die junge Frau mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Gewehr explodiert: Jäger schwer verletzt

Schwerer Jagdunfall bei einer Drückjagd im Kreis Saarlouis: Ein 55-jähriger wollte mit auf ein Wildschwein schießen. Beim Schuss explodierte sein Jagdgewehr, der Jäger erlitt schwere Gesichts- und Handverletzungen. Dies berichtet die Rheinpfalz am 6.9.2019. Demnach geht die Polizei von einem technischen Defekt des Gewehrs aus.

19-Jähriger erschießt aus Versehen Freundin

Beim Hantieren mit der Schrotflinte seines verstorbenen Großvaters hat ein 19-Jähriger in der Südoststeiermark versehentlich seine Freundin erschossen. Dies berichtet der ORF am 5.9.2019. Demnach wollte das junge Paar mit seinem drei Monate alten Baby in das Wohnhaus der Mutter des 19-Jährigen umziehen. „Laut Polizei nahm der 19-Jährige gegen 21.20 Uhr eine an der Wand aufgehängte kombinierte Hahnbüchsflinte herunter“, so der ORF. Der 19-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass die Schrotflinte geladen war – es löste sich ein Schrotschuss und traf die junge Mutter tödlich im Gesichts- und Halsbereich. Das Baby sei laut ORF im Nebenzimmer gewesen und werde jetzt von den Eltern der verstorbenen Frau betreut. Der junge Mann musste mit psychischem Zusammenbruch ins Krankenhaus gebracht werden.

Jäger erschießt Fohlen statt Wildschwein

In Nordrhein-Westfalen hat ein Jäger ein Islandfohlen erschossen. Die Besitzerin fand das viereinhalb Monate alte Fohlen am Morgen tot auf einer Pferdekoppel in Blankenheim - es lag nur zirka 70 Meter von einer Jagdkanzel entfernt. Dies berichtet Radio RPR1 am 2.9.2019 unter Berufung auf die Zeitung Express. Gegenüber der Polizei sagte der Jäger, dass er auf ein Wildschwein geschossen habe. Weil er jedoch kein Tier gefunden habe, sei er nach Hause gefahren. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung aufgenommen.

Polizei stoppte Jäger (68) mit 1,6 Promille

Eine Polizeistreife hat in Neubrandenburg einen Pkw-Fahrer gestoppt, der beim Fahren aus einer Bierflasche getrunken hat. Es handelte sich um einen 68-jährigen Jäger, der sich auf der Fahrt in sein Jagdrevier befand. „Auf der Rückbank lag offen sein Gewehr und er hatte 1,6 Promille“, berichtet BILD am 27.8.2019. Neben dem Entzug des Führerscheins droht der Entzug der Waffenbesitzkarte.

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Jäger und Alkohol

Jagdsaison: Lebensgefahr!

Stellen Sie sich vor, sie sind am Sonntagnachmittag in Ihrem Garten. Plötzlich hören Sie einen Knall und eine Kugel trifft Ihren Mann, Ihre Frau, Ihre Oma, ihr Kind - oder Sie selbst. Ein Jäger hat in der Nähe Ihres Gartens ein Wildschwein oder einen Hasen schießen wollen.
Oder stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto auf der Bundesstraße unterwegs. Plötzlich durchschlägt die Kugel eines Jägers die Scheibe und trifft Ihren Beifahrer - oder Sie selbst. Jäger haben im Feld neben der Bundesstraße eine Treibjagd veranstaltet.
Beide Situationen haben sich in der letzten Jagdsaison mehrfach ereignet.

Es könnte jedem von uns passiert sein:

Am Sonntag, den 18. November 2018, hat ein Jäger eine 86-jährige Frau in deren eigenen Garten tödlich getroffen - er wollte eigentlich auf Wildschweine schießen.

Am 12. August wurde
ein 47-jähriger Mann auf einer Bundesstraße in Bayern von einem Projektil aus einem Jagdgewehr tödlich getroffen - die Gewehrkugel durchschlug die Scheibe auf der Beifahrerseite, als fünf Jäger in einem angrenzenden Maisfeld auf Wildschweine schossen.

Am 14. Juli
wurde ein 6-jähriges Mädchen im thüringischen Großsaara durch einen Schuss schwer verletzt - Jäger hatten am Rand der Gartenanlage eine Gesellschaftsjagd veranstaltet.

Am 12. Juli war
ein 36-jähriger Autofahrer von Schrotkugeln in den Hals getroffen worden, als ein Jäger im westfälischen Wandhofen Jagd auf Tauben machte.

Weitere tödliche Jagdunfälle ereigneten sich
am 18. Juli bei einer Erntejagd in Thüringen und am 16. Juli bei einer Gänsejagd im Münsterland.

