Treibjagd: Spaziergänger in Panik vor Schüssen

Am Samstag, den 14.2.2015, erlebten Spaziergänger im Kempener Ortsteil St.Hubert (NRW) mit ihren Hunden sowie Reiter mit ihren Pferden Momente von Angst und Panik, als den ganzen Tag über immer wieder Schüsse fielen.
Ein betroffener Spaziergänger, der an dem Tag mit seinen beiden Hunden unterwegs war, wandte sich daraufhin in einem Schreiben an das zuständige Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und an die untere Jagdbehörde. Was er erlebt habe, sei „unbeschreiblich“ gewesen:


„Es knallte dort bereits seit Sonnenaufgang. Man konnte die Schüsse jedoch nicht einwandfrei einordnen. Woher kamen die Schüsse? In welche Richtung zielen diese? Alle Spaziergänger, die ich auf meinem Weg traf, waren alle sehr erschrocken über die Schüsse im Morgengrauen.“
Weiter heißt es in dem Schreiben des betroffenen Bürgers vom 16.2.2015 an das Ministerium:
„Als ich am Nachmittag unterwegs war, kamen mir zwei Reiter entgegen, die Ihre Pferde aufgrund der andauernden Schüsse kaum halten konnten.
Einer Spaziergängerin war der Hund weggelaufen, da sich dieser vor lauter Angst aus den Halsband gezogen hatte.
Nachdem es im Bereich St. Hubert, während einer Jagd, bereits im Dezember 2014 zu einem Jagdunfall kam, frage ich mich, warum derartige Jagdtätigkeit nicht vorab z.B. durch Aufstellen von Warn- oder Hinweisschildern angezeigt wird.
Alle Leute, die ich in dem Bereich getroffen habe, waren empört über die ganztägige Jagdtätigkeit.
Es wurde mehrfach von Angst gesprochen, von einer verirrten Kugel getroffen zu werden.
Muss es erst wieder zu einem dann "bedauerlichen" Unfall kommen?
Bürgerrechte zählen anscheinend heute wenig.
Hätte man am Samstag die Spaziergänger befragt, wäre mit Sicherheit 90% für eine Abschaffung der Jagd gewesen.“

Bereits einen Tag später erhielt der betroffene Bürger ein Antwortschreiben des zuständigen Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.
Hier heißt es: „Zunächst möchte ich ausdrücklich betonen, das ich Ihre Situation und die damit ausgelösten Ängste durch die Jagdausübung anlässlich Ihres Spaziergangs verstehen und nachvollziehen kann. Plötzliche Schussabgaben werden unweigerlich von Passanten unvorbereitet als Gefahr wahrgenommen. Ich begrüße es daher sehr, dass Sie geschrieben haben und damit für das Thema aus Sicht Betroffener sensibilisieren.“
Anschließend geht der Behördenmitarbeiter darauf ein, dass bei jeder Jagd der Jagdleiter für einen gefahrlosen Ablauf der Jagd zuständig sei.
„Ich stimme Ihnen zu, dass das Aufstellen von Warnschildern über eine stattfindende Gesellschaftsjagd zweckmäßig ist. Eine Verpflichtung zum Aufstellen von Warnschildern besteht jedoch nicht.“
Die zuständige untere Jagdbehörde werde gebeten, die Jagdausübungsberechtigten darauf hinzuweisen, über stattfindende Gesellschaftsjagden in geeigneter Weise zu informieren, so der Schluss des Schreibens aus dem Ministerium.

Ob dies die Spaziergänger, die an diesem Samstag Angst vor den Schüssen hatten und fürchteten, von verirrten Kugeln getroffen zu werden, beruhigt?




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