Jagdunfälle / Straftaten 2019

27.2.19: Polizeikommissar wegen Jagd tot

Weil bei Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau) Schüsse gemeldet worden waren, setzten sich zwei Polizeibeamte Polizeiautobahnstation Südhessen in den Einsatzwagen. Auf dem Weg zum Einsatz kamen die Beamten von der Straße ab. Ein 33-jähriger Polizeikommissar starb an den Folgen des Unfalls, sein 45-jähriger Kollege wurde verletzt. Wie sich später herausstellte, stammten die Schüsse von einer Jagd, meldet das Main Echo am 27.2.2019.

19.2.19: Hund "schießt" - Jäger muss Waffe abgeben

Das Verwaltungsgericht München hat die Klage eines Jägers gegen den Entzug seiner Waffenbesitzkarte abgewiesen. Dies meldet ntv am 19.2.2019. Was war passiert? Während ein Jäger aus Bayern sich mit einer Passantin unterhielt, soll sein Hund im Auto einen Schuss aus dem geladenen Jagdgewehr ausgelöst haben. Der Schuss traf den Jäger in den Arm.
Das Gericht teilte die Ansicht des Landratsamtes, dass der Jäger nicht zuverlässig genug sei, um eine Schusswaffe zu kaufen oder zu besitzen, "weil anzunehmen ist, dass er mit Waffen oder Munition auch künftig nicht vorsichtig umgehen wird". Der Transport einer geladenen Waffe im Auto ist verboten.

18.2.19: Jogger angeschossen - Jagdschein weg

Ein Jäger aus dem Landkreis Schaumburg, der aus Versehen einen Jogger angeschossen hat, darf zum Schutz der Allgemeinheit nicht weiter jagen. Der NDR berichtet am 18.2.2019, dass der Jäger im Juli 2018 einen 31-jährigen Mann, der mit seinen drei Kindern unterwegs war, am Kopf getroffen und verletzt hatte. Jetzt hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass der Jäger seinen Jagdschein abgeben muss, weil ein zukünftiger verantwortungsvoller Umgang mit Jagdwaffen nicht zu erwarten sei. Zudem hatte der Jäger den Schuss zunächst geleugnet.

1.2.19: Jäger verschanzt sich mit Schusswaffen

Weil ein bewaffneter Mann, der als Jäger legal über mehrere Waffen verfügte, sich in seiner Wohnung verschanzt hatte, kam es im unterfränkischen Iphofen zu einen Großeinsatz der Polizei: Teile der Innenstadt wurden abgesperrt, ein Spezialeinsatzkommando rückte an. Dies berichtet FOCUS online am 1.2.2019. Demnach hatten Angehörige des 78-jährigen Jägers die Polizei alarmiert - wegen familiärer Probleme war es offenbar zu einer Bedrohungssituation gekommen.

25.1.19: Jäger erschießt aus Versehen Tochter

Ein Jäger aus Karlsruhe hat in der eigenen Wohnung seine 19 Jahre alte Tochter erschossen. Dies berichtet die Mitteldeutsche Zeitung am 25.1.2019. Der 56-jährige Mann wollte gerade die Wohnung verlassen, um zur Jagd zu gehen, als sich ein Schuss aus einem Gewehr löste und die Tochter traf, so Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe in einer Pressemeldung. Die 19-Jährige sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber wenig später gestorben. Der Jäger besaß die Waffe legal – gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die Zeitung erinnert daran, dass es 2016 im Hohenlohekreis einen ähnlichen Fall gab: Ein 52-jähriger Jäger hatte zu Hause beim Hantieren mit einer Schrotflinte aus Versehen seine 16-Jährige Tochter erschossen.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg hat sich beeilt, die Zahl der Jagdunfälle herunterzuspielen: Nach Zahlen des Deutschen Jagdverbands seien 2017 zwei Menschen getötet und zwei verletzt worden, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Wie der Jagdverband die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen zählt, bleibt schleierhaft.
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd, welche die Opfer von Jagd und Jägern seit 2001 auf der Grundlage von Presseberichten dokumentiert, hat für 2017 mindestens 31 Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen aufgelistet.

Doch zählen Sie selbst

22.1.19: Jagdunfall - Querschläger trifft Jäger

Bei einer Jagd im Südharz hat sich am 21.1.2019 ein Jagdunfall ereignet: Laut Polizei wurde ein 67-Jäger vermutlich von einem Querschläger getroffen und leicht verletzt, so die Mitteldeutsche Zeitung am 22.1.2019. Die Kriminalpolizei ermittelt.

