Jagdunfälle / Straftaten 2019

6.9.19 Gewehr explodiert: Jäger schwer verletzt

Schwerer Jagdunfall bei einer Drückjagd im Kreis Saarlouis: Ein 55-jähriger wollte mit auf ein Wildschwein schießen. Beim Schuss explodierte sein Jagdgewehr, der Jäger erlitt schwere Gesichts- und Handverletzungen. Dies berichtet die Rheinpfalz am 6.9.2019. Demnach geht die Polizei von einem technischen Defekt des Gewehrs aus.

5.9.19 19-Jähriger erschießt aus Versehen Freundin

Beim Hantieren mit der Schrotflinte seines verstorbenen Großvaters hat ein 19-Jähriger in der Südoststeiermark versehentlich seine Freundin erschossen. Dies berichtet der ORF am 5.9.2019. Demnach wollte das junge Paar mit seinem drei Monate alten Baby in das Wohnhaus der Mutter des 19-Jährigen umziehen. „Laut Polizei nahm der 19-Jährige gegen 21.20 Uhr eine an der Wand aufgehängte kombinierte Hahnbüchsflinte herunter“, so der ORF. Der 19-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass die Schrotflinte geladen war – es löste sich ein Schrotschuss und traf die junge Mutter tödlich im Gesichts- und Halsbereich. Das Baby sei laut ORF im Nebenzimmer gewesen und werde jetzt von den Eltern der verstorbenen Frau betreut. Der junge Mann musste mit psychischem Zusammenbruch ins Krankenhaus gebracht werden.

27.8.19: Polizei stoppte Jäger mit 1,6 Promille

Eine Polizeistreife hat in Neubrandenburg einen Pkw-Fahrer gestoppt, der beim Fahren aus einer Bierflasche getrunken hat. Es handelte sich um einen 68-jährigen Jäger, der sich auf der Fahrt in sein Jagdrevier befand. „Auf der Rückbank lag offen sein Gewehr und er hatte 1,6 Promille“, berichtet BILD am 27.8.2019. Neben dem Entzug des Führerscheins droht der Entzug der Waffenbesitzkarte.
Lesen Sie auch: Jäger und Alkohol

18.8.19: 82-jähriger Jäger trifft 76-Jährigen

Jagdunfall in der Eifel: Ein 82-jähriger Jäger hat seinen 76-jährigen Bekannten, den Jagdpächter, aus Versehen angeschossen und schwer verletzt. Dies berichtet die Kölnische Rundschau am 18.8.2019. Demnach gingen die beiden jagenden Senioren gegen 22 Uhr durch den Wald. Bei einem eines Hochsitzes wollte der 82-Jährige sein Gewehr entladen. Dabei löste sich ein Schuss und traf den 76-jährigen Jagdpächter ins Knie.

15.8.19: Jäger bedroht Mitarbeiter der Gemeinde

Die Polizei hat im niedersächsischen Lauenau bei einem 76-jährigen Jäger mehrere Waffen beschlagnahmt, weil er Mitarbeiter der Samtgemeinde Rodenberg bedroht haben soll. Dies berichtet der NDR am 15.8.2019. Der Mann müsse laut Polizei mit einem Strafverfahren rechnen, evtl. auch mit Entzug des Waffenscheins.

Jäger erschoss Frau - leistete keine Erste Hilfe

Im November letzten Jahres hat ein Jäger die 86-jährige Lisette W. in ihrem Garten erschossen. Er hatte bei einer Drückjagd auf Wildschweine geschossen. Jetzt findet der Prozess vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach statt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Fahrlässige Tötung.
Um diese Frage weiter zu klären, fand am 14.8.2019 ein Ortstermin auf dem Grundstück von Lisette W. statt, über den u.a. RTL berichtete. Der Jäger behauptete, er habe erst auf ein Wildschwein, dann auf einen Frischling geschossen, dann sei er ausgerutscht und habe sich um 180 Grad gedreht - es sei ein Unfall gewesen.
Lisette W. war offenbar nicht sofort tot. Laut RTL berichtete der Jäger berichtete weiter, er sei auf der Suche nach dem angeschossenen Frischling an Lisette W. vorbeigekommen, die auf der Treppe an ihrem Grundstück lag. Er habe die Frau angesprochen, gesehen dass sie lebt. Einen Zusammenhang mit seinem Schuss habe er nicht gesehen. Und: Der Jäger leistete keine Erste Hilfe, sondern suchte stattdessen weiter den angeschossenen Frischling und tötete ihn mit einem Messer. Erst danach sei er zu der stark blutenden Frau zurückgekehrt und habe den Jagdleiter informiert, der dann den Notarzt rief, berichtet RTL.
Doch da war es für Lisette W. schon zu spät - sie verblutete.
"Meine Mutter mit ihren 86 Jahren war topfit, sie hat vieles selbst gemacht", zitiert RTL die Tochter der Frau nach der Verhandlung. Der Jäger habe bis heute nicht versucht, sich zu entschuldigen.

