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Initiative zur Abschaffung der Jagd

Treibjagd: Kugeln schlagen in Haus ein

Als Jäger im Weilerer Wald (Rhein-Hunsrück-Kreis) eine Treibjagd veranstalteten, schlugen zwei Geschosse in ein Wohnhaus in Boppard-Weiler ein. "Im schlimmsten Fall hätte das tödlich enden können", so die Rhein-Hunsrück-Zeitung am 8.11.2019.

Statt Hase zwei Jagdkollegen getroffen

Ein 80-jähriger Jäger wollte im Trentiner Fersental auf einen Hasen schießen und hat dabei seine beiden Jagdkollegen getroffen. Einer davon wurde schwer verletzt, berichtet suedtirolnews am 7.11.2019.

Jogger im Wald angeschossen

Im Heidekreis wurde ein Jogger im Wald auf einem öffentlich zugänglichen Weg angeschossen und am Bein verletzt. Ein Jäger hatte bei einer mit einer Schrotflinte auf ihn geschossen – es fand gerade eine Treibjagd statt. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine am 3.11.2019.

Jogger in Lauenhagen angeschossen

Vor dem Amtsgericht Stadthagen findet ein Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen einen 73-jährigen Jäger statt, der einen Jogger fast erschossen hätte. Die Schaumburger Nachrichten berichten am 25.10.2019, dass aktuell die Höhe der Strafe verhandelt wird.
Der Jäger hatte an einem sonnigen Sonntag im Juli 2018 einen Jogger bei Lauenhagen (Niedersachsen) angeschossen – vor dem Augen seiner drei kleinen Kinder, mit denen er unterwegs war: der vierjährige Sohn auf dem Fahrrad, die beiden kleineren Kinder, ein und zwei Jahre alt, im Cruiser. Der Jogger wurde am Kopf getroffen - nur wenige Millimeter, und der heute 32-Jährige wäre tot gewesen.
Der Jäger hatte erst die Tat bestritten, sich dann in Widersprüche verwickelt. Dies berichteten die Schaumburger Nachrichten am 7.1.2019.

Jagd - Gefahr für Autofahrer

Seit die Jagdsaison diesen Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Doch im Grunde sind es nicht die Tiere, welche den Straßenverkehr gefährden – Wildschweine und Rehe befinden sich in Panik auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger.
Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer.
Und nicht nur für diese: Immer wieder gibt es Meldungen von Wildschweinen, die durch eine Drückjagd aufgescheucht in Ortschaften flüchten und dort in Panik Schaden anrichten und zur Gefahr für Passanten werden.

Niederlande: Psycho-Test für Hobby-Jäger

In den Niederlanden müssen Hobbyjäger auf Grundlage eines neuen Gesetzes zur Kontrolle des legalen Waffenbesitzes einen psychologischen Test absolvieren. Der Entzug des Jagdscheins kann die Folge sein. Entsprechend groß ist die Aufregung in der Welt der Hobby-Jäger: Der niederländische Jagdverband NOJG berichtet, dass die Polizei bereits im ersten Monat nach Einführung des psychologischen Online-Tests „von einer relativ von einer relativ hohen Anzahl von Jagdscheininhabern Jagdschein und Waffen abgenommen hat.“ Denn: Etwa 20% der Hobby-Jäger haben Test nicht bestanden.
Jeder, der einen neuen Jagdschein oder Waffenschein beantragt, muss seit dem 1. Oktober immer zuerst den psycholgischen online-Test machen. Auch jeder Hobby-Jäger, der bereits im Besitz eines Jagdscheines ist, muss den psychologischen Test innerhalb der nächsten drei Jahre durchführen. Die über 60-Jährigen und unter 25-Jährigen werden zuerst getestet. weiter

Karikatur: Bruno Haberzettl

Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen. Alleine in Deutschland. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden musste. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder.

Lesen Sie unsere Dokumentation
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2019
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2018
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2017
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2016
Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2015

Bild: Karikatur von Bruno Haberzettl aus: "Brunos Jagdfieber", Ueberreuther-Verlag 2013

Fakten gegen die Jagd

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Naherholungsgebieten sowie gegen Massenabschüsse auf Treibjagden. Immer wieder zu lesen, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld, Jagdkollegen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem draußen in der Natur durchaus Angst machen - ebenso wie Schüsse am Spazierweg oder Kugeln, die in Autos einschlagen. Außerdem haben Millionen Tierfreunde kein Verständnis, wenn Jäger ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen.

Tierrechtsorganisationen decken immer wieder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Treib- und Drückjagden sowie bei Gatterjagden auf, wo halbzahme Tiere gegen Geld abgeknallt werden. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

Lesen Sie:
Fakten gegen die Jagd - Die Natur braucht keine Jäger

Warum jagen Jäger wirklich?

Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

Auch der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« mit den gängigen Begründungen für die Jagd auf: »Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. ... Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet."
Der Neurologe und Psychoanalytiker Dr. Paul Parin - ebenfalls begeisterter Jäger - schrieb in seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers«: »Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.«

Lesen Sie:
Warum jagen Jäger wirklich?

Jäger verwechselt Pferd mit Wildschwein

Ein Jäger hat in Lützkampen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) auf ein Pferd geschossen, das auf einer Koppel stand. Der Trierische Volksfreund berichtet am 15.10.2019, dass der Jäger das Pferd auf der Koppel in der Dämmerung für ein Wildschwein gehalten hat. Die Tierrechtsorganisation PETA berichtet am 18.10.2019, dass das angeschossene Pferd eingeschläfert werden musste.

Jäger erschießt Pferd statt Wildschwein

Ein 65-jähriger Jäger hat ein Islandpferd auf einer Weide im niedersächsischen Heidekreis erschossen, weil er es mit einem Wildschwein verwechselt hat. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine am 4.10.2019 und schreibt, dass die Eigentümer des Gestüts empört reagierten und dem Jäger Fahrlässigkeit vorwerfen. Bereits seit 5 Monaten standen Pferde auf dieser Weide. Der Jäger hätte also wissen müssen, dass dort Pferde stehen, sagten sie der HAZ. Es sei es zum Zeitpunkt des Schusses fast dunkel gewesen. Wie habe man da auf ein 182 Meter entferntes bewegtes Ziel schießen können? "Was, wenn dort ein Mensch gestanden hätte?", fragt der Eigentümer des Gestüts.
Gegen den Jäger wurde ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Jäger ängstigt Spaziergänger

In Frankfurt-Oberrad ängstigt ein Jäger Spaziergänger, Radfahrer, Hundehalter und andere Erholungssuchende, die auf dem Grüne-Soße-Wanderweg unterwegs sind. Die Frankfurter Neue Presse berichtet am 9.10.2019, dass Anwohner in Frankfurt-Oberrad verunsichert und empört sind. "Wenn man arglos durch die Felder geht und plötzlich knallt es von mehreren Seiten ohne Vorwarnung, erschrickt man sehr. Das fühlt sich an wie Krieg. Grausig", zitiert die Zeitung eine Anwohnerin. "Der Jäger schießt auch nah an den Häusern. Dort, wo Kinder zur Schule gehen."
In den vergangenen Jahren habe der Jagdpächter vor allem rund um Weihnachten und Neujahr auf Krähen geschossen - unter heftigem Protest der Anwohner. In diesem Jahr schießt der Jagdpächter bereits seit August auf Krähen und Nilgänse an. Rechtzeitige Vorwarnungen hält er laut Frankfurter Neue Presse für unnötig.

