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DER SPIEGEL 44/2001: JAGD - "Da kommt das Blut ins Kochen"

Die deutschen Waidmänner geraten ins Kreuzfeuer.

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Prof. Dr. Reichholf: Jägerlatein und Wildbiologie



Prof. Dr. Josef H. Reichholf zum Thema «Jägerlatein und Wildbiologie», Vortragsabend vom 15. 10. 2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen.
Warum es funktionieren kann. Die Theorie verständlich erklärt."
Powerpoint-Präsentation

Im Kanton Genf trat bereits 1974 ein vollständiges Jagdverbot in Kraft. Seither wurden deutliche Veränderungen im Verhalten der Wildtiere festgestellt, die für alle Beteiligten (Tier, Pflanze und Mensch) eine Besserung gebracht haben: Die Wildtierbestände regulieren sich selbstständig erfolgreich, die Tiere verlieren einen großen Teil der unnatürlichen Scheu, die durch die Jagd hervorgerufen wird, und die Menschen erhalten ein verlorengegangenes Verständnis für die Natur und ihre Zusammenhänge zurück.

Lesen Sie dazu auch: www.jagdreguliertnicht.ch



Ökologisch-wildbiologische Feststellungen

Änderung der Jagdverordnung in Hessen

Kurze Stellungnahme zur Anhörung am Montag, den 2. November 2015

Prof. Dr. Josef H. Reichholf

1. Ökologisch-wildbiologische Feststellungen

- Die Jägerschaft geht von der Notwendigkeit aus, frei lebende Wildtierbestände regulieren zu müssen. Das jeweils geltende Jagdrecht bietet dafür den gesetzlichen Rahmen.
- Diese Annahme wird grundsätzlich und ungeprüft auf alle Arten übertragen, für die Jagdzeiten festgelegt sind.
- Annahmen sind jedoch keine Beweise, weder für die Notwendigkeit der Bejagung überhaupt, noch für eine bestimmte Intensität.
- Die Annahmen implizieren, dass ohne Bejagung die betreffenden Arten „außer Kontrolle“ geraten und sich „übermäßig vermehren“ würden.
- Für all diese Annahmen gibt es im Gültigkeitsbereich des Deutschen Jagdrechts und der Länderjagdrechte allerdings keine Beweise.
- Unbejagte oder nur im Einzelfall ausnahmsweise bejagte Gebiete, wie der Siedlungsbereich, insbesondere Städte und Großstädte sowie manche Naturschutzgebiete, zeigen hingegen, dass sich die darin lebenden Arten tatsächlich nicht über Gebühr vermehren und auch keiner anhaltenden jagdlichen Kontrolle bedürfen.
- Im Gegensatz zu den Verhältnissen in der freien Natur, in der sie durch die Bejagung (sehr) scheu gehalten werden, vermindern die Wildtiere in den Städten ihre Scheu. Sie sind für die Bevölkerung nun erlebbar und gut zu beobachten.
- Die gemäß Deutschem Jagdrecht durchgeführte Bejagung macht das Wild nicht nur sehr scheu, sondern sie verändert auch die tageszeitlichen Aktivitätsmuster der Wildtiere. Hauptfolgen sind die Wildunfälle im Straßenverkehr, wobei nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes z. B. im Jahr 2014 in Deutschland 18 Menschen ums Leben kamen und 2824 z. T. schwer verletzt wurden. Die Kosten für die KfzVersicherungen beliefen sich auf ~ 550 Millionen €.
- Die Bestände der zu regulierenden Arten wurden dennoch nicht „reguliert“, wie u. a. die Zunahme der Wildschweine beweist.
- In Hessen z. B. hatte die starke Steigerung der Abschusszahlen von Füchsen keine Zunahme bzw. Wiedererholung der Bestände des Feldhasen erzielt. Das beweisen die Jagdstatistiken.
- Vielmehr werden die Bestände von Arten, denen es unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen gut geht, durch die Bejagung anhaltend auf hohem Bestandsniveau gehalten
– Musterbeispiele bieten der Reh-Abschuss in Deutschland und die „Raubzeugbekämpfung“ (nicht nur in Bayern, sichtbar an den Beständen der Rabenkrähen). Weder die Ausbreitung von Waschbär und (in Ostdeutschland) der Marderhunde ist gestoppt worden, geschweige denn unter Kontrolle, noch haben Abschussgenehmigungen für Kormorane die seitens der Angler und Teichwirte gewünschten Ziele erreicht.
- Fehlabschüsse (oder auch beabsichtigte) seltener Arten vermindern dagegen deren Chancen der Wiederausbreitung oder Bestandserhaltung. Noch immer zeichnet sich der vor einem Vierteljahrhundert aufgelassene „Eiserne Vorhang“ völlig klar in den Verbreitungsmustern und Häufigkeiten gerade der jagdbaren Arten ab. Im „Osten“ sind sie vorhanden, im „Westen“ fehlen sie oder sind sehr rar, ohne dass natürliche Gründe dafür vorgebracht werden können.
- Die Jagd fördert nach wie vor die für sie interessanten Arten durch (übermäßige) Hege und versucht die von ihr so bezeichneten „Raubtiere“ und das „Raubzeug“ zu unterdrücken. Eine unabhängige Kontrolle der Wildbestände, ihrer Produktivität (und der davon abhängenden möglichen Nutzbarkeit) und der Auswirkungen der Abschüsse ist in Deutschland nicht vorhanden. Daher fehlen auch die Beweise für die Notwendigkeiten und Ergebnisse der angeblichen Wildbestandsregulierungen.

2. Wünschenswerte Ziele aus Sicht der Allgemeinheit
- Vollschonung aller Tierarten, die nicht der Ernährung dienen und die nur aus jagdlicher Leidenschaft (Passion) geschossen werden.
- Weitestgehende Schonung solcher Arten, die zwar als Wildpret verwertet werden (können), dafür aber nicht nötig sind (Vogelarten, wie Tauben, Wildenten und Wildgänse). - Verminderung der Scheu von Wildtieren durch angepasste Jagdmethoden, die verhindern, dass die betroffenen Wildtiere überwiegend nachtaktiv sind und dadurch für Menschen lebensgefährliche und kostspielige Verkehrsunfälle verursachen. 18 Tote und Hunderte Schwerverletzte pro Jahr sind nicht nur zu viel, sondern unbedingt zu vermeiden.
- Die Interessen der Allgemeinheit (Erlebniswert der frei lebenden und erlebbaren Tiere „draußen in der Natur“) und nicht nur die persönlichen der Jägerschaft gehören umfassend berücksichtigt; insbesondere auch im Staatswald (der bekanntlich nicht den Staatsforstverwaltungen gehört).
- Die Entscheidung von Grundstückseigentümern, dass auf ihren Flächen keine Jagdausübung stattzufinden hat, sollte ohne verfahrenstechnischen Zeitverzug in Wirkung gesetzt werden.

25. Oktober 2015



Jagd reguliert nicht



Gottlieb Dandliker, Faunainspektor im Kanton Genf (Jagdverbot seit 1974), 15. 10. 2013 an der Uni Basel:
"Ein Jagdverbot in Basel: wissenschaftlich möglich und praktisch bewiesen"



Lesen Sie

Fakten gegen die Jagd

 

Warum jagen Jäger wirklich?

 

Natur ohne Jagd

 

Reform der Jagdgesetzgebung

 

Jagd reguliert nicht

 

Ursachen Wildschweinschwemme

 

Studie Wildschweinjagd

 

Füchse - Gejagte Überlebenskünstler

 

Räude bei Füchsen und Jägerlatein

 

Fuchsbandwum: Risikofaktor Jagd

 

Schonzeit für Füchse!

