Krieg gegen Tiere - Die Zahlen

Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand

In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 5 Millionen Wildtiere mit Kugel oder Blei erschossen, erschlagen oder in Fallen grausam getötet. 5 Millionen Tiere jedes Jahr - das sind 13.700 jeden Tag, 570 pro Stunde, fast 10 Tiere pro Minute. Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand.

Im Jagdjahr 2023/2024 haben Jäger in Deutschland nach offiziellen Zahlen des Deutschen Jagdverbands DJV erschossen oder in Fallen gefangen und getötet:


1.328.380 Rehe

75.951 Hirsche

66.243 Damhirsche

550.551 Wildschweine

441.970 Füchse

256.280 Feldhasen (Rote-Liste-Kategorie: Gefährdet)

239.162 Waschbären

116.585 Nutria (Sumpfbiber)

85.138 Dachse

65.315 Wildkaninchen

50.538 Steinmarder

27.449 Marderhunde

9.087 Baummarder (Rote-Liste-Kategorie: Vorwarnliste)

8.136 Iltisse (Rote-Liste-Kategorie: Gefährdet)

3.372 Wiesel


Vögel

264.417 Wildtauben

218.346 Wildenten

148.851 Wildgänse

98.184 Fasane (gilt dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) § 7 Abs. 2 Nr.13 zufolge als besonders geschützte Art)

14.424 Waldschnepfen (gilt nach dem Bundesnaturschutzgesetz(BNatSchG) § 7 Abs. 2 Nr. 13 als besonders geschützte Art)

1.335 Rebhühner (Rote-Liste-Kategorie: Stark gefährdet)


Nicht aufgeführt werden Vögel wie Schwäne, Kormorane oder Graureiher sowie über eine halbe Million Rabenkrähen, Elstern und Eichelhäher.

Der NABU geht laut Zahlen der BirdLife-Studie zudem von bis zu 146.000 illegal getöteten Vögeln in Deutschland aus, darunter viele Greifvögel.


Haustiere

Schätzungsweise 100.000 Haustiere, vorwiegend Katzen, aber auch Hunde, werden als angeblich "wildernd" erschossen.

Die Dunkelziffer liegt noch viel höher

Rund 468.000 Hobbyjäger (denn es gibt es nur etwa 1.000 Berufsjäger) bringen in Deutschland jedes Jahr nach eigenen Angaben rund 5 Millionen Wildtiere ums Leben. In Wirklichkeit liegt die Zahl der durch die Jagd getöteten Tiere wesentlich höher. "Es ist schier unmöglich, mit korrekten Zahlen aufzuwarten", gab ein Hegeringleiter vor einigen Jahren gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger zu. Manche der Jäger hätten gar keine Streckenzahlen zur Verfügung gestellt, andere wiederum hätten Zahlen geliefert, die vollkommen unrealistisch und wenig Vertrauen erweckend seien. "Weiß der Geier, wo solche Zahlen herkommen", so der Hegeringleiter.

Die Wahrheit sieht noch schlimmer aus:

· In den offiziellen Jagdstatistiken nicht aufgeführt werden Vögel wie Schwäne, Kormorane oder Graureiher, außerdem über eine halbe Million Rabenkrähen, Elstern und Eichelhäher.

· Hinzu kommen schätzungsweise 100.000 Haustiere, vorwiegend Katzen, aber auch Hunde, die als angeblich "wildernd" erschossen werden.

· Schätzungsweise 300.000 Tiere, insbesondere Wasservögel, sterben unbemerkt an Schrotschuss-Verletzungen oder an Bleivergiftung.

· Die Trefferquoten bei "Bewegungsjagden" (die Tiere werden aufgescheucht und auf der Flucht erschossen) sind ausgesprochen gering. Auf diese Weise werden bis zu 70 Prozent der Tiere "nur" angeschossen und sie können entkommen. Diese Tiere verenden oft qualvoll nach Stunden oder Tagen.

Hinter diesen Zahlen steht millionenfaches Tierleid

Doch all die Zahlen können nicht das millionenfache Leid ausdrücken, das hinter ihnen steht. Denn von einem schnellen Tod kann bei der Jagd - und besonders bei Treib- und Drückjagden - in vielen Fällen nicht die Rede sein: Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen. Jäger verwenden so genannte Expansions- oder Deformationsgeschosse, die riesige Wunden reißen. Expansionsgeschosse sind so konstruiert, dass sie sich nach dem Einschlag in den Körper durch den Gegendruck des Gewebes "aufpilzen". Sie drücken sich platt, spreizen dabei auseinander oder zersplittern und zerreißen das Gewebe, die Organe und Knochen des Tieres. Beim Austritt aus dem Körper schlagen sie faustgroße Wunden. Doch mit zerfetzten Eingeweiden oder zerrissener Lunge stirbt das Tier nicht sofort. Es verblutet bzw. erstickt. Ein so getroffenes Tier legt auf seiner Flucht nicht selten noch Strecken von mehreren 100 Metern zurück. Mit nicht sofort tödlichen Lungenschüssen fliehen viele Rehe weite Strecken, bevor sie verenden. Andere flüchten mit zerschossenen Beinen, mit heraushängenden Eingeweiden, in die es sich beim Laufen verfängt und welche die Pirschzeichen für die Nachsuche hinterlassen.