In Frankreich haben
Jäger einen Mountainbiker erschossen und Surfer mit Fasanen verwechselt.

In Italien wurde ein
18-Jähriger beim Sonntagsspaziergang mit seinem Hund erschossen.

In der Slowakei hat ein
Jäger aus Versehen eine junge Frau statt eines Fasans erschossen.

In Österreich schlug
während einer Wildschweinjagd eine Kugel in den Fitnesskeller eines Wohnhauses ein.

Wie viele Menschen müssen noch leiden und sterben, bis die Hobbyjagd endlich verboten wird?

Erfolg vor dem Oberverwaltungsgericht:

Erfolg für die Tierschützer vom Ulmenhof e.V. im Landkreis Aurich (Ostfriesland): Das niedersächsische Oberverwaltungsgerichts hat den Antrag des Jagdpächters auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Oldenburg abgelehnt. Der Ulmenhof - ein Tierheim mit Gnadenhof - bleibt auf allen Flächen jagdfrei! Und: Der Erwerb von Flächen zum Zwecke der jagdrechtlichen Befriedung ist rechtens!
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Nationalpark Schwarzwald zu einem Drittel jagdfrei

Die Tiere im Nationalpark Schwarzwald haben seit 1.8.2019 eine jagdfreie Ruhezone von 3.000 Hektar Fläche - das ist ungefähr ein Drittel des Nationalpark-Gebietes. In den nächsten Jahren soll die jagdfreie Ruhezone auf rund drei Viertel der Nationalparkfläche ausgedehnt werden.
So paradox es klingen mag: In Deutschland wird in Naturschutzgebieten und sogar in Nationalparks Jagd auf Tiere gemacht - so genannte Jagdruhezonen gibt es nur in Kernbereichen. Und das, obwohl in Gebieten ohne Jagd die Erfahrungen überall die gleichen sind: Die Tiere verlieren die Scheu, Natur und Tierpopulationen regulieren sich selbst. In vielen anderen Ländern sind Nationalparks jagdfrei, wie der Schweizerische Nationalpark (jagdfrei seit seiner Gründung 1914) oder die großen italienischen Nationalparks wie Gran Paradiso (jagdfrei seit 1922) und der Nationalpark Belluno in den Dolomiten (jagdfrei seit 1990).

Ruhezone im Nationalpark Schwarzwald soll ausgeweitet werden
Die Wildtiermanager im Nationalpark Schwarzwald wollen in der 3000 Hektar großen Ruhezone beobachten, wie Tiere und Pflanzen sich entwickeln, wenn der Mensch überhaupt nicht mehr eingreift – denn das sei schließlich Sinn und Zweck eines Nationalparks. weiterlesen

82-jähriger Jäger trifft 76-Jährigen

Jagdunfall in der Eifel: Ein 82-jähriger Jäger hat seinen 76-jährigen Bekannten, den Jagdpächter, aus Versehen angeschossen und schwer verletzt. Dies berichtet die Kölnische Rundschau am 18.8.2019. Demnach gingen die beiden jagenden Senioren gegen 22 Uhr durch den Wald. Bei einem eines Hochsitzes wollte der 82-Jährige sein Gewehr entladen. Dabei löste sich ein Schuss und traf den 76-jährigen Jagdpächter ins Knie.

Jäger erschoss Frau - leistete keine Erste Hilfe

Im November letzten Jahres hat ein Jäger die 86-jährige Lisette W. in ihrem Garten erschossen. Er hatte bei einer Drückjagd auf Wildschweine geschossen. Jetzt findet der Prozess vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach statt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Fahrlässige Tötung.
Um diese Frage weiter zu klären, fand am 14.8.2019 ein Ortstermin auf dem Grundstück von Lisette W. statt, über den u.a. RTL berichtete. Der Jäger behauptete, er habe erst auf ein Wildschwein, dann auf einen Frischling geschossen, dann sei er ausgerutscht und habe sich um 180 Grad gedreht - es sei ein Unfall gewesen.
Lisette W. war offenbar nicht sofort tot. Laut RTL berichtete der Jäger berichtete weiter, er sei auf der Suche nach dem angeschossenen Frischling an Lisette W. vorbeigekommen, die auf der Treppe an ihrem Grundstück lag. Er habe die Frau angesprochen, gesehen dass sie lebt. Einen Zusammenhang mit seinem Schuss habe er nicht gesehen. Und: Der Jäger leistete keine Erste Hilfe, sondern suchte stattdessen weiter den angeschossenen Frischling und tötete ihn mit einem Messer. Erst danach sei er zu der stark blutenden Frau zurückgekehrt und habe den Jagdleiter informiert, der dann den Notarzt rief, berichtet RTL.
Doch da war es für Lisette W. schon zu spät - sie verblutete.
"Meine Mutter mit ihren 86 Jahren war topfit, sie hat vieles selbst gemacht", zitiert RTL die Tochter der Frau nach der Verhandlung. Der Jäger habe bis heute nicht versucht, sich zu entschuldigen.

