Tierschutzorganisationen stellen Strafanzeige

Im Auftrag von mehreren Tierschutzorganisationen, darunter der Initiative zur Abschaffung der Jagd und PETA Deutschland e.V., wurde am 5.2.2014 Strafanzeige [186 KB] gegen die Verantwortlichen einer riesigen revierübergreifenden Treibjagd bei der Staatsanwaltschaft Hechingen eingereicht. Bei der ganze 11 (!) Reviere umfassenden Treibjagd im Waldgebiet zwischen Inzigkofen, Göggingen und Meßkirch hatten 181 Jäger, 100 Treiber und 60 Hunde am 7.12.2013 innerhalb von drei Stunden 81 Wildschweine zur Strecke gebracht. Dabei wurden so viele Wildschweine abgeschossen wie sonst in einem ganzen Jahr!
Lesen Sie die Strafanzeige [186 KB]

Die Medien hatten bereits im Vorfeld über die geplante Strafanzeige berichtet:
"Tierschützer bereiten nach Drückjagd Strafanzeige vor" (Südkurier, 17.12.2013)
"Tierschutzorganisation „Peta“ sieht Verstöße gegen Jagdrecht und das Tierschutzgesetz" (Südkurier, 18.12.2013)
"Rechtsanwalt will Jäger anzeigen - Die Drückjagd in und um Meßkirch ruft Tierschützer und die Justiz auf den Plan" (Schwäbische Post, 23.12.2013)


Abartige Auswüchse der Jagd

Meßkirch: 181 Jäger und 100 Treiber erlegen 81 Wildschweine
Tierschutzorganisationen reichen Strafanzeige ein
 
Wie einem Pressebericht in der Schwäbischen Zeitung vom 12.12.2013 zu entnehmen war, sind bei einer revierübergreifenden Treibjagd am 07.12.2013 im Waldgebiet zwischen Inzigkofen, Göggingen und Meßkirch 81 Wildschweine erlegt worden. Das entspreche dem durchschnittlichen Streckenergebnis eines ganzen Jagdjahres in diesem Raum. Das heißt: Innerhalb von drei Stunden wurden so viele Wildschweine abgeschossen wie sonst in einem ganzen Jahr. An der Jagd beteiligt haben sich Presseberichten zufolge 181 Jäger und 100 Treiber. Zudem kamen 60 Jagdhunde zum Einsatz. Die Hegeringe Sigmaringen und Meßkirch und der Bauernverband hatten zu dieser revierübergreifenden Drückjagd aufgerufen. Insoweit wurde von einem „Pilotprojekt“ gesprochen.
 
PETA Deutschland e.V.: „Abartige Auswüchse der Jagd“
 
Bei einer Jagd mit 181 Jägern, 100 Treibern und 60 Hunden handelt es sich um einen abartigen Auswuchs der Jagd, der nicht weidgerecht sein kann, sagt Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. „Statt derartige Massaker an Wildschweinen zu begehen, sollten die Jäger erst einmal damit aufhören, das Schwarzwild mit Tonnen von Futter zu mästen“, so Dr. Haferbeck.
 
Verstöße gegen geltendes Recht! Strafanzeige eingereicht 
 
Die Tierschutzorganisationen haben heute bei der Staatsanwaltschaft Hechingen Strafanzeige gegen die Verantwortlichen dieser Treibjagd eingereicht. Ihr Rechtsanwalt Dominik Storr ist der Auffassung, dass die von den Hegeringen Sigmaringen und Meßkirch sowie dem Bauernverband organisierte Jagd gleich in mehreren Punkten gegen das geltende Jagdrecht und das Tierschutzgesetz verstößt: Zum einen würden Wildschweine wie Schädlinge behandelt werden. Für Schädlingsbekämpfung seien die Jäger aber gar nicht zuständig. Zudem gebe es für revierübergreifende Jagdausübungsmaßnahmen keine gesetzliche Grundlage, da in Deutschland nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers das strenge Revierprinzip gelte. Folgerichtig habe daher der Gesetzgeber in Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland sein Jagdgesetz entsprechend geändert und darin explizit aufgenommen, dass Hegegemeinschaften auch "jagdbezirksübergreifende Bejagungen" durchführen können. Hinzu komme, dass bei Jagden dieser Größenordnung nicht von einer weidgerechten Jagdausübung ausgegangen werden könne. Durch diese Verstöße sei kein rechtfertigender Grund für die Tötung von Wirbeltieren vorhanden. Dadurch hätten sich die verantwortlichen Personen mutmaßlich nach § 17 TierSchG strafbar gemacht.
 
Auch Blumberger Jäger kritisieren revierübergreifende Drückjagden
 
Ausgerechnet von Jägern erhalten die Tierschutzorganisationen Schützenhilfe: Im benachbarten Hegering Blumberg haben 13 langjährige Jagdpächter ihre auslaufenden Jagdpachtverträge aus Protest gegen die revierübergreifenden Drückjagden nicht verlängert: Sie prangern die großen revierübergreifenden Drückjagden als "nicht waidgerecht" und "unethisch" an, weil "nur noch der Abschuss des Wildes" zähle. Dies berichteten der Südkurier und der Schwarzwälder Bote am 04.02.2014. Die 13 langjährigen Jagdpächter begründen dies in einem Offenen Brief, aus dem der Südkurier wie folgt zitiert:
 
"Wir lehnen diese Art der Jagd aus ethischen Gründen ab." Lesen Sie hierzu:
"13 langjährige Jagdpächter werfen ihre Flinten ins Korn" (Südkurier, 4.4.2014)
"Regiejagd bleibt Stein des Anstoßes" (Schwarzwälder Bote, 4.4.2014)

 
Neustadt am Main, den 05.02.2014
  
Rechtsanwalt 
Dominik Storr
Erlacherstraße 9
97845 Neustadt am Main OT Erlach
Telefon: +49 (0) 9393-99320-3
Telefax: +49 (0) 9393-99320-9
Email: info@buergeranwalt.com
Internetauftritt: www.dominik-storr.de




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