Die Nachsuche - sofern sie überhaupt stattfindet - dauert oft Stunden oder Tage. 60 Prozent (!) aller Rehe müssen nachgesucht werden. Viele werden erst Tage später gefunden, wenn sie irgendwo elendig an der Verwundung verendet sind. Manche Tiere sterben überhaupt nicht an der Schusswunde, sondern an den Folgen, weil sie z.B. mit zerschossenem Kiefer keine Nahrung mehr aufnehmen können.

Bei den großen Treib- und Drückjagden in Herbst und Winter werden außerdem die Sozialstrukturen der Tiere auseinandergesprengt. Jungtiere verlieren ihre Eltern und sind meist ebenfalls dem Tod ausgeliefert. Auch die ganzjährige Fuchsjagd führt zwangsläufig dazu, dass in den Monaten Mai und Juni unzählige junge Füchse im Bau verhungern und verdursten, weil die säugende Fähe erschossen wurde.

Treib- und Drückjagden: Bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort tot

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. sterben, vor allem bei der Drückjagd, bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort, sondern erleiden qualvolle Kiefer-, Bauch- und Laufschüsse. Untersuchungen zufolge seien bei Drückjagden nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde "nur" angeschossen und "wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf". Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen. (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in den TVT-Nachrichten 2/2011)

Diese Tierquälerei bei Treib- und Drückjagden wird sogar von einigen mutigen Jägern angeprangert. So kritisierte vor einigen Jahren der Pressesprecher der Kreisjägerschaft Aachen und Jagdberater Karl-Heinz Kuckelkorn die Drückjagden aus Gründen des Tierschutzes als "mehr als bedenklich". Das Wild werde "beunruhigt" und in Richtung der Schützen getrieben. "An ihnen vorbei flüchten die Tiere wie in Panik. Es fallen viele Schüsse, doch längst nicht jeder Schuss ist ein finaler. Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nurmehr verkrüppelt herum." (Karl-Heinz Kuckelkorn: Jagd ist eine Frage von Ethik und Moral . Aachener Zeitung, 21.10.2010)

Bernd Krewer, Förster und Nachsucheführer, also ein Jäger, der mit seinem Hund angeschossene Tiere nachsucht, um ihnen den Todesschuss zu geben, schrieb bereits vor über 20 Jahren: "Wir sollten froh sein, dass solche Dinge nicht allzu häufig ans Licht der Öffentlichkeit kommen, es sähe mit unserem Anspruch, Naturschützer zu sein, nicht sehr gut aus." Über seine Erfahrungen berichtet er wie folgt: 2Ich habe rund 1000 Nachsuchen auf Sauen mit meinen Schweißhunden durchgeführt. Wie oft kann der Jäger nicht einmal angeben, wie die beschossene Sau im Schuss gestanden hat, ob er also auf die rechte oder linke Körperseite geschossen hat. Es wird also irgendwo auf den dunklen Klumpen geballert, von dem man nicht einmal erkennen kann, wo vorne und hinten ist.2 (Bernd Krewer: Über Hirsche, Hunde und Nachsuchen. Neudamm-Neudamm, 1998, 2. Aufl., S.80, S. 85)

Dass die Wildtiere selten richtig getroffen und zum Teil lebendig vom Jagdhund zerfetzt werden, geben Jäger untereinander in ihren Internetforen offen zu. In der Öffentlichkeit und in offiziellen Verlautbarungen der Jagdverbände wird dann behauptet, die Tiere wären sofort tot, sie würden schmerzfrei sterben und nicht einmal den Schuss mehr hören.

Nachsucheführer Bernd Krewer kommt zu dem Schluss: Wenn es den Tierschützern" gelänge, einen viel beschäftigten Schweißhundeführer umzukrempeln", wären wir einen Tag später die Jagd endgültig los. Es muss sich vieles im Tun und Lassen der Jägerei ändern, wollen wir vor der immer kritischer werdenden Bevölkerung bestehen und von ihr das Mandat für den Fortbestand unserer Jagd bekommen. Wenn die Gesellschaft die Jagd nicht mehr akzeptiert, wird sie verschwinden und durch andere Formen der Nutzung und Regulierung ersetzt werden. (ebda., S.180)

Streng geschützte Vögel geschosssen: Jäger verurteilt

Ein 64-jähriger Jäger aus Niederbayern wurde vom Amtsgericht Eggenfelden zu einer 14-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt - wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie wegen Waffendelikten, da er zu Hause auch Munition und Sprengstoff ohne die notwendige Erlaubnis aufbewahrte. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk am 13.10.2023. Demnach hatte das "Komitee gegen den Vogelmord" hatte den Jäger, der auch Tierpräparator ist, wegen eines umfangreichen illegalen Tierhandels angezeigt. Bei einer Durchsuchung des Grundstücks des Hobbyjägers stießen die Ermittler auf die mehrere Kühlräume, in denen zwischen 4.000 und 5.000 gefrorene Vögel und andere Tiere gelagert waren - darunter auch streng geschützte Tiere wie tote Mäusebussarde, Habichte, Uhus oder Buntspechte.