 

Schäden durch Wildtiere?

 

Greifvogelverfolgung

 

Forschung und Artikel

 

Kleines Lexikon des Jägerlateins

 

Sex & crime

 

Artikel Dr. H. F. Kaplan

 

Jäger in der Dichtung

 

Ethik

 

Interviews

 

Unterricht

 

Literatur

 

Repräsentative Umfragen

 




 



Fakten gegen die Jagd

Die Natur braucht keine Jäger
Jäger bringen jedes Jahr über 5 Millionen Wildtiere ums Leben
Hinter diesen Zahlen: millionenfaches Tierleid
Treib- und Drückjagden: Bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort tot
Schrotschüsse: Unzählige angeschossene Tiere
Tierquälerei durch Fallenjagd
Erschreckende Zahlen: Auch Menschen werden Opfer von Jägern
Jagd als Ursache für Verkehrsunfälle
Hochbetagte Jäger mit Tötungswaffen unterwegs
Jagd: "Artenfeind Nr. 2"
"Aber die Jäger hegen doch die Tiere..."
Schützt Jagd vor Tollwut und Fuchsbandwurm?
Die wahren Gründe für die Jagd auf Füchse
In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten
Durch die Jagd sind Vögel in der freien Natur ständig auf der Flucht vor Menschen
Studie: Vogelschutz durch Abschaffung der Jagd
Blei vergiftet Vögel und Natur
Je mehr Wildschweine geschossen werden, umso stärker vermehren sie sich
Wildschweinschwemme "hausgemacht"
Schützen Jäger den Wald vor Rehen?
Jäger halten Rehbestand auf hohem Niveau
Jagd provoziert Wildschäden
Studien: Waldverjüngung durch Hirsche
Sind Jäger Naturschützer?
Wissenschaftler: Ohne Jagd finden Natur und Tiere ins Gleichgewicht



Die Natur braucht keine Jäger

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt und bedroht werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Stadtparks, auf Friedhöfen, in Naherholungsgebieten sowie gegen Massenabschüsse auf Treibjagden. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld, Jagdkollegen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem draußen in der Natur durchaus Angst machen - ebenso wie Schüsse am Spazierweg oder Kugeln, die in Autos einschlagen. Und immer wieder schockieren Meldungen über Tote und Verletzte durch Beziehungstaten mit Jägerwaffen: wie »Jäger erschießt Ehefrau«, »Jäger erschießt Nebenbuhler« oder »Jäger erschießt Nachbarn im Streit«. Außerdem haben Millionen Tierfreunde kein Verständnis, wenn Jäger ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Tierrechtsorganisationen decken immer wieder Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Treib- und Drückjagden sowie bei Gatterjagden auf, wo halbzahme Tiere gegen Geld abgeknallt werden. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen.

Die Jagdlobby hält dagegen, Jagd sei in unserer Kulturlandschaft notwendig: Ohne Jäger würden Rehe und Hirsche den Wald auffressen und Wildschweinhorden die Felder verwüsten. Ohne Jäger würden die Wildtiere überhand nehmen - der Jäger übernehme die Rolle ausgerotteter großer Raubtiere. Und nachdem Wolf und Luchs wieder zurückkehren, fordern Jäger den Abschuss, weil die Reviere »leer gefressen« würden und natürlich auch, um die Bevölkerung vor diesen »gefährlichen Raubtieren« zu schützen. Natürlich wäre die Bevölkerung ohne Jagd auch von Seuchen bedroht: von Fuchsbandwurm, Tollwut und (nachdem es in Deutschland keine Tollwut mehr gibt) durch Räude und Staupe. Im Übrigen seien Jäger anerkannte Naturschützer. Wer das nicht verstehe, sei ein naturentfremdeter Städter. Außerdem sei Jagd »Passion«, und dafür sollten wir Verständnis haben. Der Mensch sei von Natur aus Jäger und der Jagdtrieb sei angeboren. Der Chefredakteur einer Jägerzeitschrift forderte kürzlich sogar, die Jagd müsse - wie die Falknerei - zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt werden: Jagd sei ein »Menschheitserbe« und »Mensch sein heißt Jäger sein.« (Heiko Hornung in Wild und Hund 3/2016, Editorial)

Zum Unglück der Jäger glauben immer weniger Menschen das Jägerlatein. Zumal namhafte Biologen und Zoologen in der Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass die Natur sich in unbejagten Gebieten selbst reguliere - und die Jagd somit überflüssig sei. Im Gegenteil: Jagd reguliere nicht, sondern schaffe ganz im Gegenteil ein Ungleichgewicht. Durch die Bejagung würden überhöhte Bestände bei einigen Tierarten, wie vor allem Rehen und Wildschweinen, erst geschaffen, während andere Tierarten durch die Jagd bedroht seien. (dazu z.B.: Prof. Dr. Josef H. Reichholf: Warum Jagd? Folgen des Jagens für Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften. TIERethik 2013/2 · Prof. Carlo Consiglio: Vom Widersinn der Jagd. Verlag Zweitausendundeins, 2001)



Jäger bringen jedes Jahr



über 5 Millionen Wildtiere ums Leben

380.000 Jäger bringen in Deutschland jedes Jahr nach eigenen Angaben um die 5 Millionen Wildtiere ums Leben. In Wirklichkeit liegt die Zahl der durch die Jagd getöteten Tiere wohl wesentlich höher. »Es ist schier unmöglich, mit korrekten Zahlen aufzuwarten«, gab ein Hegeringleiter gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger zu. Manche der Jäger hätten gar keine Streckenzahlen zur Verfügung gestellt, andere wiederum hätten Zahlen geliefert, die vollkommen unrealistisch und wenig Vertrauen erweckend seien. »Weiß der Geier, wo solche Zahlen herkommen«, so der Hegeringleiter. (»Hegeringleiter sprach Tacheles«. In: Kölner Stadtanzeiger, 16.3.2011)

Die Wahrheit sieht wohl noch schlimmer aus: Wildtierschutz Deutschland e.V. schätzt, dass insgesamt über 9 Millionen Tiere jährlich in Deutschland durch die Jagd getötet werden. (Wildtierschutz Deutschland e.V.: Jäger töten über neun Millionen Tiere. www.wildtierschutz-deutschland.de)

Denn: Die Trefferquoten bei »Bewegungsjagden« (die Tiere werden aufgescheucht und auf der Flucht erschossen) sind ausgesprochen gering. Auf diese Weise werden bis zu 70 Prozent der Tiere »nur« angeschossen und sie können entkommen. Diese Tiere verenden oft qualvoll nach Stunden oder Tagen.

