Jäger »konnte« nur in Tierkadavern

19.03.2005

(...) Neben der nackten Statistik präsentierte der BGS auch wieder einige ungewöhnliche Eheabbruchsgründe aus dem aktuellen Erhebungszeitraum. Ein bizarrer Fall trug sich im niedersächsischen Bortel zu: Eine 39-jährige Sekretärin reichte nur sechs Jahre nach ihrer Vermählung mit einem 48-jährigen Automanager die Scheidung ein, weil ihr Angetrauter, ein Hobbyjäger, die Ehe nur in frisch ausgeweideten Tierkadavern vollziehen konnte. Nicht diese seltsame sexuelle Konditionierung sei ihr allerdings »zusehends auf den Keks gegangen«, sondern die ungewöhnlich großen Strapazen zur Beschaffung der »Liebesnester«, erklärte die Frau.

Da dem Gatten der Akt nur im noch warmen Aas möglich gewesen sei, habe sie ihn ständig auf seinen Hochsitz begleiten und mitunter Nächte lang bei ihm ausharren müssen, bis er ein geeignetes Tier vor die Flinte bekam. »Und dann hat er häufig auch noch daneben geschossen«, gab die mittlerweile chronisch übermüdete Frau zu Protokoll. Die Ehe wurde mittels eines juristischen Umwegs über das niedersächsische Tierkörperbeseitigungsgesetz (»Unzucht mit toten Tieren«) gelöst (Az. 223/1119/2a). (...)

Quelle: Taz, 19.3.05