Jäger bedroht Mitarbeiter der Gemeinde

Die Polizei hat im niedersächsischen Lauenau bei einem 76-jährigen Jäger mehrere Waffen beschlagnahmt, weil er Mitarbeiter der Samtgemeinde Rodenberg bedroht haben soll. Dies berichtet der NDR am 15.8.2019. Der Mann müsse laut Polizei mit einem Strafverfahren rechnen, evtl. auch mit Entzug des Waffenscheins.

Pferd von Jäger aus Versehen getroffen

Ein Islandpferd wurde auf einer Koppel in Weiskirchen (Saarland) bei einer Jagd aus Versehen angeschossen und so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste. Dies berichtet Breaking News Saarland am 17.8.2019.
Demnach waren am Samstagmorgen mehrere Jäger unterwegs. Teilnehmer der Jagd hätten auf einer Koppel an einer Waldlichtung das schwer verletzte Pferd entdeckt. Die gerufene Tierärztin konnte das Pferd nur noch einschläfern, um es von seinem Leid zu erlösen.
Die Polizeiinspektion Nordsaarland hat die Ermittlungen in der Sache aufgenommen, um den genauen Hergang zu klären, so das Nachrichtenportal. „Es ist für die Beamten nicht der erste Fall in der vergangenen Zeit im Nordsaarland, dass ein Pferd aufgrund schwerer Verletzungen eingeschläfert werden musste.“

Betrunkener Jäger erschlägt geschützten Auerhahn

Ein betrunkener Jäger hat im Schwarzwald einen streng geschützten Auerhahn brutal erschlagen. Der Jäger war gemeinsam mit einem anderen Mann auf dem Rückweg von einem Volksfest, als die beiden den Auerhahn mit heftigen Tritten und Schlägen mit einer Flasche töteten. Die Männer behaupteten anschließend, der Auerhahn hätte sie angegriffen und sie hätten ihn aus Notwehr töten müssen. Laut Polizei sollen die beiden Täter den Auerhahn länger gequält haben, als zunächst angenommen - damit ist es unwahrscheinlich, dass die Täter den Vogel tatsächlich aus Notwehr töteten.
Der Fall sorgt sogar international Aufsehen, sogar die New York Times hat über den toten Auerhahn Heini berichtet, so der SWR am 14.8.2019.
Der Auerhahn soll sich laut einem Feldberg-Ranger gerne in der Wiese aufgehalten haben und ein friedlicher Zeitgenosse gewesen sein, berichtet der Südkurier am 14.8.2019.
Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Tierquälerei und wegen möglicher Verstöße gegen Artenschutzgesetze.
Die Tierrechtsorganisation PETA hat Anzeige erstattet und das Landratsamt aufgefordert, dem Jäger den Jagdschein zu entziehen.

Auerhähne sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. In Deutschland gibt es nur noch wenige hundert Auerhahnpaare. Die größte Auerhahnpopulation Deutschlands lebt im Schwarzwald. Laut Landesforstpräsident Max Reger seien es nur noch 135 Tiere - die Population kämpfe ums Überleben. Bild: Richard Bartz, CC BY-SA 2.5

Luxemburg: Verbot der Treibjagd gefordert

Am 5. Juli 2019 hat das Parlament in unserem Nachbarland Luxemburg über ein Verbot der Treibjagd beraten - eine erfolgreiche Petition für ein Verbot der Treibjagd war der Auslöser. Dies berichtet das Luxemburgische Tageblatt am 6.7.2019. Demanch hatten die Petitionssteller hatten argumentiert, dass die Treibjagd Tierquälerei ist und dass sie gegen die Prinzipien des Tierschutzes verstößt – und damit viele Menschen als Unterstützer auf ihre Seite gezogen.

Zudem hatte es im vergangenen Herbst einige Vorfälle im Zusammenhang mit Treibjagden gegeben: Wildschweine liefen während einer Treibjagd auf die Autobahn, ein Treiber wurde angeschossen.
Bei einer Jagd auf Wildschweine im September 2016 war eine Frau auf einer Terrasse von einer Kugel im Gesicht getroffen worden. Dabei wurde ihr Kiefer zertrümmert. Mehrere Operationen waren notwendig, um ihr Gesicht einigermaßen zu rekonstruieren.