Auch bei der Jagd auf Wasservögel werden durch die breite Streuwirkung des Schrots oft mehr Vögel »nur« verletzt als getötet. In vielen Bundesländern ist die Verwendung von Bleischrot immer noch erlaubt. Blei ist ein giftiges Schwermetall, das für die Umwelt ebenso wie für unsere Gesundheit gravierende Folgen hat. Deutsche Jäger verballern jedes Jahr die unvorstellbare Menge von mehr als 1.000 Tonnen Bleischrot. Auch wenn der Deutsche Jagdschutzverband DJV behauptet, das meiste werde auf dem Schießstand verschossen, gibt DJV-Sprecher Torsten Reinwald zu, dass mindestens 120 Tonnen in der Natur landen. (Belastetes Wildfleisch: Blei im Magen. SPIEGEL online, 24.12.2012)

Durch Bleischrot werden Böden und Gewässer vergiftet. Laut Wildtierschutz Deutschland e.V. führt dies auch dazu, dass bis zu 300.000 Tiere durch die Aufnahme von Blei beim Gründeln oder über die Nahrung den Gifttod sterben. Jeder dritte Seeadler in Deutschland stirbt an einer Bleivergiftung. (Tote Seeadler: Jeder Dritte stirbt an Blei. SVZ, 20.1.2016 · Antwort des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern auf eine Kleine Anfrage aus der CDU-Fraktion)

Einige hunderttausend Vögel, darunter Kormorane, Blässhühner, Höckerschwäne und Eichelhäher und ebenso Hunde und Katzen werden laut Wildtierschutz Deutschland e.V. von vornherein nicht oder nicht systematisch in der Jagdstatistik erfasst. Außerdem werden laut Deutschem Tierschutzbund rund 100.000 Enten bei der Jagdhundausbildung »verbraucht«. (Streit um Jagdhunde-Ausbildung mit lebenden Tieren. Der Westen, 23.08.2011)

Der illegalen Jagd fallen laut Komitee gegen den Vogelmord außerdem bundesweit bis zu 10.000 Greifvögel jährlich zum Opfer. (Komitee gegen den Vogelmord: Bundesweit fallen jährlich bis zu 10.000 Greifvögel der illegalen Jagd zum Opfer. Pressemeldung vom 08.04.2013)



Auf Wasservögel wie Enten und Gänse wird mit Schrot geschossen. Dabei sind die Trefferquoten naheliegender Weise gering, so dass statistisch auf jede getötete Ente 5 Schrotladungen kommen. Weil die kleinen Schrotkugeln breit streuen, wird ein weitaus größerer Teil der Vögel zwar getroffen, aber nicht getötet. Für diese Vögel beginnt oft ein qualvolles Siechtum. Da Bleischrot bei der Jagd immer noch erlaubt ist, werden auch Gewässer und Böden mit dem giftigen Blei vergiftet. In der Folge sterben Hundertausende Tiere durch die Aufnahme von Blei über die Nahrung, darunter immer wieder streng geschützte Seeadler. · Bild: Eilert Voss



Hinter diesen Zahlen: millionenfaches Tierleid

Doch all die Zahlen können nicht das millionenfache Leid ausdrücken, das hinter ihnen steht. Denn von einem »schnellen Tod« kann bei der Jagd - und besonders bei Treib- und Drückjagden - in vielen Fällen nicht die Rede sein:

Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen. Jäger verwenden so genannte Expansions- oder Deformationsgeschosse, die riesige Wunden reißen. Expansionsgeschosse sind so konstruiert, dass sie sich nach dem Einschlag in den Körper durch den Gegendruck des Gewebes »aufpilzen«. Sie drücken sich platt, spreizen dabei auseinander oder zersplittern und zerreißen das Gewebe, die Organe und Knochen des Tieres. Beim Austritt aus dem Körper schlagen sie faustgroße Wunden. Doch mit zerfetzten Eingeweiden oder zerrissener Lunge stirbt das Tier nicht sofort. Es verblutet bzw. erstickt. Ein so getroffenes Tier legt auf seiner Flucht nicht selten noch Strecken von mehreren 100 Metern zurück. Mit nicht sofort tödlichen Lungenschüssen fliehen viele Rehe weite Strecken, bevor sie verenden. Andere flüchten mit zerschossenen Beinen, mit heraushängenden Eingeweiden, in die es sich beim Laufen verfängt und welche die »Pirschzeichen« für die »Nachsuche« hinterlassen.

Die »Nachsuche« - sofern sie überhaupt stattfindet - dauert oft Stunden oder Tage. 60 Prozent (!) aller Rehe müssen nachgesucht werden. Viele werden erst Tage später gefunden, wenn sie irgendwo elendig an der Verwundung verendet sind. Manche Tiere sterben überhaupt nicht an der Schusswunde, sondern an den Folgen, weil sie z.B. mit zerschossenem Kiefer keine Nahrung mehr aufnehmen können.

Bei den großen Treib- und Drückjagden im Herbst und Winter werden außerdem die Sozialstrukturen der Tiere auseinandergesprengt. Jungtiere verlieren ihre Eltern und sind meist ebenfalls dem Tod ausgeliefert. Auch die ganzjährige Fuchsjagd führt zwangsläufig dazu, dass in den Monaten Mai und Juni unzählige junge Füchse im Bau verhungern und verdursten, weil die säugende Fähe erschossen wurde.



In Jagdzeitschriften und Jäger-Foren ist von der »Lust am Nachstellen und Erbeuten« die Rede, von der »Waidmannsfreude, einen Fuchs im Schrotschuss rollieren (sich überschlagen) zu lassen«, vom »Reiz der winterlichen Fuchsjagd«, vom »Jagdfieber« und vom »Kick«, den der Jäger beim tödlichen Schuss erlebt. Da Füchse nicht essbar und die Pelze schwer zu vermarkten sind, werden die Kadaver meist in der Tierkörperbeseitigung entsorgt. · Bild: Pelli



Treib- und Drückjagden:



Bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort tot

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. sterben, vor allem bei der Drückjagd, bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort, sondern erleiden qualvolle Kiefer-, Bauch- und Laufschüsse. Untersuchungen zufolge seien bei Drückjagden nur etwa ein Drittel der Wildschweine mit Blattschuss erlegt worden, die überwiegende Mehrheit wurde nur angeschossen und »wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf«. Auch würden 60 Prozent der weiblichen Rehe Bauchschüsse aufweisen. (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz, TVT-Nachrichten 2/2011 [51 KB] )

Diese Tierquälerei bei Treib- und Drückjagden wird sogar von einigen mutigen Jägern angeprangert. So kritisierte bereits vor einigen Jahren der Pressesprecher der Kreisjägerschaft Aachen und Jagdberater Karl-Heinz Kuckelkorn die Drückjagden aus Gründen des Tierschutzes als »mehr als bedenklich«. Das Wild werde »beunruhigt« und in Richtung der Schützen getrieben. »An ihnen vorbei flüchten die Tiere wie in Panik. Es fallen viele Schüsse, doch längst nicht jeder Schuss ist ein finaler. Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nurmehr verkrüppelt herum.« (Karl-Heinz Kuckelkorn: »Jagd ist eine Frage von Ethik und Moral«. Aachener Zeitung, 21.10.2010)

Bernd Krewer, Förster und Nachsucheführer, der mit seinen Hunden nach Jagden angeschossene Tiere nachsucht, um ihnen den Todesschuss zu geben, schrieb bereits vor fast 20 Jahren: »Wir sollten froh sein, dass solche Dinge nicht allzu häufig ans Licht der Öffentlichkeit kommen, es sähe mit unserem Anspruch, Naturschützer zu sein, nicht sehr gut aus.« Über seine Erfahrungen berichtet der Fachmann wie folgt: »Ich habe rund 1000 Nachsuchen auf Sauen mit meinen Schweißhunden durchgeführt. Wie oft kann der Jäger nicht einmal angeben, wie die beschossene Sau im Schuss gestanden hat, ob er also auf die rechte oder linke Körperseite geschossen hat. Es wird also irgendwo auf den dunklen Klumpen geballert, von dem man nicht einmal erkennen kann, wo vorne und hinten ist.« (Bernd Krewer: Über Hirsche, Hunde und Nachsuchen. Neudamm-Neudamm, 1998, 2. Aufl., S.80, S. 85)

Dass die Wildtiere selten richtig getroffen und zum Teil lebendig vom Jagdhund zerfetzt werden, geben Jäger untereinander in Jäger-Internetforen offen zu. In der Öffentlichkeit und in offiziellen Verlautbarungen der Jagdverbände wird allerdings regelmäßig behauptet, die Tiere wären durch den Schuss sofort tot, sie würden schmerzfrei sterben und nicht einmal den Schuss mehr hören.