3.8.19: Jäger schießt im Wohngebiet

Eine Anwohnerin aus Gräfenthal in Südthüringen wurde Zeugin, wie ein Jäger im Wohngebiet "30 Meter entfernt vom Planschbecken der Nachbarskinder" einen jungen Rehbock erschoss.
Daraufhin schrieb sie an das für die Jagd zuständige Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft:

"Am 03.08.2019 um ca. 20.30 Uhr erschoss der Sohn des o.g. Jagdpächters im Wohngebiet Gebersdorf Gemarkung Kumbach 30 Meter entfernt vom Planschbecken der Nachbarskinder einen jungen Rehbock.

Der Jäger wurde dabei gestellt und zum Beweis seines Handels fotografiert, siehe Bilder.

Ortsansässige Jäger teilten beim Ansehen der Bilder mit, dass das Tier gar nicht hätte erlegt werden dürfen.

Um seine Tat zu schönen, behauptete der Jäger, der Bock sei krank.
Dies allerdings stimmt nicht, da wir und angrenzende Nachbarn mit Freude seit Wochen in den Morgen- und Abendstunden diesem Tier und seiner Mutter am Waldrand hinter unserem Haus (Entfernung 20 Meter) beim Äsen zuschauten.
Die beiden Tieren sind zum Bachverlauf um zu trinken. Dieser Bach verläuft unmittelbar neben der Anwohnerzufahrt.

Diese unsachgemäße Jagdausübung mit Gefährdung der Anwohner und ihrer Kinder bringe ich hier zur Anzeige."

4.7.19: Jäger gefährden Spaziergänger

Anwohner aus dem schweizerischen Däniken werfen den Jägern vor, auf der Pirsch Menschenleben zu gefährden. Dies berichtet die Zeitung 20min.ch am 4.7.2019. Demnach wurde eine 61-jährige Frau beim abendlichen Spaziergang mit ihrem Hund durch einen ohrenbetäubenden Schuss aufgeschreckt – Jäger hatten auf der Wiese neben dem Spazierweg ein Reh, das eben noch friedlich graste, vor den Augen der Frau erschossen. „Der Schuss hätte auch mich treffen können“, so die Spaziergängerin, die bezweifelt, dass die Jäger sie in der Dämmerung gesehen hätten. Auch habe sie nirgends Warnschilder gesehen. Die Frau meldete den Vorfall der Polizei. „Es kann doch nicht sein, dass am Rande eines Wohngebiets herumgeballert wird“, so ein anderer Anwohner.

4.7.19 Mann schießt auf Frau und erschießt sich

Ein 71-Jähriger hat im Landkreis Aurich (Niedersachsen) erst versucht, seine 38-jährige Lebensgefährtin zu erschießen, dann erschoss er sich selbst. Die Frau überlebte den Angriff, schwebe aber mit einer schweren Kopfverletzung in Lebensgefahr, berichtet die Emder Zeitung am 4.7.2019. Ob der 71-Jährige die Schusswaffe als Jäger oder als Schütze besaß, wurde noch nicht bekannt.

25.6.19: Jäger erschießt Frau und sich selbst

Ein 79-jähriger Jäger hat in Matzen im österreichischen Bezirk Gänserndorf seine gleichaltrige Ehefrau und sich selbst mit einer Pistole erschossen. Der Kurier berichtet am 25.6.2019, dass der 79-Jährige als Jäger einige Waffen besaß, unter anderem auch einen Revolver vom Kaliber .357 Magnum. Laut Polizei hatte es einen heftigen Streit zwischen den Eheleuten gegeben, woraufhin die Frau versuchte, aus dem Haus zu Nachbarn zu flüchten. „In der Einfahrt holte sie der 79-Jährige allerdings ein und schoss auf sie“, berichtet der Kurier. Als die Polizei eintraf sei er zu einer brenzligen Situation gekommen: „Der 79-Jährige ist mit der Waffe in der Hand aus dem Haus gekommen“ so ein Polizeisprecher. „Er wurde mehrmals aufgefordert den Revolver abzulegen. Das tat er aber nicht." Als die Beamten zugreifen wollten, erschoss sich der 79-Jährige vor den Augen der Polizisten. Nachbarn zufolge soll der Mann ein Alkoholproblem gehabt haben.