„Die Jagd gehört abgeschafft – und zwar in jeder Form“, so
ein Kommentar am 5.7.2019 im renommierten Tageblatt. „Seit der Reform des Tierschutzgesetzes 2018 rühmt sich Luxemburg, eines der wenigen Länder zu sein, die nicht-menschlichen Tieren eine Würde zugestehen. Das Gesetz verbietet darüber hinaus im ersten Artikel, ein Tier ohne Notwendigkeit zu töten“, schreibt der Journalist Yves Greis. „Es gibt schlicht keine Möglichkeit, die Würde eines Tieres zu respektieren und gleichzeitig darauf zu schießen. Für die Jagd besteht überhaupt keine Notwendigkeit.“

NRW: 15 Hektar Feld, Wald und Wiese jagdfrei

Marc T.* hat es geschafft: Seine Grundstücke in Essen (Nordrhein-Westfalen) mit insgesamt 15 Hektar Feld, Wiese und Wald sind mit Beginn des neuen Jagdjahres 2020/21 offiziell jagdfrei. »Es sind rund 8 Hektar Acker, 5 Hektar Wiese und 1,5 Hektar Wald«, berichtet der Grundstückseigentümer. »Ein Bach fließt an der Grenze entlang, von der Stadt Essen als schützenswertes Biotop eingestuft.«
Marc T. kann das Töten von Tieren nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Auf seinen Grundstücken sollen Wildtiere in Ruhe leben dürfen. Darum hat er Lebensräume für Tiere angelegt und bewirtschaftet die 5 Hektar Wiese unter ökologischen Gesichtspunkten. »Gemäht wird erst ab Juli, damit Jungtiere kein Schaden nehmen«, so der 59-Jährige. weiterlesen

7 Grundstücke im Landkreis Sigmaringen jagdfrei!

Eine Tierfreundin aus dem Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg hat ein Jagdverbot auf ihren Grundstücken durchgesetzt. Bereits im März 2013 hatte Elisabeth Vogel den Antrag auf Jagdbefreiung aus ethischen Gründen auf ihren sieben Grundstücken in Wald, Ruhestetten und Hippetsweiler (Landkreis Sigmaringen) gestellt. Die langjährige Vegetarierin kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Jäger auf ihrem eigenen Grund und Boden Tiere tot schießen. Seit 1.4.2019 sind ihre Grundstücke endlich offiziell jagdrechtlich befriedet. weiterlesen

Antrag auf Jagdverbot in Thüringen

Antje Hillbrand besitzt neun Grundstücke im thüringischen Saale-Orla-Kreises, nur etwa zwei Kilometer von der Grenze nach Bayern entfernt. Drei Grundstücke sind Waldstücke, die zum Teil im Staatsforst liegen. Sechs Grundstücke sind Wiese und Ackerland, die direkt an einen Wald grenzen - und voller Hochstände stehen. Dies will Antje Hillbrand nicht länger dulden. Sie kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen. weiterlesen

Anklage gegen Jagdleiter: Beifahrer erschossen

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto auf der Bundesstraße unterwegs. Plötzlich durchschlägt die Kugel eines Jägers die Scheibe und trifft Ihren Beifahrer - oder Sie selbst. Jäger haben im Feld neben der Bundesstraße eine Treibjagd veranstaltet
Genau dieses Horror-Szenario hatte sich am 12. August letzten Jahres auf einer Bundesstraße in Bayern ereignet: Ein 47-jähriger Mann wurde von einem Projektil aus einem Jagdgewehr tödlich getroffen - die Gewehrkugel durchschlug die Scheibe auf der Beifahrerseite, als elf Jäger in einem angrenzenden Maisfeld auf Wildschweine schossen.
Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Amberg hat den Jagdleiter der Gesellschaftsjagd wegen fahrlässiger Tötung angeklagt: Der 46-jährige Jäger soll den Schuss abgegeben haben, durch den der Beifahrer eines vorbeifahrenden Autos starb. Dies berichtet
SPIEGEL online am 17.4.2019.

Jäger schießt auf Jogger: Gefängnis

Das Bezirksgericht in Helsingborg (Schweden) hat einen Jäger zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er versehentlich auf einen Jogger geschossen und ihm einen ernsthaften körperlichen Schaden zugefügt hat. Dies berichtet die Berliner Zeitung am 18.4.2019.
Der 48-jährige Waidmann hatte Ende November 2018 in Südschweden am frühen Morgen den Schuss auf den Jogger aus einer Entfernung von etwa 170 Metern abgefeuert. Während des Prozesses hatte der Jäger ausgesagt, er hätte gedacht, er schieße auf ein Reh.