Nachsucheführer Bernd Krewer glaubt nicht, dass die Wahrheit dauerhaft geheim halten lässt: »Wenn es den ‚Tierschützern’ gelänge, einen viel beschäftigten Schweißhundeführer ‚umzukrempeln’, wären wir einen Tag später die Jagd endgültig los. Es muss sich vieles im Tun und Lassen der Jägerei ändern, wollen wir vor der immer kritischer werdenden Bevölkerung bestehen und von ihr das Mandat für den Fortbestand unserer Jagd bekommen. Wenn die Gesellschaft die Jagd nicht mehr akzeptiert, wird sie verschwinden und durch andere Formen der Nutzung und Regulierung ersetzt werden.« (ebda., S. 180)



Diese schwangere Bache wurde angeschossen, konnte aber entkommen. Tierfreunde fanden das verendete Tier und die ungeborenen Frischlinge. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. sterben, vor allem bei der Drückjagd, bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort, sondern erleiden qualvolle Kiefer-, Bauch- und Laufschüsse.



Unterkiefer weggeschossen: Dieses junge Wildschwein musste verhungenr und verdursten



Schrotschüsse: Unzählige angeschossene Tiere

Beim Schrotschuss werden viele kleine Kugeln gemeinsam verschossen. So kommt es, dass bei Schüssen in eine Tiergruppe, wie einen Vogelschwarm, nur einzelne Tiere tödlich getroffen werden. Viele bekommen so genannte Randschrote ab, werden also nur von einzelnen Kugeln getroffen. Sie sterben elendig an Bleivergiftung und verhungern in Folge der Verletzungen.

Biologen nehmen nach Auswertung umfangreichen Untersuchungsmaterials an, dass die Zahl der mit Schrot beschossenen und verletzten Vögel die Zahl der getöteten übertrifft. Ähnliche Relationen sind auch für Schrotschüsse auf Hasen oder Wild­kaninchen anzunehmen.

Bei größeren Tieren wie Füchsen können einzelne Schrotkugeln kaum ernsthafte Verletzungen erzeugen. Aber in der Menge und der großen getroffenen Körperfläche wird ein Schockzustand ausgelöst, an dem das Tier eigentlich sterben soll. Nicht selten aber stirbt das Tier an einer Bleivergiftung oder an den Folgen, weil es zum Beispiel keine Beute mehr fangen kann.



Im Forum der Jägerzeitung »Wild und Hund« wird diese Tatsache von Jägern deutlich unterstrichen:
»Jagdhelfer« schildert: »Gestern Abend auf 30 m (mit zwei Mann nachgemessen) Fuchs mit 3,5er Schrot beschossen, der dann mal eben fast einen Kilometer bis ins Nachbarrevier gegangen ist. Hat so was schon mal einer erlebt? Ich bin ganz sicher gut abgekommen [= gut getroffen], worauf auch alle Pirsch- und Schusszeichen im Schnee hindeuten [= Blut, Organ- und Knochenteile, die durch den Schuss aus dem Körper des Tieres geschlagen werden]. Ich habe auf dem Autodach aufgelegt und geschossen, weswegen ich mir meiner Sache absolut sicher bin, gut abgekommen zu sein. Im Schnee konnte man die Riefen der wenigen Schrote erkennen, die nicht getroffen haben (was übrigens ein sehr interessantes Bild ist). Schweiß [= Blut] war auf der gesamten Fährte wie hingetupft ungefähr alle paar Meter in unterschiedlicher Stärke zu erkennen.«

»30.06spr« schreibt: »Bei unserer Treibjagd hat ein Schütze auf ideale Schrotschussentfernung einen Fuchs beschossen und der rollierte auch sofort [= überschlug sich mehrmals]. Ein junger Hund sofort drauf, doch der Fuchs hatte noch was dagegen, sich apportieren [= vom Jagdhund wegtragen] zu lassen. Der junge Hund nur noch halbherzig an den Fuchs und schießen war nicht mehr möglich. Auch dieser Fuchs hat stark geschweißt [= geblutet] und man konnte ihn bis zu einen Kunstbau ausgehen [= verfolgen]. Diesmal die Eingänge verschlossen und am nächsten Tag mit dem Terrierführer dahin. Da war ich nicht mehr dabei. Aber Resultat war: Fuchs gesprungen [= aus dem Bau geflüchtet], Schützen noch nicht richtig fertig, weil alle der Meinung waren: Der ist bestimmt schon tot! Fuchs zum zweiten Mal weg.«


Fuchs mit Bauchschuss Bild: pelli



Zufallsbefund beim Tierarzt Schäferhundmix Dasty ist sieben Jahre alt. Die Hundehalter machten sich Sorgen, weil Dasty Schmerzen hatte und offensichtlich litt. Die Tierärztin machte eine Röntgenaufnahme wegen der unspezifischen Schmerzen. Auf dem Röntgenbild wurden Schrotkugeln entdeckt. Die Hundebesitzer fielen aus allen Wolken: Sie haben keine Ahnung, wann und warum ein Jäger auf den Hund geschossen haben könnte.



Tierquälerei durch Fallenjagd

Der Öffentlichkeit ist kaum bekannt, dass die Fallenjagd in Deutschland nach wie vor erlaubt ist. Mit Fallen wird Füchsen, Dachsen, Marderhunden, Waschbären, Mardern, Katzen, Kaninchen und Iltissen nachgestellt. Diese Tiere gelten unter Jägern als »Raubwild« oder Raubzeug«. Durch die Jagd auf diese Beutegreifer versprechen sich die Jäger höhere »Strecken« (Tötungszahlen) beim »Niederwild« (Hasen, Kaninchen, Fasane, Rebhühner).

In dem Jagdbuchklassiker »Das Fangjagdbuch« heißt es im Vorwort: »Das Jagen mit der Falle ist spannend. Wer sie beherrscht, der wird mit eindrucksvollen Strecken sowohl beim Raubwild als auch beim Niederwild belohnt«. (Hans-Joachim Borngräber, Anton Ganz und Andre Westerkamp: Das Fangjagdbuch. Büchsenmacher-Verlag, 2001)

Sowohl Totschlagfallen als auch Lebendfallen können extremes Tierleid bedeuten. Totschlagfallen sollten eigentlich sofort töten. Doch oft bereiten diese Fallen Füchsen und anderen Beutegreifern, aber auch Hunden und Katzen, einen tagelangen Todeskampf. Denn wenn ein zu großes oder zu kleines Tier, als für diese Falle vorgesehen, hineingerät, wird es vom zuschlagenden Bügel nicht tödlich getroffen, sondern eingequetscht. Oder die Tiere versuchen, den Köder mit der Pfote herauszuholen. Dann schlägt der Fangbügel zu, das Bein wird eingequetscht. Viele Füchse und Katzen reißen so lange daran, bis sie mit halb abgetrennten Gliedmaßen entkommen können. Fuchsmütter, die ihre Jungen hungrig im Bau wissen, beißen sich sogar die Pfote ab, um zu entkommen.

In Lebendfallen gefangene Tiere geraten in große Panik, verletzen sich, leiden Hunger und Durst. Obwohl regelmäßige Kontrollen der Fallen vorgeschrieben sind, sterben nicht wenige Tiere in ihrer Panik an Herzversagen oder verhungern und verdursten. Tiere, die lebend in der Falle gefunden werden, erschlägt oder erschießt der Jäger.