17.6.19: Schüsse - Waffen bei Jäger sichergestellt

Am Samstag, den 15.6.2019 hörte eine Anwohnerin gegen 8 Uhr morgens zwei Schüsse in der Nähe ihrer Wohnung in Kaltenherberg und rief die Polizei. Die Ermittlungen der Beamten führten zu einer Wohnung eines 36-jährigen Jägers. Dies meldet die Kreispolizeibehörde Rheinisch-Bergischer Kreis am 17.6.2019. Demnach fand die Polizei neben vier eingetragenen Gewehren und einer Pistole zwei Luftgewehre und ein Sturmgewehr und eine Maschinenpistole, die als Dekoration an der Wand hingen. „Auf Vorhalt leugnete der 36-Jährige, mit einer Waffe aus dem Fenster geschossen zu haben“, so die Polizei. „In Anbetracht der Gesamtumstände wurden jedoch alle Waffen und die erforderlichen Erlaubnisse sichergestellt.“

16.6.19: Jäger gefährdet 150 Menschen

Ein 52-jähriger Jäger soll am Abend des 15.6.2019 im österreichischen Bezirk St. Pölten vier Schüsse abgegeben und dabei etwa 150 Menschen gefährdet und zwei Autos getroffen haben. Dies berichtet der ORF am 16.6.2019. Die Schüsse seien laut Polizei von einem Feld abgegeben worden. Angrenzend befand sich eine Wiese, auf der sich etwa 150 Menschen befunden hätten, darunter Kinder. Es sei großes Glück gewesen, dass hier niemand zu Schaden gekommen sei, so ein Polizeisprecher. Zwei Autos auf dem Parkplatz wurden von den Schüssen getroffen. Der Jäger gab an, dass er auf zwei Wildschweine geschossen habe. Der Alkoholtest war positiv.

8.5.19: Schuss löst sich und verletzt Jäger

Bei einer Birkhahnjagd in Osttirol hat bei einem Jagdunfall ein Jäger aus Versehen auf sich selbst geschossen. Dies meldet das Nachrichtenportal stol.it am 7.5.2019. Demnach wollte der 33-jährige Waidmann gerade auf einen Birkhahn schießen, als er im Tiefschnee einbrach. Dabei löste sich der Schuss aus seiner Waffe und traf den Jäger in die rechte Hand, die er auf der Mündung liegen gehabt hatte.



6.5.19: Polizei warnt vor bewaffnetem Jäger

Ein 26-jähriger Jäger aus Kaiserslautern wird seit einigen Tagen vermisst. Eine tagelange Suche mit Spürhunden und Hubschrauber blieb bisher ohne Erfolg. Laut SWR vom 6.5.2019 warnt die Polizei: Es könnte eine Gefahr von ihm ausgehen, denn er besitze als Jäger einen Waffenschein und habe vermutlich eine scharfe Schusswaffe bei sich.

21.4.19: Polizei erschießt bewaffneten Jäger

Ein Polizist hat in Bochum einen 77-jährigen bewaffneten Jäger, vom dem er sich bedroht fühlte, angeschossen. Zwei Tage später erlag der Mann den Verletzungen. Laut der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vom 24.4.2019 hatte ein Zeuge hatte die Polizei gerufen: Ein Mann sei mit einer vermutlich durchgeladenen Schusswaffe auf dem Friedhof unterwegs. „Als die Beamten auf dem Friedhof ankamen, habe der Mann sie mit einem Jagdgewehr bedroht. Zum eigenen Schutz hätten die Polizisten auf den Mann geschossen“, so die Zeitung.

18.4.19: Jäger bei Jagdunfall schwer verletzt

Ein Jäger wurde bei einem Jagdunfall bei Arnstein (Bayern) so schwer verletzt, dass er mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste. Der Jäger war Waldstück bei Arnstein (Bayern) zusammen mit einem Jagdkollegen den Hochsitz demontieren. Die Dresdner Neue Nachrichten berichten am 18.4.2019, dass der 65-jährige Waidmann an einem maroden Hochsitz arbeitete. Plötzlich fiel die Kanzel um und der Jäger wurde vom Querbalken getroffen.

