Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Bei einer Felderjagd im Landkreis Würzburg hat ein 74-jähriger Jäger Statt eines Wildschweins hat Statt eines Wildschweins einen 67-jährigen Jagdkollegen getroffen. Dies meldet das Polizeipräsidium Unterfranken am 23.10.2015.
Wieder und wieder erschüttern Meldungen über Jagdunfälle, Straftaten mit Jägerwaffen und Bedrohungen durch Jäger die Öffentlichkeit. Wer weiß schon, dass hunderte Menschen in den letzten zehn Jahren in durch Jäger und Jägerwaffen starben?
Die Initiative zur Abschaffung der Jagd dokumentiert seit 2002 bis zu jährlich 40 Tote durch Jäger und Jägerwaffen. Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, der oder die Angeschossene aber verletzt – oft auch schwer verletzt - ins Krankenhaus muss. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch Ehefrauen, Familienmitglieder und Nachbarn von Jägern sowie Spaziergänger, Radfahrer, Liebespaare, Kinder...


Hier einige Meldungen der letzten Wochen:

In der Nähe von Göttingen haben Jäger auf einen 14-jährigen Schüler geschossen, der mit seinem Fahrrad unterwegs zum Sport war: „Er hat sich auf den Boden geworfen, hat seine rote Schultasche immer wieder in die Luft geworfen und geschrien. Dennoch haben Jäger am Montagnachmittag noch dreimal in die Richtung eines 14-jährigen Jungen geschossen, um ein verletztes, fliehendes Wildschwein zu treffen“, berichtet das Göttinger Tageblatt am 6.10.2015.
Bei einer Erntejagd auf Wildschweine kam es im Havelland bei Berlin zu einem schweren Unfall (Märkische Allgemeine, 6.10.2015).
Im Hunsrück hat ein Jäger erst seine Frau und dann sich selbst erschossen (SWR, 29.9.2015).
Zwei Traktorfahrer wurden in Sachsen-Anhalt von Jägern angeschossen (BILD, 16.9.2015).
In Lübeck hat ein Jäger eine Radfahrerin niedergeschossen
(BILD, 14.9.2015).
Im Havelland schoss ein Jäger vom Hochsitz aus auf ein Pärchen: Der 31-jährige Mann wurde erschossen, seine 23-jährige Freundin schwer verletzt, so dass sie notoperiert werden musste.
(Märkische Allgemeine am 10.9.2015).
Ein 12-jähriger Junge wurde im Neckar-Odenwald-Kreis angeschossen und schwer verletzt: „Das Kind saß auf dem Beifahrersitz eines Maishäckslers, als es von der Kugel eines Jagdgewehrs am Bein getroffen wurde“, so die
Südwest Presse am 7.9.2015.

Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über 800 Jagdunfälle (andere Quellen sprechen von bis 1600) gemeldet. Hinzu kommt: Tödliche Beziehungsdramen mit Jagdwaffen (Jäger erschießt Frau oder Nachbarn) gelten nicht als Jagdunfall, sondern als Straftat. Weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die „Strecke“ der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys.

Jagdverband rät Waldbesuchern zu Warnkleidung

Der Jagdverband Schleswig-Holstein reagiert auf die aktuellen Jagdunfälle mit einem Toten und mehreren Verletzten nicht damit, seine Jäger zurückzupfeifen, nein: Stattdessen sollen sich Waldbesucher mit Warnkleidung ausstatten, berichtet das Flensburger Tageblatt am 16.9.2015. Denn: Jäger müssten ihr Jagdgebiet nicht sonderlich kennzeichnen. Daher sei es immer und gerade für Jogger ratsam, in der dunklen Jahreszeit Warnkleidung zu tragen, so Jagdverbandssprecher Marcus Börner gegenüber dem Flensburger Tageblatt.

Die Natur braucht keine Jäger

Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.
Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern!"

Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Immer mehr Jäger geben inzwischen selbst zu, dass sie Tierbestände nicht wirklich regulieren können und „Hege“, und „Wildschadensvermeidung“ nur als Begründungen für „Lust“, „Beutemachen“ und den „Kick“ vorgeschoben sind.

„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!“
Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!




Jagdunfall: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!
Fuchsbandwum: Risikofaktor Jagd