Screenshot Jagdausstatter Kieferle kieferle.com/jagdbedarf/totschlagfallen/mittlere-tiere/ zur Vergößerungsansicht anklicken



Screenshot mit Ausschnittsvergrößerung: Der Jagdausstatter »Kieferle« hat Totschlagfallen im Angebot, die ausdrücklich auch für Katzen gedacht sind. Quelle: kieferle.com/jagdbedarf/totschlagfallen/mittlere-tiere/



zur Vergößerungsansicht anklicken Screenshot kieferle.com/jagdbedarf/totschlagfallen/mittlere-tiere/



Die Jagd wird mit Lockmitteln erleichtert. Der Jagdausstatter »Kieferle« bietet »Katzen-Lockmittel« für 9 Euro an: »Ein Präparat aus reinem Baldrianwurzelpulver. Lockt jede Katze zum Fangplatz oder in die Kastenfalle« (Quelle: Kieferle-Katalog 2016/17)



Diese Katze wurde tagelang vermisst. Sie war in eine Falle geraten. Als sie nach Hause kam, hing ein Bein nur noch an Hautfetzen. Dank Tierarzt hat sie überlebt. · Bild: Freiheit für Tiere



Katze im »Schwanenhals«. Bild: Initiative jagdgefährdeter Haustiere



Erschreckende Zahlen:



Auch Menschen werden Opfer von Jägern

Seit dem Jahr 2001 dokumentiert die Initiative zur Abschaffung der Jagd die Opfer von Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen in Deutschland. 2016 gab mindestens 14 Tote durch Jäger und Jägerwaffen.Das sind weniger, als in den vorangegangenen Jahren: 2015 waren es mindestens 23 Tote, 2013 waren es 25 und im Jahr 2013 sogar mindestes 40 Tote. Liest man die Todesmeldungen, so fällt auf, dass es sich dabei weniger um klassische Jagdunfälle (»Jäger verwechselt Jäger mit Wildschwein«), sondern vor allem um bewaffnete Beziehungstaten (»Jäger erschießt Ehefrau«, »Jäger erschießt Lebensgefährtin und sich«, »Ex-Frau erschossen«, »Jäger erschießt Nebenbuhler und sich selbst«, »Bewaffneter Streit in Jägerfamilie«) handelt.

Bei nicht-tödlichen Jagdunfällen und Straftaten mit Jägerwaffen nehmen neben klassischen Jagdunfällen (»Jäger schießt Jäger auf Fuchsjagd an«, »Jäger schießt sich ins Bein«) vor allem Berichte über die Gefährdung Unbeteiligter erschreckend zu. Meldungen wie »Schüsse am Spazierweg«, »Bewaffneter Jäger im Schwimmbad«, »Junge gerät in Fuchsfalle«, »Jäger erschießt Nachbarn« schlugen große Wellen in den Medien.

Gerade bei Erntejagden (mehrere Jäger umstellen ein Feld, um während der Ernte auf fliehende Tiere zu schießen) sowie bei Treib- und Drückjagden häuften sich Autounfälle durch vor Jägern fliehenden Tieren. Außerdem kam es zu gefährlichen Einschüssen in Häuser und Autos: »Auto während Treibjagd beschossen«, »Treibjagd - Autofahrerin lebensgefährlich verletzt«, »Kugel schlägt in Werkstatt ein«, »Wildschweinjagd: Schuss auf Terrasse«, »Wildschweinjagd: Einschussloch in Haus«.

Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über 800 Jagdunfälle (andere Quellen sprechen von bis 1600) gemeldet. Tödliche Beziehungsdramen mit Jagdwaffen (Jäger erschießt Frau oder Nachbarn) gelten nicht als Jagdunfall, sondern als Straftat. Weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die »Strecke« der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys.



Demonstration gegen die Hobby-Jagd Bild: Initiative zur Abschaffung der Jagd



Jagd als Ursache für Verkehrsunfälle

Wenn die Jagdsaison im Herbst begonnen hat, sind die Zeitungen voll mit Meldungen über Wildunfälle. Wildschweine und Rehe befinden sich auf der Flucht vor den tödlichen Kugeln der Jäger. Somit ist die Jagd, insbesondere Treib- und Drückjagden, eine Gefahr für Autofahrer.

Aufgescheucht durch 50 oder gar mehr als 100 Jäger und Treiber, gehetzt von einer Meute von Jagdhunden, rennen die Wildtiere um ihr Leben. Dabei flüchten sie auch über Straßen, wo sich dann die so genannten Wildunfälle ereignen.

Auf Jagd als Ursache für Wildunfälle weist die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 7.8.2014 hin: »Ein Schuss ins Maisfeld. ... Das Reh flüchtet vor Hund und Kugel auf die Straße und rennt direkt vor ein Auto - die Folge ist nicht selten ein Wildunfall.« Pro Jahr kommt es dem Artikel zufolge zu 200.000 Wildunfällen mit 20 Toten, 615 Schwerverletzten und einer halbe Milliarde Versicherungsschäden. Die Zeitung zitiert einen erfahrenen Jäger, der vor allem Treibjagden, bei denen die Tiere gehetzt würden, als Ursache für immer mehr Unfälle kritisiert: »Wenn das Umweltministerium und die Jägerverbände diese Art und Weise der Jagd empfehlen, wird billigend in Kauf genommen, dass Unfälle entstehen.«

Die Verfolgung durch die Jagd hat eigentlich tagaktive Tiere wie Wildschweine, Füchse oder Rehe nachtaktiv gemacht. Erst wenn es dunkel wird, trauen sich die Tiere aus ihren Verstecken - das ist die Zeit, in der sich die Wildunfälle ereignen.

Unter dem anhaltend hohen Jagddruck hat die Scheu der bejagten Wildtiere extrem zugenommen: »Der Mensch ist der Feind, vor dem das Wild flieht, fliehen muss, um zu überleben - auch dann, wenn die Flucht vors Auto führt«, so Prof. Josef H. Reichholf. (in TIERethik 2013/2) Wenn das Wild nicht so scheu wäre, gäbe es weniger Wildunfälle. Auch der Wildschaden in der Land- und Forstwirtschaft würde weniger groß ausfallen. (ebda.)

Ruhezonen ohne Jagddruck würden somit sowohl das Risiko von Wildunfällen als auch die Wildschäden reduzieren. Hinzu kommt: »Die von der jagdlichen Verfolgung verursachte Scheu stellt einen massiven Eingriff in die Lebensqualität der Menschen dar, und zwar für viel mehr Menschen, als es Jäger gibt. Die gegenwärtig rund 340.000 Jagdscheininhaber in Deutschland repräsentieren nicht einmal ein halbes Prozent der Bevölkerung. Die Einbußen an Naturerleben betreffen aber grundsätzlich alle Menschen«, so Prof. Reichholf. (ebda.)



Wenn im Herbst die Treibjagden statt finden, steigt die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren dramatisch.



Hochbetagte Jäger mit Tötungswaffen

Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt in dem meisten Landesjagdverbänden bei 58 und 60 Jahren, in manchen Kreisvereinen noch höher. Bei Soldaten und Polizisten gibt es Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Müsste nicht aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Waffenträger festgesetzt werden?

Wildtiere, die »nur« angeschossen werden, müssen furchtbare Qualen leiden. Und immer wieder werden Haustiere wie Ponys auf der Weide mit Wildtieren »verwechselt«. Auch Menschen werden regelmäßig Opfer von Jagdunfällen: Spaziergänger, Radfahrer, Reiter, Autofahrer auf der Landstraße... Positionspapier einen Schießleistungsnachweis auch für Hobbyjäger. In Deutschland gibt es etwa 360.000 Hobbyjäger und ca. 1.000 Berufsjäger.

