Anti-Jagd-Demo auf dem Kurfürstendamm 



Was ist die Initiative zur Abschaffung der Jagd?

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd versteht sich als Zusammenschluss von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die den alltäglichen Wahnsinn in unseren Wäldern nicht mehr länger dulden wollen. Aus ethischen und ökologischen Gründen lehnen sie die Jagd in Europa grundsätzlich ab und streben das Ziel eines generellen Jagdverbots über rationale und effektive Öffentlichkeitsarbeit einerseits sowie politische Einflussnahme andererseits an. Die Initiative zur Abschaffung der Jagd ist ganz bewusst kein Verein. Die Initiative will nicht in Konkurrenz zu den zahlreichen Naturschutz-, Tierschutz- und Tierrechtsvereinen treten, sondern integrativ tätig sein. Man kann sich die Initiative als ein Netzwerk von Organisationen und Einzelpersonen vorstellen, das die Kräfte all derjeniger bündelt, die für die wildlebenden Tiere in unseren Wäldern und Feldern eintreten wollen.


Initiative zur Abschaffung der Jagd
Kurt Eicher, Biologe Studiendirektor
Derfflingerstr. 2
74080 Heilbronn

Tel.: 07131/48 12 63

e-mail: info@abschaffung-der-jagd.de

Besuchen Sie auch unsere Seite
www.anti-jagd-demo.de






Spenden:

Initiative zur Abschaffung der Jagd
Kurt Eicher
Kreissparkasse Heilbronn
IBAN DE35 6205 0000 0001 566048



Jagd: Nebenform menschlicher Geisteskrankheit

 



Neuauflage des beliebten Flyers:

"Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit"(Prof. Dr. Theodor Heuss, 1. Präsident der Bundesrepublik Deutschland) [232 KB]

Bestellung über unseren Shop oder per e-mail:
info@abschaffung-der-jagd.de

Einzelne Exemplare kostenlos (gegen Portokosten), größere Mengen gegen Spende



 



»Historie« der Initiative zur Abschaffung der Jagd

Als über tausend Menschen im Oktober 2001 bei der ersten Demonstration für die Abschaffung der Jagd durch das Berliner Regierungsviertel zogen, war das Ziel klar: »Wir werden demonstrieren, bis die Jagd abgeschafft ist!« Vorbild waren die Montagsdemonstrationen, die etwas mehr als 10 Jahre zuvor zum Ende der DDR geführt hatten - die Menschen demonstrierten, »bis die Mauer weg ist«. Dennoch: An über 70 Demonstrationen in Folge - jeden 1. Samstag im Monat - hat damals wohl keiner gedacht.

Die rot-grüne Bundesregierung hatte 2002 die Novellierung des Bundesjagdgesetzes unter Tierschutzaspekten in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben - und die Initiative zur Abschaffung der Jagd war bei politischen Gesprächen im Vorfeld in Berlin dabei. 2004 war das Gesetz der Rot-Grünen Bundesregierung fix und fertig in der Schublade. Das geplante neue Jagdgesetz hätte natürlich noch nicht das Ende der Jagd bedeutet - aber es hätte keine Fallenjagd mehr gegeben, keine Haustierabschüsse mehr, längere Schonzeiten, die Liste der jagbaren Arten wäre zusammengestrichen worden. - Doch durch die vorgezogenen Neuwahlen und den Regierungswechsel war die Hoffnung auf eine schnelle Hilfe für die Tiere zunächst vorbei. Kurt Eicher und seine Mitstreiter ließen sich nicht entmutigen: »Wir werden weiter dran bleiben, bis sich für unsere wildlebenden Tiere wirklich etwas ändert! Es geht nicht um uns, sondern um die Tiere - und jedes Jahr werden 5 Millionen Wildtiere, ca. 300.000 Hauskatzen, ca. 35.000 Hunde von Jägern erschossen, erschlagen, in Fallen gefangen. Und was die wenigsten wissen: Jedes Jahr sterben allein in Deutschland etwa 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen!«