Tödlicher Schuss: Jäger zu Haftstrafe verurteilt

Im November letzten Jahres hat ein Jäger die 86-jährige Lisette W. in ihrem Garten erschossen. Jetzt hat das Amtgericht Bad Kreuznach den 61-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung am 27.9.2019. Der Anwalt des Jägers hatte Freispruch gefordert.
Der Jäger hatte bei einer Drückjagd mit mehreren Schüssen auf Wildschweine gefeuert. Mit einem Schuss wurde ein Wildschwein angeschossen, eine Kugel traf und tötete jedoch die 86-jährige Lisette W. in ihrem nahegelegenen Garten. Der Jäger behauptete, es sei ein Unfall gewesen: Er sei nach den Schüssen auf zwei Wildschweineerst ausgerutscht und habe sich um 180 Grad gedreht, dabei habe sich der Schuss gelöst, der hangabwärts die Frau tötete. In diese Richtung habe er nie schießen wollen.
"Die Staatsanwaltschaft hingegen wertete das als Schutzbehauptung", so die Süddeutsche Zeitung. "In seinem Schlussplädoyer warf der Staatsanwalt dem Angeklagten vor, bewusst fahrlässig gehandelt zu haben: Leichtfertig habe er ganz bewusst mit seinem Gewehr hangabwärts geschossen, um das Wildschwein zu treffen."

Lisette W. war nach dem Schuss des Jägers offenbar nicht sofort tot gewesen. Laut einem RTL-Bericht vom 15.8.2019 von einem Ortstermin während des Prozesses hatte der Jäger erklärt, er sei auf der Suche nach dem angeschossenen Frischling an Lisette W. vorbeigekommen, die auf der Treppe an ihrem Grundstück lag. Er habe die Frau angesprochen, gesehen dass sie lebt. Einen Zusammenhang mit seinem Schuss habe er nicht gesehen. Und: Der Jäger leistete keine Erste Hilfe, sondern suchte stattdessen weiter den angeschossenen Frischling und tötete ihn mit einem Messer. Erst danach sei er zu der stark blutenden Frau zurückgekehrt und habe den Jagdleiter informiert, der dann den Notarzt rief, berichtet RTL.
Doch da war es für Lisette W. schon zu spät - sie verblutete.

74-jähriger Jäger schießt Freund in den Kopf

Schwere Kopfverletzung durch missbräuchliche Verwendung einer Schusswaffe: 74-jähriger Jäger schoss aus Versehen durch ein Autodach und erwischte seinen Freund. Laut Süddeutscher Zeitung vom 27.9.2019 wollte der 74-jährige Waidmann in einem Wildgehege im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) einen Damhirsch schießen. Dabei stützte er sich mit dem Jagdgewehr auf dem Dach seines PKW ab. Dabei durchschlug das das Fahrzeugdach, wodurch ein auf dem Beifahrersitz sitzender 60-Jähriger am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. „Nach Angaben des Landkreises kann der Vorfall nicht als Jagdunfall bewertet werden. Es handele sich vielmehr um die missbräuchliche Verwendung einer Schusswaffe auf einem umfriedeten Gehege“, so die Süddeutsche Zeitung. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Forderung nach Jagdverbot in Italien

Nach wiederholten tödlichen Jagdunfällen wird in Italien die Forderung nach einem Verbot immer lauter. Dies meldet www.oe24.at am 23.9.2019.
Zuletzt hatte am 22.9.2019 ein 34-jähriger Jäger bei einer Wildschweinjagd nahe der süditalienischen Stadt Salerno versehentlich seinen 55-jährigen Vater erschossen.
2018 waren in Italien 22 Menschen wegen Jagdunfällen ums Leben gekommen.
Dem Parlament liegt bereits ein Gesetzesentwurf für ein Jagdverbot am Sonntag vor.
Anlässlich des neuen tödlichen Jagdunfalls forderte Ex-Tourismusministerin Michela Vittoria Brambilla ein „Ende des Wilden Westens in den Wäldern und auf den Feldern“.

Italien: Statt Wildschwein Vater erschossen

In Süditalien hat ein 34-jähriger Jäger bei einer Wildschweinjagd nahe der Stadt Salerno aus Versehen seinen 55-jährigen Vater erschossen. Dies meldet die Tiroler Tageszeitung am 23.9.2019. Demnach habe der Vater in den Büschen geraschelt. In der Annahme, es würde sich um ein Wildschwein handeln, schoss der 34-jährige Jäger und traf seinen Vater tödlich in den Bauch.

Erntejagd: Kugel trifft Bauern statt Wildschwein

Bei der Maisernte im schwäbischen in Gündelbach wurde ein 25-jähriger Landwirt von einem Jäger angeschossen. Dies meldet die Stuttgarter Zeitung am 17.9.2019 und schreibt: „Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.“ Was war passiert? Der 25-Jährige saß mit einer 18-jährigen Erntehelferin auf dem Traktor, als mehrere Schüsse fielen. Ein 59- und ein 71-jähriger Jäger schossen auf ein Wildschwein. Dabei durchschlug eine Jagdkugel die Scheibe des Traktors. Der 25-Jährige wurde in den Unterschenkel getroffen, die Wunde begann sofort heftig zu bluten, die neben ihm sitzende 18-jährige Erntehelferin wurde herumwirbelnden Glassplittern getroffen. Der junge Mann musste mit dem Rettungshubschrauber, die junge Frau mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Gewehr explodiert: Jäger schwer verletzt

Schwerer Jagdunfall bei einer Drückjagd im Kreis Saarlouis: Ein 55-jähriger wollte mit auf ein Wildschwein schießen. Beim Schuss explodierte sein Jagdgewehr, der Jäger erlitt schwere Gesichts- und Handverletzungen. Dies berichtet die Rheinpfalz am 6.9.2019. Demnach geht die Polizei von einem technischen Defekt des Gewehrs aus.

19-Jähriger erschießt aus Versehen Freundin

Beim Hantieren mit der Schrotflinte seines verstorbenen Großvaters hat ein 19-Jähriger in der Südoststeiermark versehentlich seine Freundin erschossen. Dies berichtet der ORF am 5.9.2019. Demnach wollte das junge Paar mit seinem drei Monate alten Baby in das Wohnhaus der Mutter des 19-Jährigen umziehen. „Laut Polizei nahm der 19-Jährige gegen 21.20 Uhr eine an der Wand aufgehängte kombinierte Hahnbüchsflinte herunter“, so der ORF. Der 19-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass die Schrotflinte geladen war – es löste sich ein Schrotschuss und traf die junge Mutter tödlich im Gesichts- und Halsbereich. Das Baby sei laut ORF im Nebenzimmer gewesen und werde jetzt von den Eltern der verstorbenen Frau betreut. Der junge Mann musste mit psychischem Zusammenbruch ins Krankenhaus gebracht werden.