Die Berufsjäger setzen sich in dem Positionspapier »insbesondere aus Gründen des sicheren Schusswaffengebrauchs und des Tierschutzes dafür ein, dass zukünftig jeder Jäger, der in Deutschland die Jagd ausübt, den jährlichen Nachweis eines Übungsschießens zu erbringen hat. Hierbei soll jeder Einzelne insbesondere seine Treffsicherheit überprüfen und gegebenenfalls verbessern.«

Die Berufsjäger sollten sich »um ihren eigenen Dreck kümmern«, so dazu Jägerpräsident Vocke auf dem Landesjägertag. (Jägerzeitschrift WILD UND HUND, 10/2014)

Hier stellt sich doch die Frage, wie es sein kann, dass hochbetagte Greise, die wahrscheinlich nicht mehr richtig sehen und hören können, überhaupt mit Tötungswaffen unterwegs sein dürfen...



Das Durchschnittsalter der deutschen Jäger liegt in dem meisten Landesjagdverbänden bei 58 und 60 Jahren, in manchen Kreisvereinen noch höher.



Jagd: "Artenfeind Nr. 2"

Die Zukunft der Arten gilt als hochgradig bedroht. Viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, kommen heute nur noch selten vor oder sind vollständig verschwunden. So gilt rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten als gefährdet. Die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger. Aus ihnen geht hervor, dass der Artenschutz in den letzten 30 Jahren weitgehend erfolglos blieb - trotz der ungezählten Anstrengungen von Natur- und Tierschützern.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf, der an beiden Münchener Universitäten lehrte und jahrelang die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitete, kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist. Der Wissenschaftler weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der bevölkerungsreichsten deutschen Stadt Berlin sich die größte Artenvielfalt an Tieren findet. In Berlin sind Tiere heimisch, die in der freien Natur aufgrund des hohen Jagddruckes ganz oder teilweise schon verschwunden sind. Dies gilt auch für andere deutsche Großstädte wie z.B. München, Hamburg oder Köln. (Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Überraschungen. Verlag C.H.Beck, München, 2005)



Schon seit 1995 steht der Hase auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Dennoch schießen Jäger in Deutschland an die 250.000 Feldhasen tot. · Bild: Freiheit für Tiere



"Aber die Jäger hegen doch die Tiere..."

Ein weit verbreitetes Argument für die Notwendigkeit der Jagd ist die Aussage: »Aber die Jäger hegen doch die Tiere und die Natur...«. Der Hegebegriff wird in der Öffentlichkeit bis heute verkannt - meint man doch landläufig, »Hege« bedeute »füttern und aufpäppeln« von Tieren. In Wirklichkeit hegen die Jäger nur, was sie nachher schießen wollen: Trophäenträger wie Rehböcke und Hirsche oder kapitale Wildschweinkeiler. Kapitale Geweihe werden in »Trophäenschauen« ausgestellt und nach festgelegten Kriterien bewertet und prämiert.

»Ein wichtiger Grund hierfür ist sicherlich der seit Reichs­jägermeister Göring verbreitete Kult um die Trophäen (dt. Siegeszeichen), die noch immer auf so genannten Trophäenschauen bewertet und prämiert werden«, erklärt Dag Frommhold, Autor mehrerer jagdkritischer Bücher. (Dag Frommhold: Informationen zur Jagd - Fakten und Hintergründe)

Das heutige Bundesjagdgesetz geht in seinen Grundzügen bis heute auf das Reichsjagdgesetz von 1934 zurück. Das Reichsjagdgesetz wurde von Jägern entworfen und von Hitlers Reichs­jägermeister Hermann Göring durchgesetzt. Die heute noch vorgeschriebene Trophäenschau, die mit der Bezeichnung »Hegeschau« verbrämt wird, stammt aus dem Reichsjagdgesetz.

Die Tiere, die das »Hegeziel« nicht erreichen, werden als »Hegeabschuss« aus der Wildbahn »entnommen«. Zum Hegeabschuss führen »wenig Geweihauslage; körperlich schwache Spießer mit nur angedeuteter Verdickung der Rosen und Knieper; schwache Stangen; geringe Aug- und Mittelsprossen«. (Jägerzeitschrift Unsere Jagd 9/2001)

Als »Hege des Niederwilds« (Hasen, Rebhühner, Fasane usw.) verstehen Jäger den massenhaften Abschuss von Füchsen: Für die Jäger ist der Fuchs ein verhasster Beutekonkurrent. Und so schießen sie erst den Fuchs und dann die Hasen, Rebhühner und Fasane.



Aus einer Jagdzeitschrift von heute Kapitale Geweihe werden heute noch in »Trophäenschauen« nach festgelegten Kriterien bewertet und prämiert. »Ein wichtiger Grund hierfür ist sicherlich der seit Reichsjägermeister Göring verbreitete Kult um die Trophäen (dt. Siegeszeichen).« (Dag Frommhold: Informationen zur Jagd) · Bild aus: Unsere Jagd 9/2001



Reichsjägermeister Göring gründete ein Institut für Jagdkunde, »um den triebhaften Neigungen des wehrhaften deutschen Mannes Folge zu leisten«. (Originalzitat: Gründungsdekret von 1936) · Bild: Bundesarchiv, Bild 146-1979-145-04A / CC-BY-SA Hermann Göring auf der Jagd



Schützt Jagd vor Tollwut und Fuchsbandwurm?

Füchse werden in Deutschland ganzjährig bejagt und haben keine Schonzeit. Da Füchse nicht essbar und die Pelze schwer zu vermarkten sind, werden die Kadaver meist kurzerhand in der Tierkörperbeseitigung entsorgt. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit vor allem mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm.

Der Haken daran: Den letzten Tolllwutfall in Deutschland gab es laut Robert-Koch-Institut (RKI) 2006, also vor über 10 Jahren. Seit 2008 gilt Deutschland nach den internationalen Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit OIE offiziell als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert. »Dass man sich auf diese Weise mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann, darf endgültig ins Reich der Legenden verbannt werden«, berichtete das Magazin Welt der Wunder (18.6.2012) unter Berufung auf Mediziner vom Uniklinikum Ulm und von der Universität Würzburg, die Entwarnung gaben.

Eine Untersuchung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der Technischen Universität München wies nach, dass durch das konsequente Auslegen von Entwurmungsködern die Infektions­rate dauerhaft auf ein Minimum gesenkt werden kann. Bei einem Projekt im Landkreis Starnberg wurde die Befallsrate der Füchse innerhalb weniger Jahre auf unter 3 Prozent gesenkt. (Pressemeldung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München, Januar 2010)

Auch die Tollwut wurde in Deutschland nicht durch das Abschießen von Füchsen, sondern das Auslegen von Impfködern besiegt.

Nachdem sich inzwischen herumgesprochen hat, dass es in Deutschland längst keine Tollwut mehr gibt, wird der massenhafte Abschuss von Füchsen neuerdings mit der vermeintlichen Bekämpfung der Räude begründet. Einer kritischen Betrachtung hält diese Sichtweise jedoch nicht stand: Die Räude ist viel seltener als vermutet und Füchse mit guter Konstitution können die Räude ausheilen. Diese Fuchsbestände sind dann resistent gegen Neuinfektionen. Außerdem stellt Räude bei Füchsen keine Gefahr für Menschen oder Haustiere dar.



Füchse werden in Deutschland ganzjährig bejagt und haben keine Schonzeit.In Jagdzeitschriften und Jäger-Foren ist von der »Lust am Nachstellen und Erbeuten« ist dort die Rede, von der »Waidmannsfreude, einen Fuchs im Schrotschuss rollieren (sich überschlagen) zu lassen«, vom »Reiz der winterlichen Fuchsjagd«, vom »Jagdtrieb«, vom »Jagdfieber« und vom »Kick«, den der Jäger beim tödlichen Schuss erlebt.