Die Tierschützer sind überzeugt: Es wird eine Zeit kommen, in der die Politiker in Sachen Jagd nicht mehr am Mehrheitswillen der Bevölkerung vorbeiregieren können: Seit Jahren zeigen repräsentative Umfragen übereinstimmend, dass über zwei Drittel der Bevölkerung der Jagd kritisch gegenüberstehen, sich für mehr Tierschutz aussprechen, gegen die Hobbyjagd sind oder die Jagd ganz abgeschafft sehen wollen.

Wenn die Politiker nicht handeln, wird es über die Gerichte gehen: Schließlich hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bereits im Jahr 1999 im Fall französischer Kläger entschieden, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn ein Grundstückseigentümer seinen Grund und Boden gegen seinen Willen bejagen lassen muss. Der Gesetzgeber in Deutschland hat dieses Urteil bislang nicht in geltendes Recht umgesetzt. Aber Menschenrechte sind Menschenrechte. Und so erging im Juli 2007 das gleiche Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Fall von Luxemburg: Die Zwangsbejagung verstößt gegen die Menschenrechte! Der erste Fall eines Zwangsbejagten aus Deutschland ist seit diesem Frühjahr vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anhängig...
Wenn die Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften in Deutschland abgeschafft ist, kann jeder Tierfreund sagen: Auf meinem Grundstück, in meinem Wald wird kein Hochsitz gebaut, keine Falle gestellt, wird kein Tier geschossen. Und dann kann auch in Deutschland der Beweis angetreten werden: Wir brauchen keine Jäger - die Natur reguliert sich selbst. In allen unbejagten Gebieten Europas wurde dieser Beweis längst erbracht!





Jagd: Blutende Wunde des Tierschutzes

Liebe Tierfreunde,

eine blutende Wunde des Tierschutzes ist die Jagd. Ihre Grausamkeit und Sinnlosigkeit wird immer mehr Menschen bewusst. Die Behauptung der Jäger, sie müssten aus ökologischen Gründen töten, wurde inzwischen von Fachleuten als Ausrede entlarvt. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die Jagd.

Doch die Jäger sind immer noch mächtig und wollen ihren blutigen Freizeitsport ungeschmälert fortsetzen. Dies ist nur möglich, weil auch diejenigen unter den Natur- und Tierschützern, die für eine Abschaffung der Jagd sind, ihre Kräfte nicht bündeln.

Unsere Initiative will die Öffentlichkeit aufklären und gegen die Fortsetzung der Jagd mobilisieren - durch Schriften, Anzeigen, Infostände und Demonstrationen. Gleichzeitig wollen wir für das Manifest »Schluss mit der Jagd! Lasst uns mit den Tieren Frieden schließen!« Unterschriften in der Bevölkerung sammeln. Unser Ziel, die Abschaffung der Jagd, verfolgen wir ausschließlich mit friedlichen und gewaltfreien Mitteln.

Die Forderung nach Abschaffung der Jagd richten wir auch an die Politiker. Dies ist aus ethischen, aber auch aus ökologischen Gründen schon lange überfällig und in einigen europäischen Ländern schon heute umgesetzt. Der erste Bundespräsident Theodor Heuss äußerte sich zur Jagd folgendermaßen: »Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform der menschlichen Geisteskrankheit.«

Wir möchten Sie im Namen aller verfolgten Wildtiere herzlich bitten, unsere Initiative zu unterstützen. Eine solche Unterstützung wäre es beispielsweise, wenn Sie in Ihrer Organisation und in Ihrem Bekanntenkreis unser Manifest bekannt machen und zur Unterzeichnung empfehlen würden. Auch auf den Coupon zur Bestellung weiterer Exemplare der Broschüre »Der Lust-Töter« dürfen wir Sie aufmerksam machen. Eine weitere Hilfe wäre es, wenn Sie über die von uns geplante Demonstration informieren und sich ebenfalls daran beteiligen könnten - als Organisation oder als einzelner Tierfreund, wie auch immer Sie es für zweckmäßig halten:

Bitte teilen Sie uns jetzt schon mit, mit wie vielen Personen Sie an der Demonstration teilnehmen würden.