Jäger erschießt Fohlen statt Wildschwein

In Nordrhein-Westfalen hat ein Jäger ein Islandfohlen erschossen. Die Besitzerin fand das viereinhalb Monate alte Fohlen am Morgen tot auf einer Pferdekoppel in Blankenheim - es lag nur zirka 70 Meter von einer Jagdkanzel entfernt. Dies berichtet Radio RPR1 am 2.9.2019 unter Berufung auf die Zeitung Express. Gegenüber der Polizei sagte der Jäger, dass er auf ein Wildschwein geschossen habe. Weil er jedoch kein Tier gefunden habe, sei er nach Hause gefahren. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung aufgenommen.

Polizei stoppte Jäger (68) mit 1,6 Promille

Eine Polizeistreife hat in Neubrandenburg einen Pkw-Fahrer gestoppt, der beim Fahren aus einer Bierflasche getrunken hat. Es handelte sich um einen 68-jährigen Jäger, der sich auf der Fahrt in sein Jagdrevier befand. „Auf der Rückbank lag offen sein Gewehr und er hatte 1,6 Promille“, berichtet BILD am 27.8.2019. Neben dem Entzug des Führerscheins droht der Entzug der Waffenbesitzkarte.

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Jäger und Alkohol

Jagdsaison: Lebensgefahr!

Stellen Sie sich vor, sie sind am Sonntagnachmittag in Ihrem Garten. Plötzlich hören Sie einen Knall und eine Kugel trifft Ihren Mann, Ihre Frau, Ihre Oma, ihr Kind - oder Sie selbst. Ein Jäger hat in der Nähe Ihres Gartens ein Wildschwein oder einen Hasen schießen wollen.
Oder stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto auf der Bundesstraße unterwegs. Plötzlich durchschlägt die Kugel eines Jägers die Scheibe und trifft Ihren Beifahrer - oder Sie selbst. Jäger haben im Feld neben der Bundesstraße eine Treibjagd veranstaltet.
Beide Situationen haben sich in der letzten Jagdsaison mehrfach ereignet.

Es könnte jedem von uns passiert sein:

Am Sonntag, den 18. November 2018, hat ein Jäger eine 86-jährige Frau in deren eigenen Garten tödlich getroffen - er wollte eigentlich auf Wildschweine schießen.

Am 12. August wurde
ein 47-jähriger Mann auf einer Bundesstraße in Bayern von einem Projektil aus einem Jagdgewehr tödlich getroffen - die Gewehrkugel durchschlug die Scheibe auf der Beifahrerseite, als fünf Jäger in einem angrenzenden Maisfeld auf Wildschweine schossen.

Am 14. Juli
wurde ein 6-jähriges Mädchen im thüringischen Großsaara durch einen Schuss schwer verletzt - Jäger hatten am Rand der Gartenanlage eine Gesellschaftsjagd veranstaltet.

Am 12. Juli war
ein 36-jähriger Autofahrer von Schrotkugeln in den Hals getroffen worden, als ein Jäger im westfälischen Wandhofen Jagd auf Tauben machte.

Weitere tödliche Jagdunfälle ereigneten sich
am 18. Juli bei einer Erntejagd in Thüringen und am 16. Juli bei einer Gänsejagd im Münsterland.

In Frankreich haben
Jäger einen Mountainbiker erschossen und Surfer mit Fasanen verwechselt.

In Italien wurde ein
18-Jähriger beim Sonntagsspaziergang mit seinem Hund erschossen.

In der Slowakei hat ein
Jäger aus Versehen eine junge Frau statt eines Fasans erschossen.

In Österreich schlug
während einer Wildschweinjagd eine Kugel in den Fitnesskeller eines Wohnhauses ein.

Wie viele Menschen müssen noch leiden und sterben, bis die Hobbyjagd endlich verboten wird?

Erfolg vor dem Oberverwaltungsgericht:

Erfolg für die Tierschützer vom Ulmenhof e.V. im Landkreis Aurich (Ostfriesland): Das niedersächsische Oberverwaltungsgerichts hat den Antrag des Jagdpächters auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Oldenburg abgelehnt. Der Ulmenhof - ein Tierheim mit Gnadenhof - bleibt auf allen Flächen jagdfrei! Und: Der Erwerb von Flächen zum Zwecke der jagdrechtlichen Befriedung ist rechtens!
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Immer mehr jagdfreie Grundstücke

Von Bayern bis Schleswig-Holstein: In Deutschland gibt es immer mehr jagdfreie Grundstücke!

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.
Allein in Bayern sind inzwischen 60 Grundstücke offiziell jagdfrei. Insgesamt gibt es in Bayern über 100 laufende Anträge auf jagdrechtliche Befriedung. Auch in Baden-Württemberg wurden durch Gerichtsbeschluss schon 2013 die ersten Grundstücke jagdrechtlich befriedet. Seit 2014 sind in auch in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein etliche Hektar Wiesen, Wälder und Felder offiziell jagdfrei. 2015 wurden die erste Grundstück in Hessen und Sachsen-Anhalt jagdfrei. In Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Grundstück seit 2016 offiziell von der Jagdbehörde befriedet worden. Auch im Saarland, in Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Hamburg haben zahlreiche Grundstückseigentümer Anträge auf jagdrechtliche Befriedung gestellt.
Lesen Sie die Übersicht jagdfreier Grundstücke in Deutschland

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstücks und wollen die Jagd auf Ihrem Grund und Boden nicht länger dulden?
Hier finden Sie dazu alle wichtigen Informationen

GRATIS Flyer "Keine Jagd auf meinem Grundstück!"

Sind auch Sie Eigentümer eines Grundstückes, das gegen Ihren Willen bejagt wird? Sie können davon ausgehen, dass die Jagd auf Ihrem Grund und Boden ausgeübt wird, sofern Ihre Wiese, Ihr Feld oder Waldgrundstück außerhalb der Ortschaft liegen und nicht befriedet sind. Sie sind dann zwangsweise Mitglied in einer so genannten Jagdgenossenschaft und müssen dulden, dass bewaffnete Jäger Ihr Grundstück betreten, dort Hochsitze errichten, Fallen aufstellen, Futterstellen anlegen, Gesellschaftsjagden abhalten und Wildtiere sowie Haustiere (Katzen und Hunde) töten.
All dies müssen Sie nicht mehr länger dulden:
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.

pdf-downlod: Flyer "Zwangsbejagung ade" [159 KB]

Wir haben eine große Anzahl Flyer drucken lassen. Wenn Sie Flyer verteilen wollen, senden wir Ihnen diese auch in größerer Stückzahl zu! Schreiben Sie uns an
info@abschaffung-der-jagd.de

Nationalpark Schwarzwald zu einem Drittel jagdfrei

Die Tiere im Nationalpark Schwarzwald haben seit 1.8.2019 eine jagdfreie Ruhezone von 3.000 Hektar Fläche - das ist ungefähr ein Drittel des Nationalpark-Gebietes. In den nächsten Jahren soll die jagdfreie Ruhezone auf rund drei Viertel der Nationalparkfläche ausgedehnt werden.
So paradox es klingen mag: In Deutschland wird in Naturschutzgebieten und sogar in Nationalparks Jagd auf Tiere gemacht - so genannte Jagdruhezonen gibt es nur in Kernbereichen. Und das, obwohl in Gebieten ohne Jagd die Erfahrungen überall die gleichen sind: Die Tiere verlieren die Scheu, Natur und Tierpopulationen regulieren sich selbst. In vielen anderen Ländern sind Nationalparks jagdfrei, wie der Schweizerische Nationalpark (jagdfrei seit seiner Gründung 1914) oder die großen italienischen Nationalparks wie Gran Paradiso (jagdfrei seit 1922) und der Nationalpark Belluno in den Dolomiten (jagdfrei seit 1990).