18.4.19 Jäger schießt auf Jogger: Gefängnis

Das Bezirksgericht in Helsingborg (Schweden) hat einen Jäger zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er versehentlich auf einen Jogger geschossen und ihm einen ernsthaften körperlichen Schaden zugefügt hat. Dies berichtet die Berliner Zeitung am 18.4.2019.
Der 48-jährige Waidmann hatte Ende November 2018 in Südschweden am frühen Morgen den Schuss auf den Jogger aus einer Entfernung von etwa 170 Metern abgefeuert. Während des Prozesses hatte der Jäger ausgesagt, er hätte gedacht, er schieße auf ein Reh.

17.4.19 Anklage gegen Jäger: Beifahrer erschossen

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Auto auf der Bundesstraße unterwegs. Plötzlich durchschlägt die Kugel eines Jägers die Scheibe und trifft Ihren Beifahrer - oder Sie selbst. Jäger haben im Feld neben der Bundesstraße eine Treibjagd veranstaltet
Genau dieses Horror-Szenario hatte sich am 12. August letzten Jahres auf einer Bundesstraße in Bayern ereignet: Ein 47-jähriger Mann wurde von einem Projektil aus einem Jagdgewehr tödlich getroffen - die Gewehrkugel durchschlug die Scheibe auf der Beifahrerseite, als elf Jäger in einem angrenzenden Maisfeld auf Wildschweine schossen.
Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Amberg hat den Jagdleiter der Gesellschaftsjagd wegen fahrlässiger Tötung angeklagt: Der 46-jährige Jäger soll den Schuss abgegeben haben, durch den der Beifahrer eines vorbeifahrenden Autos starb. Dies berichtet SPIEGEL online am 17.4.2019.

2.4.19: Tödlicher Jagdunfall

Ein 82-jähriger Jäger aus dem österreichischen Lungau ist bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen. Laut Polizei sei der Jäger im steilen, teilweise noch mit Schnee bedeckten Gelände ausgerutscht und rund 100 Meter abgestürzt, meldet der Kurier am 2.4.2019.

1.4.19: Spaziergänger geraten im Park in Treibjagd

„Spaziergänger trauten den Augen nicht: Jäger führten an einem Samstag im Volkspark Sodingen eine Treibjagd durch“, meldet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 1.4.2019. Demnach führten Jäger aus Herne am Samstagnachmittag im sehr gut besuchten Volkspark eine Treibjagd auf Füchse durch. Spaziergänger, die in dem Naherholungsgebiet in die Treibjagd gerieten, beschwerten sich bei der Stadt, besonders über das Fehlen von Warnschildern.

27.3.19 Rentnerin erschossen - Anklage gegen Jäger

Ein Jäger zielt auf ein Wildschwein und trifft eine 86-jährige Frau in deren eigenen Garten tödlich. Das war im November 2018. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den 60-jährigen Jäger erhoben. „Der Jäger habe in ein dichtes Gebüsch geschossen. Der Garten liegt direkt am Waldrand“, meldet Radio FFH am 27.3.2019. „Der Jäger gilt als erfahren.“

25.3.19: Fahrlässige Körperverletzung

Bei einer großen Gesellschaftsjagd mit rund 150 Jägern im Südharz hatte der Schuss eines 48-jährigen Waidmanns aus Versehen einen 67-jährigen Jagdkollegen getroffen. „Der Jäger war mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Halle gebracht und nach Polizeiangaben auch operiert worden“, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 25.3.2019. Gegen den 48-jährigen Jäger aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz hat die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Rund acht Wochen nach dem Jagdunfall hat die Polizei den Fall jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben.

12.3.19 Prozess: Jäger schießt Frau ins Gesicht

Ein Jäger hatte bei einem Wohngebiet in Fentingen mit Kriegsmunition auf ein Wildschwein geschossen – und traf eine Frau, die auf der Terrasse saß, ins Gesicht. Jetzt muss sich der Jäger wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten, berichtet das Luxemburgische Tagblatt am 12.3.2019. Die Frau leidet bis heute an den Folgen: Ein Gutachter und Gerichtsmediziner listete die schweren Verletzungen der Frau auf: Der Schuss ins Gesicht wirkt sich nicht nur auf ihr Aussehen aus, auch Mimik und die Kau-Funktion sind bis heute betroffen“, so die Zeitung. „Die verletzte Frau beschrieb vor Gericht ihre medizinische Odyssee: Zahlreiche Metallsplitter haben verheerende Wunden im rechten Mundbereich verursacht.“

Der Jäger hatte nahe das Wohngebiets, wo zu der Zeit auch viele Spaziergänger unterwegs waren, eine Schusswaffe verwendet, die als Jagdgewehr im öffentlichen Raum mehr als bedenklich sei, meldet das Tagblatt. Verschossen wurde Armee-Munition des Kalibers 45.70 – als Abpraller könne sie abenteuerliche Flugeigenschaften aufweisen.