15.1.19: Jagender Bischof schoss anderen Jäger an

Bei einem organisierten Jagdausflug in Kroatien hat ein Bischof statt eines Wildschweins einen 64-jährigen Jagdkollegen getroffen und schwer verletzt. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung am 15.1.2019. Demnach will die Polizei ein Strafverfahren gegen den Schützen einleiten.

„Örtlichen Medien zufolge ist der Bischof als eifriger Jäger bekannt“, so die Tiroler Tageszeitung. In Online-Netzwerken erntete der katholische Geistliche wegen des folgenreichen Fehlschusses viel Kritik: „Was tut ein Bischof bei der Jagd? Gottes Geschöpfe töten? Ist das nicht gegen seinen Dienst und den Glauben, den er predigt?“

9.1.19: Jäger erschießt Hund 100 Meter vom Haus

„Jäger erschießt Hund – nur 100 Meter vom Haus seiner Halterin entfernt“, titelt das Göttinger Tageblatt am 9.1.2019 und schreibt: „Eigentlich wollte ein Ehepaar nur mit ihren beiden Hunden spazieren gehen. Doch einer der beiden Tiere konnte es nicht erwarten und rannte allein los – mit dramatischen Folgen.“ Laut Polizei Waldkirchen (Bayern) hat ein Jäger im am Abend des 3. Januar einen Australian Shepherd erschossen – nur etwa 100 Meter von ihrem Wohnhaus entfernt. Gegenüber der Polizei begründete der die Entscheidung damit, dass der Hund gewildert habe.

9.1.19: Schuss - Jäger erschreckt Spaziergänger

In Bielefeld hat ein Jäger mitten am Tag in der Grünanlage geschossen – während Spaziergänger unterwegs waren. Die Neue Westfälische berichtet am 9.1.2019 von einer 52-jährigen Bielefelderin, die mit ihrem Freund einen Spaziergang oberhalb der Winzerschen Gärten machte. Gegen 10.15 Uhr sei plötzlich in ihrer Nähe ein Schuss gefallen. „Im selben Moment fällt rechts von uns eine Taube tot vom Baum", so die Frau gegenüber der Zeitung. Eine Nachfrage beim Ordnungsamt bestätigte, dass ein Jäger vor Ort war. „Grundsätzlich haben wir Erlaubnisse zur beschränkten Jagd auf Friedhöfen sowie in Kleingarten- oder Grünanlagen“, so die Information vom Ordnungsamt. „An dem Ort und zu diesem Zeitpunkt hat der Erlaubnisinhaber tatsächlich eine Taube geschossen." Die Spaziergänger habe der Jäger erst zum Zeitpunkt der Schussabgabe im Augenwinkel gesehen. Ihm zufolge seien die Spaziergänger nicht in Gefahr gewesen. Das sehen die Spaziergänger aber anders: „Aus unserer Sicht war das ganz schön knapp."

7.1.19: Hat ein Jäger die Frau erschossen?

„Hat ein Jäger die dreifache Mutter erschossen?“, fragt RTL am 7.1.2019. In der Silvesternacht war eine Frau aus Kiel direkt vor ihrer Haustür zusammengebrochen – sie war von einem Projektil in den Kopf getroffen worden und starb im Krankenhaus. Laut Gerichtsmedizinern deuteten die Verletzungen auf ein Zerlegungsgeschoss hin, wie sie von Jägern verwendet werden. Die Untersuchungen zum Fall laufen noch.

4.1.19: Jogger angeschossen - Jagdschein weg

Ein Jäger aus Niedersachsen verliert wohl seinen Jagdschein. Dies berichtet der NDR am 4.1.2019. Demnach hatte der Jäger einen Jogger angeschossen: „Der 31-jährige Familienvater war mit seinen drei Kindern auf einem Feldweg bei Lauenhagen unterwegs, als er einen Schlag am Kopf spürte und zu Boden ging“, so der NDR. Der Jäger hatte wohl unachtsam mit seinem Gewehr hantiert. Nun hat die untere Waffenbehörde des Landkreises Schaumburg entschieden, dass der Mann Jagdschein und Waffenbesitzkarte abgeben muss. Der Jäger kann aber gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.