Ruhezone im Nationalpark Schwarzwald soll ausgeweitet werden
Die Wildtiermanager im Nationalpark Schwarzwald wollen in der 3000 Hektar großen Ruhezone beobachten, wie Tiere und Pflanzen sich entwickeln, wenn der Mensch überhaupt nicht mehr eingreift – denn das sei schließlich Sinn und Zweck eines Nationalparks. weiterlesen

Jagdfreie Nationalparks in Europa

Während in allen 16 deutschen Nationalparks noch Tiere gejagt werden, machen andere Nationalparks in Mitteleuropa vor, wie es geht: Im Schweizerischen Nationalpark, dem ältesten Nationalpark Mitteleuropas, wird seit seiner Gründung im Jahr 1914 nicht gejagt. In Italien gibt es 24 Nationalparks mit 1,5 Millionen Hektar Schutzgebiet, dies entspricht 5 Prozent der Landesfläche. In einigen Parks gibt es noch kein völliges Jagdverbot, zum Beispiel werden im Nationalpark Stilfserjoch in Südtirol Hirsche »reguliert«. Doch viele Nationalparks sind bereits seit Jahrzehnten jagdfrei. In Gran Paradiso, dem ältesten Nationalpark Italiens, herrscht seit seiner Gründung 1922 Jagdverbot. Auch im Nationalpark der Abruzzen, gegründet 1923, gilt strenges Jagdverbot. 1990 wurde der Nationalpark Belluno in den Dolomiten gegründet, auch er ist von Anfang an jagdfrei. Auch in Frankreich gibt es einige große jagdfreie Gebiete: Im Nationalpark Écrins sind ganze 918.000 Hektar jagdfrei, im Nationalpark Pyrenäen sind auf 45.700 Hektar jegliche Eingriffe verboten. weiterlesen

Flyer: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren

Jägerlatein lehrt: Wildschweine müssen massiv bejagt werden. Die Realität zeigt: Je mehr Wildschweine geschossen werden, desto stärker vermehren sie sich. Jedes Jahr aufs Neue werden Argumente aus dem Bereich des Jägerlateins medienwirksam verbreitet, um Stimmung für die Jagd und gegen unsere heimischen Wildtiere zu machen. Was sagen dazu Wissenschaftler, Biologen und Berufsjäger?

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82-jähriger Jäger trifft 76-Jährigen

Jagdunfall in der Eifel: Ein 82-jähriger Jäger hat seinen 76-jährigen Bekannten, den Jagdpächter, aus Versehen angeschossen und schwer verletzt. Dies berichtet die Kölnische Rundschau am 18.8.2019. Demnach gingen die beiden jagenden Senioren gegen 22 Uhr durch den Wald. Bei einem eines Hochsitzes wollte der 82-Jährige sein Gewehr entladen. Dabei löste sich ein Schuss und traf den 76-jährigen Jagdpächter ins Knie.

Jäger erschoss Frau - leistete keine Erste Hilfe

Im November letzten Jahres hat ein Jäger die 86-jährige Lisette W. in ihrem Garten erschossen. Er hatte bei einer Drückjagd auf Wildschweine geschossen. Jetzt findet der Prozess vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach statt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Fahrlässige Tötung.
Um diese Frage weiter zu klären, fand am 14.8.2019 ein Ortstermin auf dem Grundstück von Lisette W. statt, über den u.a. RTL berichtete. Der Jäger behauptete, er habe erst auf ein Wildschwein, dann auf einen Frischling geschossen, dann sei er ausgerutscht und habe sich um 180 Grad gedreht - es sei ein Unfall gewesen.
Lisette W. war offenbar nicht sofort tot. Laut RTL berichtete der Jäger berichtete weiter, er sei auf der Suche nach dem angeschossenen Frischling an Lisette W. vorbeigekommen, die auf der Treppe an ihrem Grundstück lag. Er habe die Frau angesprochen, gesehen dass sie lebt. Einen Zusammenhang mit seinem Schuss habe er nicht gesehen. Und: Der Jäger leistete keine Erste Hilfe, sondern suchte stattdessen weiter den angeschossenen Frischling und tötete ihn mit einem Messer. Erst danach sei er zu der stark blutenden Frau zurückgekehrt und habe den Jagdleiter informiert, der dann den Notarzt rief, berichtet RTL.
Doch da war es für Lisette W. schon zu spät - sie verblutete.
"Meine Mutter mit ihren 86 Jahren war topfit, sie hat vieles selbst gemacht", zitiert RTL die Tochter der Frau nach der Verhandlung. Der Jäger habe bis heute nicht versucht, sich zu entschuldigen.

Jäger bedroht Mitarbeiter der Gemeinde

Die Polizei hat im niedersächsischen Lauenau bei einem 76-jährigen Jäger mehrere Waffen beschlagnahmt, weil er Mitarbeiter der Samtgemeinde Rodenberg bedroht haben soll. Dies berichtet der NDR am 15.8.2019. Der Mann müsse laut Polizei mit einem Strafverfahren rechnen, evtl. auch mit Entzug des Waffenscheins.