Rentnerin erschossen: Anklage gegen Jäger

Ein Jäger zielt auf ein Wildschwein und trifft eine 86-jährige Frau in deren eigenen Garten tödlich. Das war im November 2018. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den 60-jährigen Jäger erhoben. „Der Jäger habe in ein dichtes Gebüsch geschossen. Der Garten liegt direkt am Waldrand“, meldet Radio FFH am 27.3.2019. „Der Jäger gilt als erfahren.“

Aus Versehen Jagdkollegen getroffen

Bei einer großen Gesellschaftsjagd mit rund 150 Jägern im Südharz hatte der Schuss eines 48-jährigen Waidmanns aus Versehen einen 67-jährigen Jagdkollegen getroffen. „Der Jäger war mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Halle gebracht und nach Polizeiangaben auch operiert worden“, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 25.3.2019. Gegen den 48-jährigen Jäger aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz hat die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Rund acht Wochen nach dem Jagdunfall hat die Polizei den Fall jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben.

Prozess: Jäger schießt Frau ins Gesicht

Ein Jäger hatte bei einem Wohngebiet in Fentingen mit Kriegsmunition auf ein Wildschwein geschossen – und traf eine Frau, die auf der Terrasse saß, ins Gesicht. Jetzt muss sich der Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten, berichtet das Luxemburgische Tagblatt am 12.3.2019. Die Frau leidet bis heute an den Folgen: „Ein Gutachter und Gerichtsmediziner listete die schweren Verletzungen der Frau auf: Der Schuss ins Gesicht wirkt sich nicht nur auf ihr Aussehen aus, auch Mimik und die Kau-Funktion sind bis heute betroffen“, so die Zeitung. „Die verletzte Frau beschrieb vor Gericht ihre medizinische Odyssee: Zahlreiche Metallsplitter haben verheerende Wunden im rechten Mundbereich verursacht.“
Der Jäger hatte nahe das Wohngebiets, wo zu der Zeit auch viele Spaziergänger unterwegs waren, eine Schusswaffe verwendet, die als Jagdgewehr im öffentlichen Raum mehr als bedenklich sei, meldet das Tagblatt. Verschossen wurde Armee-Munition des Kalibers 45.70 – als Abpraller könne sie abenteuerliche Flugeigenschaften aufweisen.

Hündin in Falle geraten und erschossen

„Tödliche Falle: Warum musste die Hündin des Bürgermeisters sterben?“, titelt die Main Post am 7.3.2019. Die Zeitung berichtet, dass die Australian-Shepherd-Hündin von Bürgermeister Jürgen Schwab aus dem Landkreis Schweinfurt beim Gassigehen von der Leine gelassen wurde und plötzlich in einem Gebüsch verschwunden war. Nach langer Suche stellte sich heraus, dass Hündin „Emi“ in eine große Betonrohrfalle – eine Lebendfalle für Füchse - geraten war. Doch als Emi dort von einem Bekannten gefunden wurde, war sie tot – aber nicht durch die Falle, sondern durch einen Schuss in den Kopf.
Die Main Post berichtet, dass der Bürgermeister den Jagdpächter angerufen habe, der ihm gegenüber am Telefon eingeräumt hatte, auf Emi geschossen zu haben. Der Tierarzt habe zweifelsfrei festgestellt, dass Emi erschossen wurde.
Bürgermeister Schwab stellte Strafanzeige gegen den Jagdpächter. Es sei unter anderem ein Strafverfahren wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet worden, so die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken.
Die anhängliche Hündin fehle der ganzen Familie, erklärt Jürgen Schwab gegenüber der Zeitung. Er könne auch Tage danach immer noch nicht fassen und begreifen, was geschehen ist.

Jagdhunde hetzen Fuchs in Garten

Bei einer Drückjagd in Bayern wurde ein verwundeter Fuchs von Jagdhunden bis in den Garten von Andreas Nicolai Nemitz in Kerschlach gehetzt. „So etwas Schreckliches habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt“, sagte Herr Nemitz gegenüber dem Merkur. Er erstattete Anzeige wegegn Tierquälerei.
Nach dem Bericht der Zeitung war die Resonanz "geradezu vernichtend für die Jäger-Seite", so der Merkur am 12.2.2019. "Viele Leser zeigten sich nach dem Bericht schockiert über den Vorfall. Kritisiert wird vor allem die Jagd auf Füchse als solche."
Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands wehrt sich gegen Vorwürfe: "Was die Hunde geleistet haben, ist in Ordnung. Sie haben ein krankes Tier gestellt und wollten es von seinem Leid erlösen.“
Lesen Sie den Artikel des Merkurs vom 12.2.2019
Lesen Sie auch:
Jäger: „Wir tun etwas Gutes“ - Chronik der Hetzjagd auf einen Fuchs vom Aktionsbündnis Fuchs
Rechtsgutachten der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht: Tierschutzrechtliche Probleme bei Drückjagden am Beispiel der Vorfälle in Kerschlach

Jäger verschanzt sich mit Schusswaffen

Weil ein bewaffneter Mann, der als Jäger legal über mehrere Waffen verfügte, sich in seiner Wohnung verschanzt hatte, kam es im unterfränkischen Iphofen zu einen Großeinsatz der Polizei: Teile der Innenstadt wurden abgesperrt, ein Spezialeinsatzkommando rückte an. Dies berichtet FOCUS online am 1.2.2019. Demnach hatten Angehörige des 78-jährigen Jägers die Polizei alarmiert - wegen familiärer Probleme war es offenbar zu einer Bedrohungssituation gekommen.