27.2.19: Polizeikommissar wegen Jagd tot

Weil bei Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau) Schüsse gemeldet worden waren, setzten sich zwei Polizeibeamte Polizeiautobahnstation Südhessen in den Einsatzwagen. Auf dem Weg zum Einsatz kamen die Beamten von der Straße ab. Ein 33-jähriger Polizeikommissar starb an den Folgen des Unfalls, sein 45-jähriger Kollege wurde verletzt. Wie sich später herausstellte, stammten die Schüsse von einer Jagd, meldet das Main Echo am 27.2.2019.

19.2.19: Hund "schießt" - Jäger muss Waffe abgeben

Das Verwaltungsgericht München hat die Klage eines Jägers gegen den Entzug seiner Waffenbesitzkarte abgewiesen. Dies meldet ntv am 19.2.2019. Was war passiert? Während ein Jäger aus Bayern sich mit einer Passantin unterhielt, soll sein Hund im Auto einen Schuss aus dem geladenen Jagdgewehr ausgelöst haben. Der Schuss traf den Jäger in den Arm.
Das Gericht teilte die Ansicht des Landratsamtes, dass der Jäger nicht zuverlässig genug sei, um eine Schusswaffe zu kaufen oder zu besitzen, "weil anzunehmen ist, dass er mit Waffen oder Munition auch künftig nicht vorsichtig umgehen wird". Der Transport einer geladenen Waffe im Auto ist verboten.

18.2.19: Jogger angeschossen - Jagdschein weg

Ein Jäger aus dem Landkreis Schaumburg, der aus Versehen einen Jogger angeschossen hat, darf zum Schutz der Allgemeinheit nicht weiter jagen. Der NDR berichtet am 18.2.2019, dass der Jäger im Juli 2018 einen 31-jährigen Mann, der mit seinen drei Kindern unterwegs war, am Kopf getroffen und verletzt hatte. Jetzt hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass der Jäger seinen Jagdschein abgeben muss, weil ein zukünftiger verantwortungsvoller Umgang mit Jagdwaffen nicht zu erwarten sei. Zudem hatte der Jäger den Schuss zunächst geleugnet.

1.2.19: Jäger verschanzt sich mit Schusswaffen

Weil ein bewaffneter Mann, der als Jäger legal über mehrere Waffen verfügte, sich in seiner Wohnung verschanzt hatte, kam es im unterfränkischen Iphofen zu einen Großeinsatz der Polizei: Teile der Innenstadt wurden abgesperrt, ein Spezialeinsatzkommando rückte an. Dies berichtet FOCUS online am 1.2.2019. Demnach hatten Angehörige des 78-jährigen Jägers die Polizei alarmiert - wegen familiärer Probleme war es offenbar zu einer Bedrohungssituation gekommen.

25.1.19: Jäger erschießt aus Versehen Tochter

Ein Jäger aus Karlsruhe hat in der eigenen Wohnung seine 19 Jahre alte Tochter erschossen. Dies berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 25.1.2019. Der 56-jährige Mann wollte gerade die Wohnung verlassen, um zur Jagd zu gehen, als sich ein Schuss aus einem Gewehr löste und die Tochter traf, so Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe in einer Pressemeldung. Die 19-Jährige sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber wenig später gestorben. Der Jäger besaß die Waffe legal – gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die Zeitung erinnert daran, dass es 2016 im Hohenlohekreis einen ähnlichen Fall gab: Ein 52-jähriger Jäger hatte zu Hause beim Hantieren mit einer Schrotflinte aus Versehen seine 16-Jährige Tochter erschossen.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg hat sich beeilt, die Zahl der Jagdunfälle herunterzuspielen: Nach Zahlen des Deutschen Jagdverbands seien 2017 zwei Menschen getötet und zwei verletzt worden, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Wie der Jagdverband die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen zählt, bleibt schleierhaft.
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd, welche die Opfer von Jagd und Jägern seit 2001 auf der Grundlage von Presseberichten dokumentiert, hat für 2017 mindestens 31 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen aufgelistet.

