Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Jäger bedrohen Menschen mit der Waffe oder treffen sie »aus Versehen« statt eines Wildtiers, Kugeln schlagen in Häuser oder vorbeifahrende Autos ein oder treffen Radfahrer: Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!
Lesen Sie unsere Dokumentation Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2014.


Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Warum Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

Die Natur braucht keine Jäger!

Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen National­parks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.

Vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!



Hier einige Meldungen aus zwei Monaten:

29.10.14: Deutscher Jäger erschießt Freund in Russland
Ein Jäger aus Wiesbaden war nach Russland geflogen, weil er einen 700-Kilo-Elch schießen wollte. Stattdessen erschoss er aus Versehen seinen Jagdführer. (BILD Frankfurt, 29.10.2014)
27.10.14: 16-Jährigen erschossen - Jäger verurteilt
Ein 81-jähriger Jäger wurde vom Landgericht Stade wegen Totschlags in einem minderschweren Fall für schuldig erachtet, weil er 2010 einen 16-Jährigen erschossen hatte. Das Urteil: Freiheitsstrafe von 9 Monaten auf Bewährung. (SPIEGEL online, 27.10.2014)

26.10.14: Auf Fuchs geschossen, Auto getroffen
Ein Jäger hat bei einer Treibjagd im österreichischen Waizenkirchen auf einen Fuchs geschossen und ein vorbeifahrendes Auto getroffen. Der Fahrer erlitt einen Schock. (Tiroler Tageszeitung)

24.10.14: Jäger traf Kinderzimmerfenster
Der Schuss eines 77-jährigen Jägers hat im österreischischen Bezirk Grieskirchen ein Kinderzimmerfenster getroffen. (heute.at)

18.10.14: Statt Rebhuhn Jäger getroffen
Bei einer Treibjagd im österreichischen Bezirk Neusiedl feuerte ein Jäger auf ein auffliegendes Rebhuhn und traf seinen Jagd­kollegen. (Tiroler Tageszeitung, 18.10.2014)

14.10.14: Bekannte Radrennfahrerin angeschossen
Die bekannte Radrennfahrerin Christiane Koschier-Bitante wurde beim Training vor einem Radrennen nahe der norditalienischen Stadt Vicenza von einem Jäger angeschossen und an einem Bein, am Arm und an der linken Hüfte verletzt. Der Jäger hatte neben der Straße Jagd auf Hasen gemacht. (oe24, 14.10.2014)

10.10.14: Jäger mit Wildschwein verwechselt
Zwei Jäger, die voneinander nichts wussten, waren in einem Jagdrevier im Landkreis Regensburg unterwegs, um Wildschweine zu jagen. In der Dunkelheit hat der eine Jäger den anderen mit einem Wildschwein verwechselt und schwer verletzt. (wochenblatt.de)

4.10.14: Jäger versetzen Anwohner in Angst
In Kirchlinteln fühlen sich Anwohner von zwei Jägern bedroht: Diese würden aggressiv gegenüber den Anwohner auftreten und in Richtung Neubaugebiet schießen. (Weser Kurier, 4.10.2014)

24.9.14: Jäger schießt sich im Maisfeld selbst an
Ein 37-jähriger Jäger hat sich bei der Jagd auf Wildschweine in einem Maisfeld mit seiner Jagdwaffe selbst angeschossen. (Lausitzer Rundschau, 24.9.2014)

23.9.14: Jäger bedroht Taxifahrer mit Waffe
Ein 58-jähriger Jäger wurde in Herzogenrath von einem Sondereinsatzkommando der Polizei verhaftet, weil er mehrfach Taxifahrer mit einer Schusswaffe bedroht hatte. Die Polizei habe zwölf Schusswaffen und Munition beschlagnahmt. Der Jäger durfte seit 1976 Waffen legal führen. (Aachener Zeitung, 23.9.2014)

20.9.14: Jäger schoss Sohn auf der Jagd ins Schienbein
Nachdem ein 54-jähriger Jäger und sein 22-jähriger Sohn in der Schweiz eine Gemse erschossen hatten, löste sich ein Schuss und traf den Sohn ins Schienbein. »In der Schweiz kommt es immer wieder zu Jagdunfällen«, so BLICK am 20.09.2014.

13.9.14: Jäger stirbt bei Unfall mit Gewehr
Im österreichischen Bezirk Mistelbach wurde ein 72-jähriger Jäger beim Hantieren mit seinem Gewehr von einer Schrotladung tödlich getroffen. Offenbar hatte er vor, mit der Waffe auf die Jagd zu gehen. (ORF, 13.9.2014)

5.9.14: Jäger schießt seinem Sohn ins Bein
Ein 59-jähriger Politiker und passionierter Jäger aus Dinslaken hat am 4.9.2014 seinem 29-jährigen Sohn im Streit ins Bein geschossen und schwer verletzt. (BILD, 5.9.2014)

4.9.14: Jäger bedroht Pilzsammler mit der Flinte
Bei einem Streit ums Revier im Tessin drohte ein Jäger, einen Pilzsammler zu erschießen. In einem anderen Waldstück sei es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. (BLICK, 4.9.2014)

1.9.14: Jäger erschoss Finanzbeamten
Ein Jäger hat am 1.9.2014 im Finanzamt Rendsburg im Streit einen 58-jährigen Sachgebietsleiter erschossen. (shz.de, 1.9.2014)

25.8.14: Wildschweinjagd: Jäger erschießt Treiber
Bei einer Jagd auf Wildschweine in einem Maisfeld im Main-Tauber-Kreis hat ein 74-jähriger Jäger einen Treiber erschossen. (Polizeipräsidium Heilbronn) Bereits im Juli 2014 waren bei Erntejagden auf Wildschweine zwei Menschen schwer verletzt worden.




Immer mehr jagdfreie Grundstücke in Deutschland
BVerG: Null-Promille-Grenze für Jäger