Hallo,

ich habe sehr interessiert Ihre Beiträge gelesen und auch die diversen Antworten vieler Jagdfreunde.

Ich bin teilweise sehr geschockt, wie viel Aggressivität in den Briefen, die hauptsächlich von den Jagdbefürwörtern stammen, drin steckt. Dazu kommt noch eine geballte Ladung absoluter Unwissenheit über die Aufgaben und Funktionsweise unserer Natur.

Zudem bin ich schon auch sehr erstaunt, dass viele Jäger absolut keine Ahnung von der Ökologie unserer Erde haben insbesondere unserer unmittelbaren Umwelt und Umgebung.

Ich bin dafür, dass jeder Jagdfreund erst einmal ein umfangreiches Wissen darüber erlangen und ein paar Jahre Ökologie studieren sollte, um die Zusammenhänge der Fauna-Flora und Fauna-Fauna zu begreifen. Wenn das geschieht, kann man vielleicht auch vernünftig und angemessen diskutieren.

Allerdings kann man den Jägern nicht nur den Sündenbock zuschieben.
Es ist nun mal leider so: Geld regiert die Welt. Mit diesem Denkansatz stammen unsere ganzen Monokulturen- und dadurch auch die ganze Misere.

Man kann heutzutage schon lange nicht mehr über ein intaktes Ökosystem reden. Es fehlen durch die Monokultur sehr viele Glieder darin, welch aus dem Ökosystem kein System mehr machen. Die Ökologische Nahrungskette ist vermehrt unterbrochen. So kann es z.B. sein das sich besonders viele Tiere einer Art vermehren und nicht genug natürliche Feinde vorhanden sind und umgekehrt. Das Ökosystem reguliert sich nicht von heute auf morgen!

Als erstes sollte man dafür sorgen, dass eine natürliche Umgebung in ausreichender Größe geschaffen wird- das heißt weg von der Monokultur- und erst dann kann sich in Laufe von Jahren, ja sogar von Jahrzehnten wieder ökologisches Gleichgewicht entstehen. (Zumindest vielleicht von 70%).
Dann kann auch auf die Jagd vollkommen verzichtet werden!!!

Übrigens - auch ohne Wolf und Bär!

Leider wird dies in Deutschland niemals möglich sein: erstens aus Profitgier, und zweitens kann es zu keinen ununterbrochenen Ökosystem kommen, da unsere Bevölkerungsdichte viel zu groß ist. Auch unsere Naturschutzgebiete sind viel, viel zu klein um diese schöne Theorie in die Praxis umzusetzen.

Ich würde mir aber wünschen, dass der Aggressionspegel wieder heruntergefahren wird und dass man zusammen mit Jäger und Jagdgegner vernünftig und sachlich diskutieren kann ohne Beleidigungen!

Mit vielen lieben Grüßen

Antje W.





Antwort von Kurt Eicher:

Sehr geehrte Antje W.!

Sie sprechen uns aus dem Herzen. Es freut uns (aber auch mich persönlich), dass sich auch einmal Menschen zu Wort melden, die erkennen, wie »beschlagen« unsere Jägerschaft mit ökologischem Wissen ist.
Normale Zusammenhänge werden von der Jägerseite oft nicht einmal nach mehrfachem Wiederholen erkannt oder akzeptiert, obwohl dies in Schulbüchern der Unterstufe schon nachzulesen wäre.
Leider erkennen auch die meisten unserer Politker nicht, was sich in unserer Natur (unter Ausschluss der Öffentlichkeit) abspielt und welche Folgen dies für nachkommenden Generationen hat.

Aus diesem Grunde demonstrieren wir jeden ersten Samstag im Monat in Berlin und schreiben den verantwortlichen Politkerinnen und Politikern Prostestpostkarten und e-mails.

Wenn wir uns, die darum wissen, nicht für die Natur und die verbliebenen Widltiere einsetzen, wer soll es sonst tun?

Aus diesem Grunde bitte ich auch Sie, aktiv zu bleiben!

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Eicher



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