Mit freundlichen Grüßen,

Kurt Eicher


Argumente für die Abschaffung der Jagd





Wussten Sie...

...dass durch den blutigen Krieg in Wald und Flur jedes Jahr über 5 Millionen Tiere umgebracht werden - oft auf grausamste Weise:
1.117.511 Rehe
854.324 Wildtauben
608.466 Füchse
526.003 Wildenten
512.050 Wildschweine
470.459 Hasen
sowie Wildkaninchen, Hirsche, Dachse, Wildgänse, Schwäne, Waschbären...!

...dass jedes Jahr auch ca. 300.000 Hauskatzen, ca. 35.000 Hunde sowie Ponies und Kühe auf der Weide, Zier-Enten, Minischweine, Lamas auf einem Gnadenhof Opfer von Jägern werden?

...dass im Jahr 2004 alleine in Deutschland über 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen ums Leben kamen?

...dass Jahr für Jahr über 800 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen verletzt werden, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen ein Bein amputiert werden muss?

...dass Fallen Tieren oft einen stundenlangen Todeskampf bereiten?

...dass Schrotladungen die Hasen wie kleine Kinder aufschreien lassen und »Deformationsgeschosse« Rehen und Hirschen die Innereien zerfetzen, damit sie auf der Flucht Spuren für die »Nachsuche« hinterlassen?

...dass etwa die Hälfte der Tiere nicht sofort tot ist und angeschossene Tiere noch stunden- oder sogar tagelang Qualen leiden?

...dass die Behauptung der Jäger, diese grausamen Massaker seien notwendig, um die Tierbestände zu regulieren, längst widerlegt ist?

...dass die Jäger inzwischen offen zugeben, dass es bei der Jagd um die »Lust am Töten« und »die Freude am Beute machen« geht?

...dass die überwiegende Mehrheit keine Berufsjäger sind, sondern die Jagd als Hobby und Freizeitvergnügen ausüben?

...dass nur etwa 0,3% der Menschen in Deutschland Jäger sind?

...dass laut repräsentativer Umfragen 80% der Bevölkerung diesen blutigen Freizeitsport ablehnen (EMNID-Institut Sept. 2003)?





Repäsentative Umfragen zur Jagd

Einstellung der Deutschen zur Jagd

GEWIS-Institut vom 29.07.2002:

68% “Der Staat sollte die Jagd auf wildlebende Tiere als Freizeitsport verbieten.”

12% “Ich bin für die generelle Abschaffung der Jagd.”

4% “Ich bin für eine Begrenzung der Jagd zugunsten des Tierschutzes.”

3% “Ich bin grundsätzlich gegen ein Jagdverbot.”

Quelle: Initiative zur Abschaffung der Jagd



EMNID-Umfrage vom 10.09.2003:

78% halten das jagdliche Töten von Tieren durch Hobbyjäger für eher schlecht

81% fordern ein Verbot der Jagd auf Zugvögel

77% befürworten ein Verbot von Totschlagfallen

65% sind der Auffassung, der Grundeigentümer muss selbst entscheiden dürfen,
ob seine Ländereien bejagt werden oder nicht

86% sprechen sich für eine Wiederholung der Schießleistungsprüfungen mindestens alle
3 Jahre aus

Quelle: Vogelschutzkomitee e.V.