Pferd von Jäger aus Versehen getroffen

Ein Islandpferd wurde auf einer Koppel in Weiskirchen (Saarland) bei einer Jagd aus Versehen angeschossen und so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden musste. Dies berichtet Breaking News Saarland am 17.8.2019.
Demnach waren am Samstagmorgen mehrere Jäger unterwegs. Teilnehmer der Jagd hätten auf einer Koppel an einer Waldlichtung das schwer verletzte Pferd entdeckt. Die gerufene Tierärztin konnte das Pferd nur noch einschläfern, um es von seinem Leid zu erlösen.
Die Polizeiinspektion Nordsaarland hat die Ermittlungen in der Sache aufgenommen, um den genauen Hergang zu klären, so das Nachrichtenportal. „Es ist für die Beamten nicht der erste Fall in der vergangenen Zeit im Nordsaarland, dass ein Pferd aufgrund schwerer Verletzungen eingeschläfert werden musste.“

Betrunkener Jäger erschlägt geschützten Auerhahn

Ein betrunkener Jäger hat im Schwarzwald einen streng geschützten Auerhahn brutal erschlagen. Der Jäger war gemeinsam mit einem anderen Mann auf dem Rückweg von einem Volksfest, als die beiden den Auerhahn mit heftigen Tritten und Schlägen mit einer Flasche töteten. Die Männer behaupteten anschließend, der Auerhahn hätte sie angegriffen und sie hätten ihn aus Notwehr töten müssen. Laut Polizei sollen die beiden Täter den Auerhahn länger gequält haben, als zunächst angenommen - damit ist es unwahrscheinlich, dass die Täter den Vogel tatsächlich aus Notwehr töteten.
Der Fall sorgt sogar international Aufsehen, sogar die New York Times hat über den toten Auerhahn Heini berichtet, so der SWR am 14.8.2019.
Der Auerhahn soll sich laut einem Feldberg-Ranger gerne in der Wiese aufgehalten haben und ein friedlicher Zeitgenosse gewesen sein, berichtet der Südkurier am 14.8.2019.
Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Tierquälerei und wegen möglicher Verstöße gegen Artenschutzgesetze.
Die Tierrechtsorganisation PETA hat Anzeige erstattet und das Landratsamt aufgefordert, dem Jäger den Jagdschein zu entziehen.

Auerhähne sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. In Deutschland gibt es nur noch wenige hundert Auerhahnpaare. Die größte Auerhahnpopulation Deutschlands lebt im Schwarzwald. Laut Landesforstpräsident Max Reger seien es nur noch 135 Tiere - die Population kämpfe ums Überleben. Bild: Richard Bartz, CC BY-SA 2.5

Luxemburg: Verbot der Treibjagd gefordert

Am 5. Juli 2019 hat das Parlament in unserem Nachbarland Luxemburg über ein Verbot der Treibjagd beraten - eine erfolgreiche Petition für ein Verbot der Treibjagd war der Auslöser. Dies berichtet das Luxemburgische Tageblatt am 6.7.2019. Demanch hatten die Petitionssteller hatten argumentiert, dass die Treibjagd Tierquälerei ist und dass sie gegen die Prinzipien des Tierschutzes verstößt – und damit viele Menschen als Unterstützer auf ihre Seite gezogen.

Zudem hatte es im vergangenen Herbst einige Vorfälle im Zusammenhang mit Treibjagden gegeben: Wildschweine liefen während einer Treibjagd auf die Autobahn, ein Treiber wurde angeschossen.
Bei einer Jagd auf Wildschweine im September 2016 war eine Frau auf einer Terrasse von einer Kugel im Gesicht getroffen worden. Dabei wurde ihr Kiefer zertrümmert. Mehrere Operationen waren notwendig, um ihr Gesicht einigermaßen zu rekonstruieren.

„Die Jagd gehört abgeschafft – und zwar in jeder Form“, so
ein Kommentar am 5.7.2019 im renommierten Tageblatt. „Seit der Reform des Tierschutzgesetzes 2018 rühmt sich Luxemburg, eines der wenigen Länder zu sein, die nicht-menschlichen Tieren eine Würde zugestehen. Das Gesetz verbietet darüber hinaus im ersten Artikel, ein Tier ohne Notwendigkeit zu töten“, schreibt der Journalist Yves Greis. „Es gibt schlicht keine Möglichkeit, die Würde eines Tieres zu respektieren und gleichzeitig darauf zu schießen. Für die Jagd besteht überhaupt keine Notwendigkeit.“

NRW: 15 Hektar Feld, Wald und Wiese jagdfrei

Marc T.* hat es geschafft: Seine Grundstücke in Essen (Nordrhein-Westfalen) mit insgesamt 15 Hektar Feld, Wiese und Wald sind mit Beginn des neuen Jagdjahres 2020/21 offiziell jagdfrei. »Es sind rund 8 Hektar Acker, 5 Hektar Wiese und 1,5 Hektar Wald«, berichtet der Grundstückseigentümer. »Ein Bach fließt an der Grenze entlang, von der Stadt Essen als schützenswertes Biotop eingestuft.«
Marc T. kann das Töten von Tieren nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Auf seinen Grundstücken sollen Wildtiere in Ruhe leben dürfen. Darum hat er Lebensräume für Tiere angelegt und bewirtschaftet die 5 Hektar Wiese unter ökologischen Gesichtspunkten. »Gemäht wird erst ab Juli, damit Jungtiere kein Schaden nehmen«, so der 59-Jährige. weiterlesen

7 Grundstücke im Landkreis Sigmaringen jagdfrei!

Eine Tierfreundin aus dem Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg hat ein Jagdverbot auf ihren Grundstücken durchgesetzt. Bereits im März 2013 hatte Elisabeth Vogel den Antrag auf Jagdbefreiung aus ethischen Gründen auf ihren sieben Grundstücken in Wald, Ruhestetten und Hippetsweiler (Landkreis Sigmaringen) gestellt. Die langjährige Vegetarierin kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Jäger auf ihrem eigenen Grund und Boden Tiere tot schießen. Seit 1.4.2019 sind ihre Grundstücke endlich offiziell jagdrechtlich befriedet. weiterlesen

Antrag auf Jagdverbot in Thüringen

Antje Hillbrand besitzt neun Grundstücke im thüringischen Saale-Orla-Kreises, nur etwa zwei Kilometer von der Grenze nach Bayern entfernt. Drei Grundstücke sind Waldstücke, die zum Teil im Staatsforst liegen. Sechs Grundstücke sind Wiese und Ackerland, die direkt an einen Wald grenzen - und voller Hochstände stehen. Dies will Antje Hillbrand nicht länger dulden. Sie kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihren Grundstücken Tiere tot schießen. weiterlesen

Anklage gegen Jagdleiter: Beifahrer erschossen

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto auf der Bundesstraße unterwegs. Plötzlich durchschlägt die Kugel eines Jägers die Scheibe und trifft Ihren Beifahrer - oder Sie selbst. Jäger haben im Feld neben der Bundesstraße eine Treibjagd veranstaltet
Genau dieses Horror-Szenario hatte sich am 12. August letzten Jahres auf einer Bundesstraße in Bayern ereignet: Ein 47-jähriger Mann wurde von einem Projektil aus einem Jagdgewehr tödlich getroffen - die Gewehrkugel durchschlug die Scheibe auf der Beifahrerseite, als elf Jäger in einem angrenzenden Maisfeld auf Wildschweine schossen.
Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Amberg hat den Jagdleiter der Gesellschaftsjagd wegen fahrlässiger Tötung angeklagt: Der 46-jährige Jäger soll den Schuss abgegeben haben, durch den der Beifahrer eines vorbeifahrenden Autos starb. Dies berichtet
SPIEGEL online am 17.4.2019.