Jäger erschießt aus Versehen seine Tochter

Ein Jäger aus Karlsruhe hat in der eigenen Wohnung seine 19-jährige Tochter erschossen. Der 56-jährige Mann wollte gerade das Haus verlassen, um zur Jagd zu gehen, als sich ein Schuss aus einem Gewehr löste und die Tochter traf, so Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe in einer Pressemeldung vom 25.1.2019. Die 19-Jährige sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber wenig später gestorben. Der Jäger besaß die Waffe legal – gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!
2016 gab es im baden-württembergischen Hohenlohekreis einen ähnlichen Fall: Ein 52-jähriger Jäger hatte zu Hause beim Hantieren mit einer Schrotflinte aus Versehen seine 16-Jährige Tochter erschossen.

Hat ein Jäger die dreifache Mutter erschossen?

„Hat ein Jäger die dreifache Mutter erschossen?“, fragt RTL am 7.1.2019. In der Silvesternacht war eine Frau aus Kiel direkt vor ihrer Haustür zusammengebrochen – sie war von einem Projektil in den Kopf getroffen worden und starb im Krankenhaus. Laut Gerichtsmedizinern deuteten die Verletzungen auf ein Zerlegungsgeschoss hin, wie sie von Jägern verwendet werden. Die Untersuchungen zum Fall laufen noch.

Jogger angeschossen - Jäger verliert Jagdschein

Ein Jäger aus Niedersachsen verliert wohl seinen Jagdschein. Dies berichtet der NDR am 4.1.2019. Demnach hatte der Jäger einen Jogger angeschossen: „Der 31-jährige Familienvater war mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg bei Lauenhagen unterwegs, als er einen Schlag am Kopf spürte und zu Boden ging“, so der NDR. Der Jäger hatte wohl unachtsam mit seinem Gewehr hantiert. Nun hat die untere Waffenbehörde des Landkreises Schaumburg entschieden, dass der Mann Jagdschein und Waffenbesitzkarte abgeben muss. Der Jäger kann aber gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Studie: Fuchsjagd fördert Fuchsbandwurm

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit vor allem mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Seit 2008 gilt Deutschland nach den internationalen Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit offiziell als tollwutfrei. Die Tollwut wurde nicht durch das Abschießen von Füchsen, sondern das Auslegen von Impfködern besiegt.
Und: Eine im November 2017 in Frankreich veröffentlichte Studie zeigt, dass Bejagung das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm sogar erhöht. Außerdem weisen Forscher seit Jahren darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Fuchsjagd erhöht das Infektionsrisiko
In einem Testgebiet in Frankreich wurde im Rahmen einer vierjährigen Studie die Fuchsjagd unter erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand intensiviert. Die Zahl der getöteten Füchse stieg dadurch um gewaltige 35 Prozent. Dies führte jedoch nicht zu einer Dezimierung des Fuchsbestands, da Füchse hohe Verluste durch steigende Geburtenraten und Zuwanderung kompensieren. Auch die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm sank nicht, sondern stieg sogar um 15 Prozent an, während sie in einem Vergleichsgebiet konstant niedrig blieb.

Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass die Bejagung von Füchsen ein völlig ungeeignetes Mittel zur Bekämpfung des Fuchsbandwurms ist und das - eigentlich extrem geringe - Risiko für den Menschen sogar erhöhen kann. Durch die Bejagung steigt der Anteil von Jungfüchsen an der Population, welche jedoch für den Bandwurm deutlich anfälliger sind und zudem mehr Bandwurmeier ausscheiden als ältere Tiere.

Nur Entwurmung von Füchsen ist wirksam

Anstelle der Bejagung von Füchsen wird der Einsatz von Entwurmungsködern empfohlen, deren Wirksamkeit im Rahmen einer Studie der TU München bereits eindrucksvoll bewiesen
wurde: Im Landkreis Starnberg konnte mit dieser tierschutzgerechten Methode die Befallsrate der Füchse innerhalb von vier Jahren von 51 auf 0,8 Prozent reduziert werden.

Diese und viele weitere Studien sowie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten belegen unmissverständlich, wie sinnlos und sogar kontraproduktiv die Fuchsjagd ist, bei der jährlich in Deutschland rund eine halbe Million Füchse zumeist grausam getötet werden.