EMNID-Umfrage vom 09.09.2004:

76,3% stehen der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ab

68,1% sind der Meinung, dass die Bundesregierung die Jagdausübung künftig stärker nach Gesichtspunkten des Natur- und Tierschutzes regulieren sollte

67,4 % befürworten ein generelles Verbot der Fallenjagd

80,4% sprechen sich für ein Verbot von Bleimunition aus

90% wünschen eine Überprüfung der Schießleistung von Jägern

Quelle: Tierschutzorganisation Vier Pfoten




www.abschaffung-der-jagd.de

 



Argumente für die Abschaffung der Jagd

Wir brauchen keine Jäger!


Jägerlüge Nr. 1:
Jäger schützen Wald und Feld vor Wildschäden.
FALSCH!


Die Jagd provoziert ganz im Gegenteil vielfach Wildschäden. Rehe sind z.B. von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Erst die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Durch die Jagd werden die Tiere unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht. Das verbreitete Argument, Wildtiere verursachten erhebliche Schäden, dient nur als Vorwand der Jäger, längere Jagdzeiten oder höhere Abschussquoten durchzusetzen. Oft sind die von Jägern verursachten Personen- und Sachschäden höher als der landwirtschaftliche Schaden durch Wildtiere.

Wie das Standardwerk »Vom Widersinn der Jagd« des Zoologen Carlo Consiglio von der Universität Rom nachweist, sind Verbissschäden in den meisten Fällen minimal und betreffen meist deutlich weniger als 2% an Pflanzen bzw. des Holzertrags. Außerdem können Schonungen und Jungwaldanpflanzungen z.B. durch Schutzzäune oder Netze vor Verbiss geschützt werden. Eine Studie für die Minister für Agrarwirtschaft in Brüssel zeigt des Weiteren auf: Wildschäden könnten fast vollständig vermieden werden, wenn der Mensch die Wildfütterung über das ganze Jahr ausdehnen würde (Ueckermann: Einfluss der Fütterung auf den Schälumfang des Rotwildes, 1985). Schließlich könnten die Behörden auch Schäden ersetzen, wie es z.B. im Falle von Manöverschäden durch Truppenübungen üblich ist.

In unbejagten Gebieten Europs, wie z.B. im Schweizer Nationalpark (seit fast 100 Jahren jagdfrei) nimmt die Größe des Waldes ständig zu!

»Fraß-Schäden« in Wald und Feld entstehen, weil man den Tieren heute keine Nahrung mehr lässt:

Früher fiel bei der Ernte auf den Feldern viel Getreide auf den Boden oder blieben noch Kartoffeln im Boden. Dadurch blieb immer etwas für die Tiere auf dem Feld.

Heute bleibt durch die modernen Maschinen nichts mehr übrig - man nimmt den Tieren jedes Korn weg.

Früher konnten Wildtiere auf Wiesenflächen, auf Brachen oder an ausgedehnten Waldrändern grasen.

Heute werden auch die Wiesen weitgehend landwirtschaftlich intensiv genutzt, die natürlichen Waldränder verschwunden, es gibt nur wenige Bracheflächen.

Früher wurden Felder und Wiesen natürlich bebaut.

Heute sind Felder und Wiesen durch Spritzmittel, Dünger sowie durch Mist und Gülle vergiftet, kein Kräutlein darf stehen bleiben. Dies führt zum Rückgang oder gar zum Aussterben von Tierarten, wie z.B. dem Feldhasen.

Die moderne Landwirtschaft hat den Wildtieren die Nahrungsquellen genommen. Der Jäger »reguliert« das Ungleichgewicht: Wenn Wildtiere in die Felder gehen um sich Nahrung zu holen, werden sie abgeknallt. Der Lebensraum für die Tiere hat sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter verengt - Verursacher ist der Mensch. Wäre es nicht Aufgabe des Menschen, den Tieren Lebensraum zurückzugeben?



Jägerlüge Nr. 2
Jäger sind Ersatz für ausgestorbene »Raub«-tiere
FALSCH!