Jäger schießt auf Jogger: Gefängnis

Das Bezirksgericht in Helsingborg (Schweden) hat einen Jäger zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er versehentlich auf einen Jogger geschossen und ihm einen ernsthaften körperlichen Schaden zugefügt hat. Dies berichtet die Berliner Zeitung am 18.4.2019.
Der 48-jährige Waidmann hatte Ende November 2018 in Südschweden am frühen Morgen den Schuss auf den Jogger aus einer Entfernung von etwa 170 Metern abgefeuert. Während des Prozesses hatte der Jäger ausgesagt, er hätte gedacht, er schieße auf ein Reh.

Rentnerin erschossen: Anklage gegen Jäger

Ein Jäger zielt auf ein Wildschwein und trifft eine 86-jährige Frau in deren eigenen Garten tödlich. Das war im November 2018. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den 60-jährigen Jäger erhoben. „Der Jäger habe in ein dichtes Gebüsch geschossen. Der Garten liegt direkt am Waldrand“, meldet Radio FFH am 27.3.2019. „Der Jäger gilt als erfahren.“

Aus Versehen Jagdkollegen getroffen

Bei einer großen Gesellschaftsjagd mit rund 150 Jägern im Südharz hatte der Schuss eines 48-jährigen Waidmanns aus Versehen einen 67-jährigen Jagdkollegen getroffen. „Der Jäger war mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Halle gebracht und nach Polizeiangaben auch operiert worden“, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 25.3.2019. Gegen den 48-jährigen Jäger aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz hat die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Rund acht Wochen nach dem Jagdunfall hat die Polizei den Fall jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben.

Prozess: Jäger schießt Frau ins Gesicht

Ein Jäger hatte bei einem Wohngebiet in Fentingen mit Kriegsmunition auf ein Wildschwein geschossen – und traf eine Frau, die auf der Terrasse saß, ins Gesicht. Jetzt muss sich der Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten, berichtet das Luxemburgische Tagblatt am 12.3.2019. Die Frau leidet bis heute an den Folgen: „Ein Gutachter und Gerichtsmediziner listete die schweren Verletzungen der Frau auf: Der Schuss ins Gesicht wirkt sich nicht nur auf ihr Aussehen aus, auch Mimik und die Kau-Funktion sind bis heute betroffen“, so die Zeitung. „Die verletzte Frau beschrieb vor Gericht ihre medizinische Odyssee: Zahlreiche Metallsplitter haben verheerende Wunden im rechten Mundbereich verursacht.“
Der Jäger hatte nahe das Wohngebiets, wo zu der Zeit auch viele Spaziergänger unterwegs waren, eine Schusswaffe verwendet, die als Jagdgewehr im öffentlichen Raum mehr als bedenklich sei, meldet das Tagblatt. Verschossen wurde Armee-Munition des Kalibers 45.70 – als Abpraller könne sie abenteuerliche Flugeigenschaften aufweisen.

Hündin in Falle geraten und erschossen

„Tödliche Falle: Warum musste die Hündin des Bürgermeisters sterben?“, titelt die Main Post am 7.3.2019. Die Zeitung berichtet, dass die Australian-Shepherd-Hündin von Bürgermeister Jürgen Schwab aus dem Landkreis Schweinfurt beim Gassigehen von der Leine gelassen wurde und plötzlich in einem Gebüsch verschwunden war. Nach langer Suche stellte sich heraus, dass Hündin „Emi“ in eine große Betonrohrfalle – eine Lebendfalle für Füchse - geraten war. Doch als Emi dort von einem Bekannten gefunden wurde, war sie tot – aber nicht durch die Falle, sondern durch einen Schuss in den Kopf.
Die Main Post berichtet, dass der Bürgermeister den Jagdpächter angerufen habe, der ihm gegenüber am Telefon eingeräumt hatte, auf Emi geschossen zu haben. Der Tierarzt habe zweifelsfrei festgestellt, dass Emi erschossen wurde.
Bürgermeister Schwab stellte Strafanzeige gegen den Jagdpächter. Es sei unter anderem ein Strafverfahren wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet worden, so die Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken.
Die anhängliche Hündin fehle der ganzen Familie, erklärt Jürgen Schwab gegenüber der Zeitung. Er könne auch Tage danach immer noch nicht fassen und begreifen, was geschehen ist.

Jagdhunde hetzen Fuchs in Garten

Bei einer Drückjagd in Bayern wurde ein verwundeter Fuchs von Jagdhunden bis in den Garten von Andreas Nicolai Nemitz in Kerschlach gehetzt. „So etwas Schreckliches habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt“, sagte Herr Nemitz gegenüber dem Merkur. Er erstattete Anzeige wegegn Tierquälerei.
Nach dem Bericht der Zeitung war die Resonanz "geradezu vernichtend für die Jäger-Seite", so der Merkur am 12.2.2019. "Viele Leser zeigten sich nach dem Bericht schockiert über den Vorfall. Kritisiert wird vor allem die Jagd auf Füchse als solche."
Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands wehrt sich gegen Vorwürfe: "Was die Hunde geleistet haben, ist in Ordnung. Sie haben ein krankes Tier gestellt und wollten es von seinem Leid erlösen.“
Lesen Sie den Artikel des Merkurs vom 12.2.2019
Lesen Sie auch:
Jäger: „Wir tun etwas Gutes“ - Chronik der Hetzjagd auf einen Fuchs vom Aktionsbündnis Fuchs
Rechtsgutachten der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht: Tierschutzrechtliche Probleme bei Drückjagden am Beispiel der Vorfälle in Kerschlach

Jäger verschanzt sich mit Schusswaffen

Weil ein bewaffneter Mann, der als Jäger legal über mehrere Waffen verfügte, sich in seiner Wohnung verschanzt hatte, kam es im unterfränkischen Iphofen zu einen Großeinsatz der Polizei: Teile der Innenstadt wurden abgesperrt, ein Spezialeinsatzkommando rückte an. Dies berichtet FOCUS online am 1.2.2019. Demnach hatten Angehörige des 78-jährigen Jägers die Polizei alarmiert - wegen familiärer Probleme war es offenbar zu einer Bedrohungssituation gekommen.

Jäger erschießt aus Versehen seine Tochter

Ein Jäger aus Karlsruhe hat in der eigenen Wohnung seine 19-jährige Tochter erschossen. Der 56-jährige Mann wollte gerade das Haus verlassen, um zur Jagd zu gehen, als sich ein Schuss aus einem Gewehr löste und die Tochter traf, so Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe in einer Pressemeldung vom 25.1.2019. Die 19-Jährige sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber wenig später gestorben. Der Jäger besaß die Waffe legal – gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!
2016 gab es im baden-württembergischen Hohenlohekreis einen ähnlichen Fall: Ein 52-jähriger Jäger hatte zu Hause beim Hantieren mit einer Schrotflinte aus Versehen seine 16-Jährige Tochter erschossen.

Hat ein Jäger die dreifache Mutter erschossen?

„Hat ein Jäger die dreifache Mutter erschossen?“, fragt RTL am 7.1.2019. In der Silvesternacht war eine Frau aus Kiel direkt vor ihrer Haustür zusammengebrochen – sie war von einem Projektil in den Kopf getroffen worden und starb im Krankenhaus. Laut Gerichtsmedizinern deuteten die Verletzungen auf ein Zerlegungsgeschoss hin, wie sie von Jägern verwendet werden. Die Untersuchungen zum Fall laufen noch.