Doch zählen Sie selbst

22.1.19: Jagdunfall - Querschläger trifft Jäger

Bei einer Jagd im Südharz hat sich am 21.1.2019 ein Jagdunfall ereignet: Laut Polizei wurde ein 67-Jäger vermutlich von einem Querschläger getroffen und leicht verletzt, so die Mitteldeutsche Zeitung am 22.1.2019. Die Kriminalpolizei ermittelt.

15.1.19: Jagender Bischof schoss anderen Jäger an

Bei einem organisierten Jagdausflug in Kroatien hat ein Bischof statt eines Wildschweins einen 64-jährigen Jagdkollegen getroffen und schwer verletzt. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung am 15.1.2019. Demnach will die Polizei ein Strafverfahren gegen den Schützen einleiten.

„Örtlichen Medien zufolge ist der Bischof als eifriger Jäger bekannt“, so die Tiroler Tageszeitung. In Online-Netzwerken erntete der katholische Geistliche wegen des folgenreichen Fehlschusses viel Kritik: „Was tut ein Bischof bei der Jagd? Gottes Geschöpfe töten? Ist das nicht gegen seinen Dienst und den Glauben, den er predigt?“

9.1.19: Jäger erschießt Hund 100 Meter vom Haus

„Jäger erschießt Hund – nur 100 Meter vom Haus seiner Halterin entfernt“, titelt das Göttinger Tageblatt am 9.1.2019 und schreibt: „Eigentlich wollte ein Ehepaar nur mit ihren beiden Hunden spazieren gehen. Doch einer der beiden Tiere konnte es nicht erwarten und rannte allein los – mit dramatischen Folgen.“ Laut Polizei Waldkirchen (Bayern) hat ein Jäger im am Abend des 3. Januar einen Australian Shepherd erschossen – nur etwa 100 Meter von ihrem Wohnhaus entfernt. Gegenüber der Polizei begründete der die Entscheidung damit, dass der Hund gewildert habe.

9.1.19: Schuss - Jäger erschreckt Spaziergänger

In Bielefeld hat ein Jäger mitten am Tag in der Grünanlage geschossen – während Spaziergänger unterwegs waren. Die Neue Westfälische berichtet am 9.1.2019 von einer 52-jährigen Bielefelderin, die mit ihrem Freund einen Spaziergang oberhalb der Winzerschen Gärten machte. Gegen 10.15 Uhr sei plötzlich in ihrer Nähe ein Schuss gefallen. „Im selben Moment fällt rechts von uns eine Taube tot vom Baum", so die Frau gegenüber der Zeitung. Eine Nachfrage beim Ordnungsamt bestätigte, dass ein Jäger vor Ort war. „Grundsätzlich haben wir Erlaubnisse zur beschränkten Jagd auf Friedhöfen sowie in Kleingarten- oder Grünanlagen“, so die Information vom Ordnungsamt. „An dem Ort und zu diesem Zeitpunkt hat der Erlaubnisinhaber tatsächlich eine Taube geschossen." Die Spaziergänger habe der Jäger erst zum Zeitpunkt der Schussabgabe im Augenwinkel gesehen. Ihm zufolge seien die Spaziergänger nicht in Gefahr gewesen. Das sehen die Spaziergänger aber anders: „Aus unserer Sicht war das ganz schön knapp."

7.1.19: Hat ein Jäger die Frau erschossen?

„Hat ein Jäger die dreifache Mutter erschossen?“, fragt RTL am 7.1.2019. In der Silvesternacht war eine Frau aus Kiel direkt vor ihrer Haustür zusammengebrochen – sie war von einem Projektil in den Kopf getroffen worden und starb im Krankenhaus. Laut Gerichtsmedizinern deuteten die Verletzungen auf ein Zerlegungsgeschoss hin, wie sie von Jägern verwendet werden. Die Untersuchungen zum Fall laufen noch.

4.1.19: Jogger angeschossen - Jagdschein weg

Ein Jäger aus Niedersachsen verliert wohl seinen Jagdschein. Dies berichtet der NDR am 4.1.2019. Demnach hatte der Jäger einen Jogger angeschossen: „Der 31-jährige Familienvater war mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg bei Lauenhagen unterwegs, als er einen Schlag am Kopf spürte und zu Boden ging“, so der NDR. Der Jäger hatte wohl unachtsam mit seinem Gewehr hantiert. Nun hat die untere Waffenbehörde des Landkreises Schaumburg entschieden, dass der Mann Jagdschein und Waffenbesitzkarte abgeben muss. Der Jäger kann aber gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.