Forschungen zeigen, dass so genannte Beutegreifer nicht für die Regulation, d.h. die zahlenmäßige Kontrolle ihrer Beutetiere, verantwortlich sind. Beutegreifer erbeuten bevorzugt alte, kranke und schwache Tiere bzw. fressen Aas und tragen so zu einem gesunden Wildbestand bei. Ein Jäger, der auf große Distanz schießt, kann nur in den seltensten Fällen beurteilen, ob ein Tier krank oder alt ist. Da Jäger aber vor allem auf prächtige Tiere, nämlich Trophäenträger, aus sind, führt die von Menschen praktizierte Jagd dagegen in aller Regel zu einer naturwidrigen Fehlauslese. Stimme eines Jägers: »Jagd bedeutet auch, nicht nur Schwaches und Krankes zu erlegen, sondern »überzählige« kerngesunde Tiere (wer will schon Krüppel und Kranke essen?).« (WILD UND HUND 13/2001)Wolf, Luchs und Braunbär wurden in Europa durch die Jagd praktisch ausgerottet, der Adler ist stark dezimiert - und die Rückkehr dieser Arten wird, wie das Beispiel des erschossenen Bären Bruno zeigt, aktiv verhindert. Mit dem Abschuss von bundesweit jährlich rund 700.000 Mardern, Füchsen und Wieseln dezimieren Jäger zudem die noch vorhandenen Beutegreifer - mit der schizophrenen Behauptung: »Fleischfresser nehmen dem Jäger die Beute weg.« Damit die Jäger genug zu schießen haben, werden Rehe, Hirsche und Wildschweine massiv gefüttert (oft illegal oder halblegal an so genannten »Kirrungen«). Auf ein erschossenes Wildschwein kommen nach Untersuchungen der Wildforschungsstelle Aulendorf (Baden-Württemberg) 250-300kg von Jägern ausgebrachtem Mais.



Jägerlüge Nr. 3 :
Jagd ist angewandter Naturschutz

FALSCH!

Jagd bedeutet eine Störung des natürlichen Gleichgewichts der Öko-Systeme. Sie kann zur Ausdünnung oder Ausrottung von Tierarten führen. Jäger sind Naturnutzer, aber keine Naturschützer. Sie hegen allenfalls die Tierarten, die für sie als Beute von Interesse sind. Im Übrigen widerlegen Jäger inzwischen diese Behauptung selbst: „Jagd als angewandter Naturschutz“ oder „Jäger als die wahren Naturschützer“ und so weiter - alles schön und gut. Akzeptiert werden wir von den Funktionären der Naturschutzverbände aber trotz allem nicht. Warum stehen wir nicht endlich mehr zu Sinn und Zweck unserer Jagdausübung? (...) Jagd ist eben nicht in erster Linie Hegen, sondern im ganz ursprünglichen Sinn Beutemachen, und Beute wollen wir doch machen. Es ist nicht verwerflich, Freude zu empfinden, wenn es gelungen ist, ein Stück Wild zu erlegen. Nein, es darf durchaus Freude bereiten, wenn ein Stück Wild durch einen sauberen Schuss schmerzlos verendet...« (WILD UND HUND 13/2001)

Im Schweizer Kanton Genf entschied die Bevölkerung 1975 durch ein Referendum für ein allgemeines Jagdverbot auf Säugetiere und Vögel. In den nachfolgenden Jahren erhöhte sich die Zahl der an den Ufern des Genfer Sees und der Rhone überwinternden Wasservögel auf spektakuläre Weise - ohne Zweifel eine Folge der ausbleibenden Störungen durch die Jagd. Vor dem Referendum hatten Jagd-Vertreter behauptet, der Feldhase wäre im Kanton Genf ohne die Jagd von der Ausrottung durch Beutegreifer bedroht. Das Gegenteil war der Fall: Inzwischen erfreut sich der Kanton Genf einer gesunden, vermehrungsfähigen Feldhasenpopulation, der größten Populationsdichte von Feldhasen in der Schweiz. Die Befürchtung der Landwirte, dass das Jagdverbot mehr Schäden an Kulturen bringen werde, hat sich nicht bewahrheitet: Die Schadenszahlen im Kanton Genf sind vergleichbar mit denen von Schaffhausen - obwohl in Schaffhausen die Jagd erlaubt ist.

