Jäger erschlägt zahmes Rehkitz mit dem Hammer

von Erna Dotterweich
Freunde auf vier Pfoten e.V.

Da ich mich seit Jahren aktiv für den Tierschutz einsetze, habe ich schon viel Grausames erlebt. Was ich an diesem Sonntag erleben musste, ist an Brutalität und Grausamkeit nicht mehr zu übertreffen.

Der Hund und das Kitz: Szene wie aus dem Bilderbuch

Ich fuhr mit meinen Hunden vom Hundetreff an der Donau nach Hause, als ich kurz nach 11 Uhr in die Ortschaft Auerbach im Landkreis Deggendorf kam. Dort sah ich links am Gehsteig einen Hund und ein Rehkitz spazieren – ein Bild, wie man es nur aus Bilderbüchern kennt. Da die Straße sehr befahren war, erkannte ich sofort die Gefahr und hielt sofort an. Mit zwei Hundeleinen in der Hand lief ich über die Straße und versuchte die beiden einzufangen, was mir auch gelang: Ich drückte den Hund einer Passantin in die Hand mit der Bitte, ihn festzuhalten, bis ich das Rehlein hätte.
Als ich mich umdrehte um das lebendig sich am Leben freuende Rehlein an die Leine zu nehmen, stoppte ein Auto, ein Mann stieg aus. Ich fragte ihn, ob im das Reh gehöre. Er sagte „Ja“. Ich übergab im daraufhin das Reh in dem Glauben, dass er es wieder in sein Gehege bringt.

Er schlug brutal mit dem Hammer auf den kleinen Kopf

Der Mann ging schräg über die Straße zu der Schreinerei Eiglmeier. Mit dem Hund an der leine, der ihm nicht gehörte und den er auch nicht kannte, ging ich zur Tankstelle mit der Bitte zu telefonieren. Von dem Vorplatz der Tankstelle sah ich den gegenüberliegenden Hof von dem vermeintlichen Besitzer des Rehs. Und ich sah, wie er brutal mit einem Hammer auf den kleinen Kopf des Rehleins einschlug, das furchtbar schrie – bis es tot war.
Es stellte sich heraus: Es war der Jäger, und es war nicht sein zahmes Rehlein.
Ich habe so einen Schock. Das Schreien des Rehleins – so ein wehrloses Geschöpf – verfolgt mich auf Schritt und Tritt.
Ist ein Jagdschein ein „Freibrief“ für kaltblütiges Morden eines jungen, gesunden Rehleins, das gerade mit seinem Freund, einem Hund, einen Ausflug gemacht hat?
Dürfen solche Menschen ganz legal mit einem Gewehr herumlaufen?
Mein Betreben ist es, dass der Letzte in Deutschland von den Machenschaften der Jäger erfährt!
Inzwischen befinden sich die Anzeigen gegen den Jäger mitsamt dem veterinär-medizinischem Gutachten befinden sich beim Staatsanwalt.

Infos:
Freunde auf vier Pfoten e.V. (gemeinnützig anerkannt)
Schulgasse 3,
94541 Grattersdorf,
Tel. 09904/846323