Das Komitee gegen den Vogelmord sieht das Urteil als ein wichtiges Signal gegen Artenschutzkriminalität: "Der illegale Handel mit Wildtieren ist ein Riesengeschäft, mit dem jedes Jahr Millionen von Euro umgesetzt werden", so der Vorsitzende Karl-Heinz Kreutzer aus Augsburg in einer Pressemeldung. Der Biologe hofft, dass die Behörden nach dem Urteil nun auch konsequent gegen Lieferanten und Kunden des Jägers ermitteln.

"Der illegale Handel mit Wildtieren ist ein Riesengeschäft, mit dem jedes Jahr Millionen von Euro umgesetzt werden", sagte der Vorsitzende Karl-Heinz Kreutzer. Er hofft, dass nun auch gegen Lieferanten und Kunden des Jägers und Präparators ermittelt werde.

Jagd: Nebenform menschlicher Geisteskrankheit

Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, schrieb:

Jägerei ist eine Nebenform von menschlicher Geisteskrankheit .
(Theodor Heuss: Tagebuchbriefe 1955-1963, hg. V. Eberhard Pikart, Tübingen/Stuttgart 1970, S. 106)

Fakten gegen die Jagd

Die moderne Wissenschaft

Die moderne Wissenschaft

hat in zahlreichen Untersuchungen zweifelsfrei nachgewiesen, dass Tiere empfindungsfähige, Freude und Schmerz verspürende Wesen sind. Tiere verfügen über ein reiches Sozialverhalten und gehen wie wir Beziehungen und Freundschaften ein. Sie können Liebe und Trauer empfinden, ja, sogar Fairness, Mitgefühl, Empathie, Altruismus und moralisches Verhalten zeigen, das über Trieb- und Instinktsteuerung weit hinausgeht.

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Naherholungsgebieten sowie gegen Massenabschüsse auf Treibjagden. Immer wieder zu lesen, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld, Jagdkollegen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem draußen in der Natur durchaus Angst machen - ebenso wie Schüsse am Spazierweg oder Kugeln, die in Autos einschlagen. Außerdem haben Millionen Tierfreunde kein Verständnis, wenn Jäger ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen.

Tierrechtsorganisationen decken immer wieder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Treib- und Drückjagden sowie bei Gatterjagden auf, wo halbzahme Tiere gegen Geld abgeknallt werden. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

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Fakten gegen die Jagd - Die Natur braucht keine Jäger

Warum jagen Jäger wirklich?

Die Frage "Warum jagen wir?" beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: "Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?"
Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: "Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz."

Der Neurologe und Psychoanalytiker Dr. Paul Parin - ebenfalls begeisterter Jäger - schrieb in seinem Buch "Die Leidenschaft des Jägers": "Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird."

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Immer mehr jagdfreie Grundstücke in Deutschland

Von Schleswig-Holstein bis Bayern: In Deutschland gibt es immer mehr jagdfreie Grundstücke!

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am vom 26.6.2012 entschieden, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Grundeigentümer die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen, obwohl sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen. Aufgrund des Urteils des höchsten europäischen Gerichts wurde die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, ihre Jagdgesetzgebung entsprechend zu ändern. Grundeigentümer können bei der unteren Jagdbehörde einen Antrag stellen, dass Ihr Grundstück jagdrechtlich befriedet wird.

Eine aktuelle Dokumentation über jagdfreie Grundstücke und laufende Anträge auf jagdrechtliche Befriedung finden Sie hier.

Seit 1974: Jagdverbot im Kanton Genf

Im Schweizer Kanton Genf ist die Jagd seit 40 Jahren verboten. Noch nie war die Biodiversität größer und die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich. weiterlesen

Seit 1914: Jagdverbot im Nationalpark Schweiz

Im Schweizerischen Nationalpark ist die Jagd seit 1914 Jahren verboten - ein erfolgreiches Modell für eine Natur ohne Jagd, das beweist: Ohne Jagd finden Tiere und Natur in ein Gleichgewicht. weiterlesen

Jagdverbote in immer mehr Ländern

In Luxemburg ist die Jagd auf Füchse seit 2015

In Luxemburg ist die Jagd auf Füchse seit 2015

verboten. Damit liefert unser Nachbarland den praktischen Beweis dafür, wie unnötig das massenhafte Töten von Füchsen ist - auch in der modernen Kulturlandschaft: Weder hat die Zahl der Füchse zugenommen noch gibt es Probleme mit Tollwut. Die Verbreitung des Fuchsbandwurms geht sogar zurück.

Immer mehr Länder sprechen für den Schutz von Wildtieren Jagdverbote aus. weiterlesen