S`Jagern

Von Maria Magdalena Widmann aus ihrem Gedichtebuch "So siegs i"


S`Jagern is a Leidenschaft,
des auf da Welt vui Leiden schafft,
ob Reh, ob Gams, ob Hirsch,
oiwei san D`Jaga auf da Pirsch.

Do hoasst`s oiwei mei is des schee,
blos i kon des gar ned versteh.
Weil oft gäd´s blos um de Trofäe und
ned um an Schutz, vo Woid, Fuchs und Reh.

Auf Gottes Geschöpfe schiassn`s
wia wuid und na wead a nu
gschaugd, wea am meistn dazuid.

Wos machts ihr mit de Viecha und
mit da Natur, lang schaugd da
Herrgott do fei nimma zua.

Sog Jaga gibt’s garnix anders ois
wias schiassn? d´Hasn, Dachs
und Wuidsau miassns biassn.

I hoff mit dera obknoiarei, is
hoffentlich jetzt boid vorbei.

Natur dad se scho seiba richtn,
da brauchts koan Jaga ned dazua,
d´Menschheit duad se seiba vernichtn,
do schaugn dann d`Reh und Wuidsei zua.

Wia hoasts, so schee,Weidmanns Heil, Weidmanns Dank, ja is de Menschheit
scho so grang, dass ned merkt
wos orrichtn duad, in de Schöpfung
eigreiff`n, des is ned guad.

Do wead dann umananda gschdrin,
soid mas Wuid fuadan oda ned,
aba d´Hauptsach is ja der Gewinn.

Na schimpfns dass s`Wuid duad olles
dafressn, des is ja koa Wunda de
deans ja üban Winta mestn.

Dass ja schee foaschd san
wenns wieda aufgäd mim jogn.
S`Wuid brauchd de Fichtn, zum vadaun,
dass des, wos gfuadad wead, bessa verdrong

Seid Jahren is des scho des gleiche
Gfrett, i sog de Reh und Hirsch
brauchan an Jaga ned.





Alltägliche Jagdidylle im Frankfurter Raum
Beängstigend