Wenn Füchse mit Menschen Freundschaft schließen

Der Fotograph Günther Schumann


»Würden die Tiere vom Menschen nicht gejagt und verfolgt, wären sie zutraulich und der Mensch wäre ihrFreund«, sagt der bekannte deutsche Tierfotograph Günther Schumann.

Der Fotograph wurde bekannt als »Freund der Füchse«. Denn es gelang ihm, das Vertrauen einer wild lebenden Füchsin zu gewinnen - mitten in Deutschland.
»Wir begegneten uns erstmalig an einem warmen Vormittag im Mai in einem großen nordhessischen Waldgebiet«, erzählt Schumann in seinem Buch »Leben unter Füchsen«.
Auf einem Waldweg kommt er an Holzstämmen vorbei. »Ich befand mich noch etwa 100 Meter vor dem Holzlager, als ein Jungfuchs über den Weg lief und blitzschnell unter den Stämmen verschwand. Vorsichtig näherte ich mich noch ein wenig und wartete ab, was weiter geschehen würde, denn ich war mir ziemlich sicher, dass der kleine Bursche nach einer Weile wieder erscheinen würde. Das geschah nach einem Viertelstündchen, nur waren es plötzlich zwei dieser pos-sierlichen Jungfüchse.«
Und so schloss Günter Schumann Freundschaft mit einer Füchsin, die er »Feline« nannte. Feline kam nun regelmäßig zum »Treffpunkt«, um sich einige Leckerbissen zu holen. Ein Jahr dauerte es, bis das Vertrauen der Füchsin zu Schumann so groß war, dass sie ihm zum ersten Mal einen kleinen Bissen aus der Hand nahm.
Wenn der Fotograph seine vierbeinigen Freunde besuchte und sich dort auf irgendeinem Baumstamm niederließ, setzten oder legten sich die Füchse in seine unmittelbare Nähe oder auch einige Schritte entfernt, um sich ausgiebig zu putzen, zu ruhen oder auch zu schlafen. Die Füchsin Feline zeigte sich im Umgang mit dem Tierfreund so vertraut, dass sie ihn eines Tages zu dem Wurzelstock führte, in dem sie ihre Welpen untergebracht hatte. »Unverhofft erschien in dieser Öffnung ein winziges, graubraunes Füchslein mit noch blauen Augen, schaute einen Augenblick scheinbar erstaunt auf meine Stiefel und verschwand flugs wieder im Bau.«
Acht Mal hat Feline ihren Freund zu ihrem Bau geführt und ihm ihre Welpen gezeigt. »In das intime Familienleben von Wildtieren Einblick zu erhalten, ohne als störend oder gar gefährlich angesehen zu werden, erfüllt mit großer Freude und ist überaus beglückend.«

(Günther Schumann, Leben unter Füchsen)


Bücher:

Günther Schumann: Leben unter Füchsen. Wartberg Verlag, 1994 (leider vergriffen)

Wolfram Martin: Der mit den Füchsen spricht - Günther Schumann und Feline. Wartberg Verlag 2002, ISBN 3-8313-1270-2
(Leider ist der Autor Jäger. Ihn fasziniert zweifellos der Fuchs, die Geschichte Schumanns und seine herrlichen Bilder, doch die Texte in dem Buch lassen leider die Sensibilität der Bücher von Günther Schumann vermissen.)





Fuchsjagd: Wirkungslose Hatz

»Mit Flinte und Jagdhund lässt sich die Zahl der Füchse nicht kontrollieren: Die Jagd hat offenbar keinerlei Einfluss auf die Bestände der Rotpelze. Das folgern Biologen der University of Bristol aus Feldforschungen in Großbritannien. Dort waren die umstrittenen traditionellen Hetzjagden auf Füchse wegen der grassierenden Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001 verboten. Die Wissenschaftler nutzen diese Periode, um zu überprüfen, ob die Jagd den Bestand tatsächlich so wirksam kontrolliert, wie von den Jägern behauptet. Das vielfach geforderte Verbot der Hetzjagden, so glauben die Grünröcke, würde zu einem dramatischen Anwachsen der Bestände führen. Anhand von Fuchskot, den sie vor und nach dem zeitweiligen Jagdverbot einsammelten, konnten die Biologen die Anzahl der Füchse errechnen und vergleichen: Während der jagdfreien Zeit, so resümieren sie im Wissenschaftsblatt »Nature«, hat-ten sich die Bestände »nicht wesentlich verändert«, vielmehr gingen sie um 4,7% zurück. Die Populationsdichte der Räuber hängt offenbar nicht von der Bejagung ab, sondern von der ihnen zur Verfügung stehenden Beute.«

(Der SPIEGEL 39/2002)




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