Quellen:
· Comte, S. et al (2017): Echinococcus multilocularis management by fox culling: An inappropriate paradigm, Preventive Veterinary Medicine, Volume 147, 178-185.
Abrufbar unter:
www.e-l-i-z.com/doc_word/ECHINO/COMTE-2017-publi-Em_Nancy-prevetmed.pdf
· Technische Universität München - Arbeitsgruppe Wildbiologie und Wildtiermanagement am Lehrstuhl für Tierernährung: Forschungsprojekt “Entwurmungsaktion“ im Landkreis Starnberg.
Abrufbar unter:
http://wildbio.wzw.tum.de/index.php?id=58

Ein Leben unter Füchsen

Der Naturfotograf Günther Schumann schloss bei seinen Streifzügen durch Wald und Flur Freundschaft mit einer jungen Füchsin: Feline. Schritt für Schritt gewann er ihr Vertrauen und sie verlor jegliche Furcht vor ihm. Mit Fotoapparat und Filmkamera begleitete er Feline über elf Jahre. Als sie Fuchsmama wurde, zeigte sie ihm sogar ihre Welpen und nahm ihn in die Familiengemeinschaft der Füchse auf. Sogar als die Jungfüchse ihre Partner fanden, zeigten diese keinerlei Scheu vor ihm. So erhielt der Naturfotograf Einblicke in das Familienleben von Füchsen, wie wohl noch kein Mensch vor ihm.
Der Dokumentarfilm »Mehr als Freunde - Ein Leben unter Füchsen« lässt uns jetzt an dieser ganz besonderen Freundschaft teilhaben.

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Drückjagden: Nur 30% beim ersten Schuss tot

Bis zu 70 Prozent der Wildtiere sind bei Treib- und Drückjagden nicht beim ersten Schuss tot - auf diese Tierschutzproblematik weist die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in den TVT-Nachrichten 2/2011 hin. Untersuchnungen zufolge seien bei Drückjagden in Hessen nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde `nur´ angeschossen und "wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf". Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen. Bild: Diesem jungen Wildschwein wurde der Kiefer weggeschossen. Es starb nach Tagen durch Verhungern und Verdursten.

Schusswaffe im Haus - mehr Familientragödien

Eine Schusswaffe im Haus erhöht nachweislich das Risiko von Familientragödien.
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland - meist mit legalen Waffen. „Denn allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte“, erklärt der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitet. (TV Südbaden aktuell, 8.7.2011).

Kleines Lexikon des Jägerlateins

Jäger haben bekanntlich eine eigene »Sprache«. Das Jägerlatein soll offenbar pure Grausamkeit verbrämen: Was anderes ist es, wenn das Blut des angeschossenen Tieres »Schweiß« genannt wird? Wenn »Anprechen« bedeutet, ein Tier ins Visier zu nehmen, um es zu erschießen? Irgendwie lässt die verachtende Sprache tief in die Psyche der Hobby-Tiertöter blicken...
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Tipps bei der Begegnung mit Jägern

Liebe Tierfreunde,
ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie von einem Jäger bei Ihren Spaziergängen in Wald und Flur angesprochen wurden, irgend ein Verhalten zu unterlassen bzw. als Hundebesitzer mit dem Abschuss des Tieres bedroht wurden?
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Wildtiere brauchen Ruhezonen

Unmissverständlich erklärte der renommierte Zoologe Prof. Dr. Josef Reichholf im Bayerischen Fernsehen, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sei längst überfällig: »Für das Wild ist das Urteil gut, weil es da und dort Ruhezonen schafft, die das Wild bei uns dringend braucht.« Ruhezonen könnten die gefürchteten Wildschäden vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss.« (»Unser Land« vom 16.11.2012)

In seinem Grundsatzartikel »Warum Jagd? Folgen des Jagens für Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften« der Zeitschrift TIERethik (2-2013) legt Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugend dar, weshalb die Regulation von frei lebenden Tierbeständen durch die Jagd nicht funktioniert und auch nicht nötig ist. Vor dem Hintergrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte von 2012 mit seinen Folgen für das Revierjagdsystem stellt der Zoologe in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd in der Kulturlandschaft aus ökologischen Gründen nicht sein muss. Der dichtbesiedelte Kanton Genf (Jagdverbot seit 40 Jahren) und der Schweizerische Nationalpark (Jagdverbot seit 100 Jahren) beweisen laut Reichholf, dass weder im Siedlungsraum der Menschen noch in besonders naturnahen Naturschutzgebieten eine Kontrolle der Bestände durch die Jagd notwendig ist.
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Jagdverbote in immer mehr Ländern

Immer mehr Länder sprechen für den Schutz von Wildtieren Jagdverbote aus: In Albanien ist im Februar 2014 ein zweijähriger totaler Jagdbann in Kraft getreten, um Wildtiere und vor allem die Zugvögel besser zu schützen. In Griechenland gilt seit Dezember 2013 ein generelles Jagdverbot. Auf der griechischen Insel Tilos herrscht Jagdverbot schon seit 1993. Seit 2002 gilt ein weitreichendes Jagdverbot in Holland. In Israel ist seit 2013 die Jagd zu Sportzwecken verboten. Costa Rica hat 2013 ein umfangreiches Jagdverbot erlassen. In Botswana sind seit 2014 Trophäenjagd und Jagdtourismus verboten, um den Artenschutz zu fördern. Kenia hat die Jagd schon 1977 verboten.