Zahlreiche in Deutschland immer noch jagdbare Arten (Feldhase, Baummarder, Waldschnepfe, Rebhuhn) stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Jagd ist nicht immer der einzige Gefährdungsgrund, allerdings trägt der Abschuss bedrohter Arten bestimmt nicht zu deren Erhalt bei. Seit dem 17. Jahrhundert sind die Jagd und die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen für 57% der ausgerotteten Vogel- und für 62% der ausgerotteten Säugetierarten verantwortlich.

Jäger ballern zudem jährlich 1.500 Tonnen hochgiftiges Blei in unsere Natur. Dies führt zu einer Anreicherung von toxischen Schwermetall in den Nahrungsketten. Dies ist kein angewandter Naturschutz, sondern angewandte Naturvergiftung!



Jägerlüge Nr. 4
Ohne die Jagd nehmen die Wildtiere überhand
FALSCH!

Feldstudien von Ökologen ergaben, dass die Tiere über einen inneren Mechanismus zur Regulierung des Populationswachstums verfügen: Die Regulation der Wildtierbestände erfolgt nicht durch die Jagd. Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt. Auch dort, wo in Europa die Jagd verboten wurde, wie z.B. in den ausgedehnten italienischen Nationalparks, im Schweizer Nationalpark oder im Schweizer Kanton Genf, konnten bislang keine übermäßigen Wildtierbestände festgestellt werden. In fast allen anderen Ländern der Welt ist die Jagd in Naturschutzgebieten verboten, ohne dass dort bislang das natürliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten wäre.



Jägerlüge Nr. 5:
Jäger töten schmerzlos

FALSCH!

Oft werden die Tiere nur angeschossen. Die Nachsuche dauert, sofern sie überhaupt erfolgt, Stunden und Tage. Bis zum tödlichen Schuss schleppen sich die angeschossenen Tiere stunden- oder tagelang mit zerfetztem Körper, heraushängenden Eingeweiden, gebrochenen Knochen auf der Flucht vor den Jägern durch den Wald. Auch vom Schrot der Jäger werden unzählige Tiere, besonders Wildvögel, zwar getroffen, sterben aber nicht gleich, weil keine lebenswichtigen Organe getroffen wurden. Oftmals verenden sie erst Stunden oder Tage später an ihren Verletzungen. Jede vierte Ente lebt mit einer Schussverletzung.Besonders grausam ist die Fallenjagd: Noch immer sind Totschlagfallen erlaubt - selten ist das Tier sofort tot. Bei angeblich »unversehrt fangenden« Kastenfallen gerät das gefangene Tier in jenem Moment, in dem der Kasten mit lautem Krach schließt, meist in Panik, bewegt sich heftig und verletzt sich oft schwer. So liegt das »Stück« (Jägersprache) blutig, von grausamen Schmerzen gepeinigt, nicht selten hungernd oder durstend Stunden, oft Tage in einer engen Kiste und wartet auf einen grausamen Tod.



Jägerlüge Nr. 6
Die Jäger schützen die Bevölkerung vor der Tollwut

FALSCH!