Jogger angeschossen - Jäger verliert Jagdschein

Ein Jäger aus Niedersachsen verliert wohl seinen Jagdschein. Dies berichtet der NDR am 4.1.2019. Demnach hatte der Jäger einen Jogger angeschossen: „Der 31-jährige Familienvater war mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg bei Lauenhagen unterwegs, als er einen Schlag am Kopf spürte und zu Boden ging“, so der NDR. Der Jäger hatte wohl unachtsam mit seinem Gewehr hantiert. Nun hat die untere Waffenbehörde des Landkreises Schaumburg entschieden, dass der Mann Jagdschein und Waffenbesitzkarte abgeben muss. Der Jäger kann aber gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Studie: Fuchsjagd fördert Fuchsbandwurm

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit vor allem mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Seit 2008 gilt Deutschland nach den internationalen Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit offiziell als tollwutfrei. Die Tollwut wurde nicht durch das Abschießen von Füchsen, sondern das Auslegen von Impfködern besiegt.
Und: Eine im November 2017 in Frankreich veröffentlichte Studie zeigt, dass Bejagung das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm sogar erhöht. Außerdem weisen Forscher seit Jahren darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Fuchsjagd erhöht das Infektionsrisiko
In einem Testgebiet in Frankreich wurde im Rahmen einer vierjährigen Studie die Fuchsjagd unter erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand intensiviert. Die Zahl der getöteten Füchse stieg dadurch um gewaltige 35 Prozent. Dies führte jedoch nicht zu einer Dezimierung des Fuchsbestands, da Füchse hohe Verluste durch steigende Geburtenraten und Zuwanderung kompensieren. Auch die Befallsrate mit dem Fuchsbandwurm sank nicht, sondern stieg sogar um 15 Prozent an, während sie in einem Vergleichsgebiet konstant niedrig blieb.

Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass die Bejagung von Füchsen ein völlig ungeeignetes Mittel zur Bekämpfung des Fuchsbandwurms ist und das - eigentlich extrem geringe - Risiko für den Menschen sogar erhöhen kann. Durch die Bejagung steigt der Anteil von Jungfüchsen an der Population, welche jedoch für den Bandwurm deutlich anfälliger sind und zudem mehr Bandwurmeier ausscheiden als ältere Tiere.

Nur Entwurmung von Füchsen ist wirksam

Anstelle der Bejagung von Füchsen wird der Einsatz von Entwurmungsködern empfohlen, deren Wirksamkeit im Rahmen einer Studie der TU München bereits eindrucksvoll bewiesen
wurde: Im Landkreis Starnberg konnte mit dieser tierschutzgerechten Methode die Befallsrate der Füchse innerhalb von vier Jahren von 51 auf 0,8 Prozent reduziert werden.

Diese und viele weitere Studien sowie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten belegen unmissverständlich, wie sinnlos und sogar kontraproduktiv die Fuchsjagd ist, bei der jährlich in Deutschland rund eine halbe Million Füchse zumeist grausam getötet werden.

Quellen:
· Comte, S. et al (2017): Echinococcus multilocularis management by fox culling: An inappropriate paradigm, Preventive Veterinary Medicine, Volume 147, 178-185.
Abrufbar unter:
www.e-l-i-z.com/doc_word/ECHINO/COMTE-2017-publi-Em_Nancy-prevetmed.pdf
· Technische Universität München - Arbeitsgruppe Wildbiologie und Wildtiermanagement am Lehrstuhl für Tierernährung: Forschungsprojekt “Entwurmungsaktion“ im Landkreis Starnberg.
Abrufbar unter:
http://wildbio.wzw.tum.de/index.php?id=58

Ein Leben unter Füchsen

Der Naturfotograf Günther Schumann schloss bei seinen Streifzügen durch Wald und Flur Freundschaft mit einer jungen Füchsin: Feline. Schritt für Schritt gewann er ihr Vertrauen und sie verlor jegliche Furcht vor ihm. Mit Fotoapparat und Filmkamera begleitete er Feline über elf Jahre. Als sie Fuchsmama wurde, zeigte sie ihm sogar ihre Welpen und nahm ihn in die Familiengemeinschaft der Füchse auf. Sogar als die Jungfüchse ihre Partner fanden, zeigten diese keinerlei Scheu vor ihm. So erhielt der Naturfotograf Einblicke in das Familienleben von Füchsen, wie wohl noch kein Mensch vor ihm.
Der Dokumentarfilm »Mehr als Freunde - Ein Leben unter Füchsen« lässt uns jetzt an dieser ganz besonderen Freundschaft teilhaben.

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Drückjagden: Nur 30% beim ersten Schuss tot

Bis zu 70 Prozent der Wildtiere sind bei Treib- und Drückjagden nicht beim ersten Schuss tot - auf diese Tierschutzproblematik weist die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in den TVT-Nachrichten 2/2011 hin. Untersuchnungen zufolge seien bei Drückjagden in Hessen nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde `nur´ angeschossen und "wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf". Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen. Bild: Diesem jungen Wildschwein wurde der Kiefer weggeschossen. Es starb nach Tagen durch Verhungern und Verdursten.

Schusswaffe im Haus - mehr Familientragödien

Eine Schusswaffe im Haus erhöht nachweislich das Risiko von Familientragödien.
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstreckt, kommt es zu 100 Toten bei Familiendramen jährlich in Deutschland - meist mit legalen Waffen. „Denn allein die Tatsache, dass man eine Schusswaffe besitzt, kann dazu führen, dass es dann im Konfliktfall eher mal zu so einer Gewalttat kommt, die vielleicht nicht passiert wäre, wenn es eben keine Waffe gegeben hätte“, erklärt der Kriminologe Dietrich Oberwittler vom Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, der ein Projekt zum Thema Familiendramen leitet. (TV Südbaden aktuell, 8.7.2011).

Kleines Lexikon des Jägerlateins

Jäger haben bekanntlich eine eigene »Sprache«. Das Jägerlatein soll offenbar pure Grausamkeit verbrämen: Was anderes ist es, wenn das Blut des angeschossenen Tieres »Schweiß« genannt wird? Wenn »Anprechen« bedeutet, ein Tier ins Visier zu nehmen, um es zu erschießen? Irgendwie lässt die verachtende Sprache tief in die Psyche der Hobby-Tiertöter blicken...
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Tipps bei der Begegnung mit Jägern

Liebe Tierfreunde,
ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie von einem Jäger bei Ihren Spaziergängen in Wald und Flur angesprochen wurden, irgend ein Verhalten zu unterlassen bzw. als Hundebesitzer mit dem Abschuss des Tieres bedroht wurden?
Lesen Sie die Tipps bei Begegnung mit Jägern