Die wahren Gründe für die Jagd auf Füchse

Wenn nun aber »Tollwut« und »Fuchsbandwurm« als Jägermär entlarvt sind - was sind dann die wahren Gründe für die Fuchsjagd? Hier geben die einschlägigen Jagdzeitschriften und Jäger-Foren im Internet schnell Aufschluss: Von der »Lust am Nachstellen und Erbeuten« ist dort die Rede, von der »Waidmannsfreude, einen Fuchs im Schrotschuss rollieren (sich überschlagen) zu lassen«, vom »Reiz der winterlichen Fuchsjagd«, vom »Jagdtrieb«, vom »Jagdfieber« und vom »Kick«, den der Jäger beim tödlichen Schuss erlebt.

Anders, als von Jägern oft behauptet, nehmen unbejagte Fuchsbestände keinesfalls überhand. Komplexe Sozialstrukturen, in denen bei hoher Populationsdichte und geringem Jagddruck deutlich weniger Welpen zur Welt kommen, beschränken die Vermehrungsrate. Im Normalfall bringt eine Füchsin drei bis fünf Junge zur Welt. In Gebieten, in denen Füchse stark verfolgt werden oder die Sterberate durch Seuchen stark angestiegen ist, können es jedoch doppelt so viele sein. Auf diese Weise werden Verluste schnell wieder ausgeglichen.

Füchse erfüllen eine wichtige Rolle als »Gesundheitspolizei«: Sie fangen vor allem Mäuse - zum Nutzen der Landwirtschaft -, vertilgen Aas und erbeuten meist kranke oder verletzte Tiere. So tragen sie zur Gesunderhaltung der Tierpopulationen bei. Doch der Fuchs ist nicht nur »Gesundheitspolizei« in der Natur, sondern trägt auch zum Schutz des Waldes bei, da er Waldwühlmäuse vertilgt.



In sogenannten »Fuchswochen« im Januar und Februar machen mehrere Reviere gleichzeitig großangelegt Jagd auf Füchse. Nach der Jagd wird »Strecke« gelegt: Viele Reviere können sich in der Presse brüsten, 70, 80 oder mehr Füchse »erlegt« zu haben. Jedes Jahr werden in Deutschland rund eine halbe Million Füchse von Jägern getötet. · Bild: Pelli



 



In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten

Die Regierung von Luxemburg hat die Fuchsjagd seit 2015 verboten. Laut Camille Gira, Staatssekretär im Nachhaltigkeitsministerium, gebe es keine Gründe, die bestehende Regelung abzuändern. »Ich bin zufrieden mit dem Umstand, dass auch Landwirte und Jäger keine größeren Probleme mehr mit dem Verbot haben«, so Staatsekretär Gira. (Fuchsjagdverbot um ein Jahr verlängert. Luxemburger Wort, 14.12.2016)

Als das Fuchsjagdverbot 2015 zum ersten Mal verkündet wurde, malte der Luxemburgische Jagdverband in öffentlichen Stellungnahmen Schreckensszenarien einer Massenvermehrung der Füchse und von Wildseuchen an die Wand. Dies ist alles nicht eingetreten.

Jägerprognosen widerlegt: Weder Massenvermehrung noch Wildseuchen

In Luxemburg wurden 2016 um die 150 tote Füchse, die am Straßenrand aufgesammelt wurden, auf eventuelle Krankheiten untersucht. Bei nur einem Drittel konnte eine Infizierung mit dem Fuchsbandwurm festgestellt werden. Das wäre absolute europäische Norm, so Staatssekretär Gira. Tollwutinfektionen konnten keine gefunden werden.

Ein Blick auf langjährig fuchsjagdfreie Gebiete zeigt, dass das Jagdverbot auch weiterhin keineswegs das ökologische Gleichgewicht aus den Angeln hebt. Ob in den Dünengebieten Nordhollands, dem jagdfreien Schweizer Kanton Genf, Nationalparks wie Berchtesgaden und Bayerischer Wald oder fuchsjagdfreien Großrevieren in ganz Europa: Überall dort hat weder eine Massenvermehrung von Füchsen stattgefunden noch hat die Häufigkeit von Wildseuchen zugenommen.



Durch die Jagd sind Vögel in der freien Natur



ständig auf der Flucht vor Menschen

Während sich die Enten und Gänse in der Stadt auf den Gewässern ohne große Scheu vor dem Menschen beobachten lassen und ihnen zum Brüten oder Mausern eine Insel im Teich oder ein nicht direkt zugängliches Ufer reicht, zeigen sie in der »freien Natur« große Fluchtdistanzen.

Der Zoologe und Ornithologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf erklärt: »Dass die Wasservögel so empfindlich auf Störungen reagieren, liegt an der Bejagung. Sie macht nicht nur die betroffenen Arten scheu, sondern auch jene, die eigentlich geschützt sind. Diese können nicht wissen, wem die Schüsse gelten, die die Panik auslösen.« (Josef H. Reichholf: Ornis - Das Leben der Vögel.
Verlag C.H. Beck, 2014. S. 77)

»Die von der Jagd erzwungene Scheu ist das Hauptproblem für fast alle größeren und großen Vögel«, so der Ornithologe. Und er weist daraufhin, dass sich während der Jagdsaison die Verhältnisse bei uns zwar graduell, aber nicht grundsätzlich von denen rund ums Mittelmeer unterscheiden würden, »wo der Krieg ausgebrochen scheint, wenn die Jäger bei der herbstlichen Vogeljagd loslegen - und sehr viel von unserem Vogelschutz zunichte machen. Wohl der Ente, die im Burgfrieden der Städte geblieben ist. Wenige Kilometer außerhalb kann sie tödlicher Bleischrot treffen.«

Dabei ist die Jagd in unserer Zeit nur noch ein reines Vergnügen der Jäger: »Eine Notwendigkeit ist sie nicht. Denn wo Vögel wirtschaftliche Schäden verursachen, etwa Stare in Weingärten, leistet die Jagd nichts zur ‚Regulierung’.« (a.a.O. S. 78/79)

Durch das ständige Auf-der-Flucht-sein verbrauchen sie große Mengen an Energie und Kraftreserven, die ihnen bei der Jungenaufzucht, beim Vogelzug und vor allem im Winter fehlen. Weil so beispielsweise Wildgänse auf viel mehr Futter angewiesen sind, erhöhen sich die Fraßschäden auf den Feldern.



Jäger erschießen jedes Jahr über 1 Million Vögel wie Tauben, Wildenten, Wildgänse, Krähen, Fasane, Rebhühner und Waldschnepfen. Dadurch zeigen alle Vögel in der freien Natur - auch die geschützten - große Scheu vor Menschen.



"Jagdstrecke" mit Fasanen 



Studie: Vogelschutz durch Abschaffung der Jagd

Durch die Abschaffung der Jagd im schweizer Kanton Genf 1974 bekam das Gebiet des Genfer Sees und des Flusses Rhône internationale Bedeutung für den Vogelschutz. Dies belegt eine Studie des Schweizer Vogelschutzes SVS-BirdLife.