In Europa wird ein regelrechter Vernichtungsfeldzug gegen den Fuchs geführt: mit Schrot, Fangeisen, Fallen, Vergasung im Bau und vergifteten Ködern - und zwar das ganze Jahr. Doch die Ausbreitung der Tollwut wurde durch keine dieser Maßnahmen gestoppt. Die Jagd auf Füchse führt durch den beschleunigten Ortswechsel der überlebenden Tiere sogar zur Ausbreitung der Tollwut. Der Schweizer Kanton Wallis ist durch Impfaktionen seit 1981 tollwutfrei. Diese Aktion kostete das Wallis 106.800 Franken im Jahr, während der angrenzende Kanton Bern - flächenmäßig nur wenig größer - 818.148 Franken für die Tötung einer großen Zahl von Füchsen und für die Impfung des Viehs ausgab, ohne die Tollwut einzudämmen. Im Übrigen ist für Menschen die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland an Tollwut zu erkranken, mit 1:171.875.000 zu beziffern
(Horst Hagen, 1984).



Jägerlüge Nr. 7:
Jagd ist ein Kulturgut

FALSCH!

Unter Kultur versteht man »die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen ... eines Volkes« sowie »feine Lebensart, Erziehung und Bildung« (vgl. Duden, Band 5, 1982). Ob das Töten von Wildtieren dazu gehört? - Bestimmt nicht! Dass Menschen sich das Recht anmaßen, Lebewesen, die genauso wie sie fühlen und Schmerz empfinden, um des Vergnügens willen zu töten, ist vom moralischen Standpunkt her absolut inakzeptabel.




Jägerlüge Nr. 8:
Der Mensch hat schon immer gejagt

FALSCH!

In der Frühzeit war der Mensch zunächst Sammler. Erst später wurde er zum Jäger. Die Abnutzungsmuster auf der Zahnoberfläche der Backenzähne von vielen Hominiden und Hominoiden zeigen eindeutig, dass diese Vorläufer des Menschen Pflanzenkost (Pflanzenfasern, hartschalige Früchte, Nüsse etc.) gegessen haben. Typische Raubtiere (z.B. Wolf, Löwe) und Allesfresser (z.B. Spitzmaus, Igel) haben andere Zahn- und Zahnschmelzstrukturen auf Backen- und Mahlzähnen als der heutige Mensch.

In der Schöpfungsgeschichte spiegelt sich noch die vegetarische Frühphase der Menschheit wieder, wenn in Genesis 1.29 Gott spricht: »Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« Doch in dem Maß, in dem der Mensch begann, Krieg gegen seinen Bruder zu führen, begann er auch die Tiere zu schlachten. Bei »primitiven« Völkern dient die Jagd der Nahrungsbeschaffung. In Europa jagt der Mensch nicht mehr um seine Ernährung sicherzustellen. Es geht einzig und allein um eine Freizeitbeschäftigung, ums Vergnügen - die Lust am Töten. Die Jagd ist heute das blutige Hobby einer kleiner Minderheit: Nur 0,3 Prozent der Bevölkerung sind Jäger - die allermeisten davon sind Hobbyjäger.

80% der Deutschen sind gegen die Hobby-Jäger! Immer mehr Menschen erkennen: Auch Tiere haben ein Recht auf Leben! Tiere fühlen ähnlich wie wir - Freude, aber auch Leid. Tiere lieben das Leben genauso wie wir. Es ist verwerflich, Tiere aus niederen Beweggründen zu töten!

Wissenschaftliche Studien zeigen: Jagd schadet unserer Natur und schädigt das ökologische Gleichgewicht in unseren Wäldern. Es wird höchste Zeit, dass die Gesetzgebung in Deutschland endlich dem aktuellen wissenschaftlichen Erkennnisstand und dem Willen der Bevölkerungsmehrheit angepasst wird.

Seit 2002 steht der Tierschutz im Grundgesetz und wurde zum Staatsziel erhoben. Die Jagd ist nicht mehr zeitgemäß!

Theodor Heuss, der als erster Präsident der Bundesrepublik Deutschland aus Repräsentationsgründen häufig an Diplomatenjagden teilnehmen musste, formulierte treffend: »Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«

Die »Jagdleidenschaft«, auf die die Jäger auch noch so stolz sind, ist eine gefährliche Perversion! Leo Tolstoi sagte: »Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt!«



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