Wildtiere brauchen Ruhezonen

Unmissverständlich erklärte der renommierte Zoologe Prof. Dr. Josef Reichholf im Bayerischen Fernsehen, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sei längst überfällig: »Für das Wild ist das Urteil gut, weil es da und dort Ruhezonen schafft, die das Wild bei uns dringend braucht.« Ruhezonen könnten die gefürchteten Wildschäden vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss.« (»Unser Land« vom 16.11.2012)

In seinem Grundsatzartikel »Warum Jagd? Folgen des Jagens für Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften« der Zeitschrift TIERethik (2-2013) legt Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugend dar, weshalb die Regulation von frei lebenden Tierbeständen durch die Jagd nicht funktioniert und auch nicht nötig ist. Vor dem Hintergrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte von 2012 mit seinen Folgen für das Revierjagdsystem stellt der Zoologe in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd in der Kulturlandschaft aus ökologischen Gründen nicht sein muss. Der dichtbesiedelte Kanton Genf (Jagdverbot seit 40 Jahren) und der Schweizerische Nationalpark (Jagdverbot seit 100 Jahren) beweisen laut Reichholf, dass weder im Siedlungsraum der Menschen noch in besonders naturnahen Naturschutzgebieten eine Kontrolle der Bestände durch die Jagd notwendig ist.
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Jagdverbote in immer mehr Ländern

Immer mehr Länder sprechen für den Schutz von Wildtieren Jagdverbote aus: In Albanien ist im Februar 2014 ein zweijähriger totaler Jagdbann in Kraft getreten, um Wildtiere und vor allem die Zugvögel besser zu schützen. In Griechenland gilt seit Dezember 2013 ein generelles Jagdverbot. Auf der griechischen Insel Tilos herrscht Jagdverbot schon seit 1993. Seit 2002 gilt ein weitreichendes Jagdverbot in Holland. In Israel ist seit 2013 die Jagd zu Sportzwecken verboten. Costa Rica hat 2013 ein umfangreiches Jagdverbot erlassen. In Botswana sind seit 2014 Trophäenjagd und Jagdtourismus verboten, um den Artenschutz zu fördern. Kenia hat die Jagd schon 1977 verboten.

Dass eine Natur ohne Jagd möglich ist, zeigen nicht nur die Erfahrungen im Schweizerischen Nationalpark, der seit 100 Jahren jagdfrei ist, oder im Schweizer Kanton Genf, in dem seit der Volksabstimmung von 1974 die Jagd verboten ist. Auch in Italien sind die weitläufigen Nationalparks alle seit Jahrzehnten jagdfrei: Im Nationalpark Gran Paradiso ist die Jagd seit 1922 verboten, im Nationalpark Belluno seit 1990.

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ZDF planet e: Jäger in der Falle (19.1.2014)

ZDF-Dokumentation: Jäger in der Falle

planet e. "Jäger in der Falle", Sendung vom 19.01.2014
"Es war ein Warnschuss für die Jägergilde und könnte der Anfang vom Ende der traditionellen Jägerei in Deutschland sein. Seitdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg vor eineinhalb Jahren den deutschen Grundstückseigentümern das Recht zugesprochen hat, die Jagd aus Gewissensgründen auf eigenem Grund und Boden zu verbieten, ist nichts mehr wie es war. Jagdkritiker wollen den Abschuss von Wildtieren in Deutschlands Wäldern deutlich einschränken. Manche gehen sogar noch weiter und fordern ein Ende der Jagd.
Peter Wohlleben ist Jäger und stellt sich gegen seine eigene Zunft. Als Gemeindeförster will er am liebsten die Jagd auf Wild in "seinem" Wald in der Eifel und in der ganzen Republik verbieten lassen. "Fast alle Waidmänner jagen doch nur aus der Lust am Töten und kommen ihrer eigentlichen Aufgabe, Wildschäden zu verhindern und die Bestände zu regulieren, überhaupt nicht nach", meint er. (...) Doch es geht auch ganz ohne Jagd, wie das Beispiel Genf zeigt. Dort haben die Behörden vor 40 Jahren die Jagd abgeschafft. Viele Tierarten, die schon fast ausgerottet waren, sind seitdem zurückgekehrt." (ZDF-Sender-Info)

Gottlieb Dändliker, Wildinspektor im Kanton Genf, sagt: "Was uns die letzten 40 Jahre gezeigt haben. Die meisten Arten brauchen überhaupt keine Regulierung. In unseren Verhältnissen auf jeden Fall und es geht ihnen gut, wenn sie nicht gejagt werden und natürlich, wenn man zusätzlich auch Naturschutz treibt und die Habitate verbessert. Es gibt eine Ausnahme: Und das ist das Schwarzwild". Durch den hohen Jagddruck in den umliegenden Regionen suchen viele Wildschweine Schutz im geschützten Kanton Genf. Dem Problem wird mit sanften Mitteln begegnet: Elektrozäune sollen die Tiere fern halten. Der Abschuss durch Wildhüter ist nur als letztes Mittel zur Bestandsregulierung zulässig.
Sendung ansehen und weitere Informationen im online-Angebot von „planet e“

40 Jahre Jagdverbot im Kanton Genf/Schweiz

Im Schweizer Kanton Genf entschied die Bevölkerung 1974 durch Volksabstimmung für ein allgemeines Jagdverbot auf Säugetiere und Vögel. Mit überaus positiven Auswirkungen für die Natur, Tiere und die Menschen: Noch nie war die Biodiversität größer – und die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich.
An den Ufern des Genfer Sees und der Rhône erhöhte sich die Zahl der überwinternden Wasservögel auf spektakuläre Weise - ohne Zweifel eine Folge der ausbleibenden Störungen durch die Jagd. Vögel und die anderen Wildtiere verlieren immer mehr einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird. So werden wild lebende Tiere wieder erlebbar: Spaziergänger bekommen regelmäßig Wildtiere wie Feldhasen oder Rehe zu Gesicht – mit etwas Glück kann man am helllichten Tage sogar Hirsche beobachten. weiterlesen

Prof. Dr. Reichholf: Jägerlatein und Wildbiologie

Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema «Jägerlatein und Wildbiologie», Vortragsabend vom 15. 10. 2013 an der Uni Basel
Lesen Sie dazu auch:
www.jagdreguliertnicht.ch

Schluss mit Hubertusmessen!

Alljährlich finden im Herbst die so genannten Hubertusjagden statt. Und bis heute halten sowohl katholische, als auch evangelische Kirchen alljährlich Hubertusmessen ab und segnen die Waidmänner, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere.

Die Legende Hubertus und dem kreuztragenden Hirsch ist aus der Dichtung und der bildenden Kunst bekannt. Gemäß der überlieferten Legende wurde Hubertus um 655 als Sohn eines Edelmannes geboren und starb im Jahre 728. Anfangs führte er ein vergnügungssüchtiges Leben und war ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch aufgespürt hatte und ihn verfolgte, um ihn zu töten, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?«

Wann folgen die Jäger Hubertus nach?

Lesen Sie:
Schluss mit Hubertusmessen! - Wann folgen Jäger Hubertus nach?

"Du sollst nicht töten..."

Karikatur von Bruno Haberzettl
Karikatur von Bruno Haberzettl