Dass eine Natur ohne Jagd möglich ist, zeigen nicht nur die Erfahrungen im Schweizerischen Nationalpark, der seit 100 Jahren jagdfrei ist, oder im Schweizer Kanton Genf, in dem seit der Volksabstimmung von 1974 die Jagd verboten ist. Auch in Italien sind die weitläufigen Nationalparks alle seit Jahrzehnten jagdfrei: Im Nationalpark Gran Paradiso ist die Jagd seit 1922 verboten, im Nationalpark Belluno seit 1990.

Lesen Sie unsere ausführliche Dokumentation!

ZDF planet e: Jäger in der Falle (19.1.2014)

ZDF-Dokumentation: Jäger in der Falle

planet e. "Jäger in der Falle", Sendung vom 19.01.2014
"Es war ein Warnschuss für die Jägergilde und könnte der Anfang vom Ende der traditionellen Jägerei in Deutschland sein. Seitdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg vor eineinhalb Jahren den deutschen Grundstückseigentümern das Recht zugesprochen hat, die Jagd aus Gewissensgründen auf eigenem Grund und Boden zu verbieten, ist nichts mehr wie es war. Jagdkritiker wollen den Abschuss von Wildtieren in Deutschlands Wäldern deutlich einschränken. Manche gehen sogar noch weiter und fordern ein Ende der Jagd.
Peter Wohlleben ist Jäger und stellt sich gegen seine eigene Zunft. Als Gemeindeförster will er am liebsten die Jagd auf Wild in "seinem" Wald in der Eifel und in der ganzen Republik verbieten lassen. "Fast alle Waidmänner jagen doch nur aus der Lust am Töten und kommen ihrer eigentlichen Aufgabe, Wildschäden zu verhindern und die Bestände zu regulieren, überhaupt nicht nach", meint er. (...) Doch es geht auch ganz ohne Jagd, wie das Beispiel Genf zeigt. Dort haben die Behörden vor 40 Jahren die Jagd abgeschafft. Viele Tierarten, die schon fast ausgerottet waren, sind seitdem zurückgekehrt." (ZDF-Sender-Info)

Gottlieb Dändliker, Wildinspektor im Kanton Genf, sagt: "Was uns die letzten 40 Jahre gezeigt haben. Die meisten Arten brauchen überhaupt keine Regulierung. In unseren Verhältnissen auf jeden Fall und es geht ihnen gut, wenn sie nicht gejagt werden und natürlich, wenn man zusätzlich auch Naturschutz treibt und die Habitate verbessert. Es gibt eine Ausnahme: Und das ist das Schwarzwild". Durch den hohen Jagddruck in den umliegenden Regionen suchen viele Wildschweine Schutz im geschützten Kanton Genf. Dem Problem wird mit sanften Mitteln begegnet: Elektrozäune sollen die Tiere fern halten. Der Abschuss durch Wildhüter ist nur als letztes Mittel zur Bestandsregulierung zulässig.
Sendung ansehen und weitere Informationen im online-Angebot von „planet e“

40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf/Schweiz

Im Schweizer Kanton Genf entschied die Bevölkerung 1974 durch Volksabstimmung für ein allgemeines Jagdverbot auf Säugetiere und Vögel. Mit überaus positiven Auswirkungen für die Natur, Tiere und die Menschen: Noch nie war die Biodiversität größer – und die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich.
An den Ufern des Genfer Sees und der Rhône erhöhte sich die Zahl der überwinternden Wasservögel auf spektakuläre Weise - ohne Zweifel eine Folge der ausbleibenden Störungen durch die Jagd. Vögel und die anderen Wildtiere verlieren immer mehr einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird. So werden wild lebende Tiere wieder erlebbar: Spaziergänger bekommen regelmäßig Wildtiere wie Feldhasen oder Rehe zu Gesicht – mit etwas Glück kann man am helllichten Tage sogar Hirsche beobachten. weiterlesen

Prof. Dr. Reichholf: Jägerlatein und Wildbiologie

Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema «Jägerlatein und Wildbiologie», Vortragsabend vom 15. 10. 2013 an der Uni Basel
Lesen Sie dazu auch:
www.jagdreguliertnicht.ch