Demnach ist dieser für den Vogelschutz zuvor wenig bedeutsame Gewässerabschnitt heute ein bedeutsames Biotop für überwinternde Tafel- und Reiherenten, Hauben- und Zwergtaucher, Pfeif-, Schnatter-, Krick- und Stockenten. Auch für den Gänsesäger sind die Gewässer im Kanton Genf ist es ein wichtiges Brut- und Überwinterungsgebiet. Besonders der gestaute Bereich bei Peney und oberhalb Verbois sowie die Rade de Genève sind wichtige Ruhegebiete für Wasservögel, wogegen die Nahrungsgebiete auch im fließenden Abschnitt liegen. Teilgebiete sind Limikolenrastplätze, die als besonders wertvoll (Vasières de Peney, Rade de Genève) oder als wichtiges Gebiet (lac de Verbois) eingestuft sind. (BirdLife International (2012) Important Bird Areas factsheet: River Rhone: Geneva to Verbois reservoir. Downloaded from http://www.birdlife.orgon 07/04/2012
http://www.birdlife.org/datazone/sitefactsheet.php?id=3269)



Blei vergiftet Vögel und Natur

Viele Jäger verwenden immer noch Bleimunition. Doch Blei vergiftet die Umwelt und vergiftet und tötet zig-Tausende Wasservögel.

»Bei überwinternden Schwänen aus Nordeuropa geht ein Viertel der festgestellten Todesfälle auf diese Ursache zurück«, meldet SPEKTRUM der Wissenschaft (27.11.2015). Dazu kommen hunderttausende weitere Tiere, die außerhalb der winterlichen Jagdzeit davon kontaminiert und schwer in ihren Körperfunktionen beeinträchtigt werden oder sterben.

Einer aktuellen Studie der University of Cambridge zufolge sterben jeden Winter in Großbritannien zwischen 50.000 und 100.000 Enten, Schwäne und Gänse, weil sie Bleikügelchen und -splitter mit Nahrung verwechseln und sich dadurch
vergiften.

Neben Wasservögeln vergiften sich auch andere Tiere wie Füchse und Greifvögel, wenn sie mit Blei kontaminiertes Aas schlucken oder Tiere erbeuten, die bei der Jagd verwundet wurden. So sterben viele der in Deutschland lebenden Seeadler jämmerlich an einer Bleivergiftung.

Bleischrot aus Jägerflinten ist mittlerweile die Hauptquelle für diesen Schwermetalleintrag in die Umwelt. Blei ist ein Nervengift, schon geringe Mengen können die Wahrnehmung trüben und Nervenschäden verursachen.
(Deborah J. Pain1†, Ruth Cromie1 & Rhys E. Green: Poisoning of birds and other wildlife from ammunition-derived lead in the UK www.oxfordleadsymposium.info/wp-content/uploads/OLS_proceedings/papers/OLS_proceedings_pain_cromie_green.pdf
· Jagd: Bleimunition vergiftet zahlreiche Vögel. SPEKTRUM, 27.11.2015 ·
www.spektrum.de/news/bleimunition-vergiftet-zahlreiche-voegel/1379174)



Viele Jäger verwenden immer noch Bleimunition. Doch Blei vergiftet die Umwelt und vergiftet und tötet zig-Tausende Wasservögel.



Je mehr Wildschweine geschossen werden,



umso mehr vermehren sie sich

Seit Jahren ist in allen Zeitungen von einer »Wildschweinschwemme«, gar von einer »Wildschwein-Plage« zu lesen. Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des »Wildschweinproblems«, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem?

Dass Jagd die Zahl der Wildschweine nicht nachhaltig regulieren kann, gibt Deutschlands größte Jagdzeitschrift längst offen zu: »Sind die Jäger überhaupt in der Lage, die Schwarzkittel dauerhaft zu regulieren?«, fragt WILD UND HUND und gibt auch gleich die Antwort: »Insgesamt haben jedoch alle Bemühungen der vergangenen Jahre keinen Erfolg gebracht. Die Sauen vermehren sich unaufhaltsam weiter.« (WILD UND HUND, 9/2014)

Bis Ende der 1980er-Jahre belief sich die gesamteuropäische Schwarzwildstrecke auf 550.000 Stück. Im Jagdjahr 2014/15 wurden alleine in Deutschland 520.623 Wildschweine erlegt.

»Angesichts dieser Zahlen wird klar, dass wir die Sauen mit jagdlichen Mitteln offenbar nicht mehr nachhaltig regulieren können«, heißt es in WILD UND HUND 9/2014. Deutlicher könnte das Eingeständnis der Jäger nicht sein: Jagd kann Wildschweine nicht regulieren.

Das Gegenteil ist der Fall: Jagd führt zur unkontrollierten Vermehrung von Wildschweinen. So paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, umso stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin.

Der renommierte Zoologe Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der an der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte und Leiter der Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München war, stellt fest: »Jagd reguliert nicht. Sie schafft überhöhte und unterdrückte Bestände.« (Vortrag Prof. Dr. Reichholf am 15.10.2013 an der Uni Basel · www.jagdreguliertnicht.ch)

Eine französische Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. Die Wissen­schaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde im renommierten Journal of Animal Ecology veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird.

Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher - vor Ende des ersten Lebensjahres - ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden. Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Die Sozialstruktur ist zerstört, die Tiere vermehren sich unkontrolliert.



Trotz Steigerung der Abschussmenge von unter 150.000 auf über 500.000 Wildschweine nimmt der Bestand weiter zu. · Graphik: Wildtierschutz Deutschland e.V.



Treib- und Drückjagden verursachen großes Tierleid »Etliche Tiere werden nur verletzt und verenden später qualvoll irgendwo im Dickicht, es werden ihnen Gliedmaßen abgeschossen oder sie laufen nurmehr verkrüppelt herum.« · Bild: Pelli



Wildschweinschwemme "hausgemacht"

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass der verstärkte Energie-Maisanbau zur Vermehrung der Wildschweine beiträgt. Gerade Mais fördert mit seinem besonders hohen Anteil an Stärke die Fruchtbarkeit von Wildschweinen.

Wurde in Deutschland 1960 auf 56.000 Hektar Mais angebaut, waren es im Jahr 2016 ganze 2,6 Millionen Hektar. Davon dienen ca. 1,7 Mio. Hektar zur Futtermittelerzeugung für die Massentierhaltung und ca. 0,9 Mio. Hektar für die Biogasproduktion. Die großflächigen Mais-Monokulturen haben gravierende Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Doch sind sie auch der ausschlaggebende Grund für die Vermehrung der Wildschweine?

Statistisch gesehen wird weniger als 1 Prozent des Feldmaiskörneranbaus von Wildschweinen konsumiert. Wildschäden auf Maisfeldern sind vor allem Trampelschäden. Und während der Mais auf den Feldern nur wenige Monate im Jahr zur Verfügung steht, karren Jäger ganzjährig große Mengen Mais als »Kirrungen« (Anlockfütterungen) in den Wald. Der Kirrmais steht auch in der für das Reproduktionsgeschehen wichtigen Rauschzeit (Fortpflanzungszeit) von November bis Januar zur Verfügung. Untersuchungen der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz weisen darauf hin, dass die zusätzliche Fütterung gerade bei Frischlingsbachen die Geschlechtsreife von 30 auf 70 Prozent erhöhe, was wegen ihres hohen Anteils in der Population den Gesamtzuwachs der Population entscheidend beeinflusse. (Landwirtschaftliches Wochenblatt 43/2012)

Der NABU-Jagdexperte Michael Hug kritisierte schon vor über 15 Jahren, dass Wildschweine »gemästet werden wie ein Hausschwein«. (Reform der Jagd, NABU 2002) Die Wildforschungsstelle Aulendorf hatte damals ermittelt, dass in Baden-Württemberg für ein erlegtes Wildschwein im Schnitt 136 Kilo (!) Mais ausgebracht werden. (Ergebnisse einer landesweiten Befragung zur Schwarzwildbewirtschaftung. Wildforschungsstelle Aulendorf, 4/2001)

Bis heute hat sich daran nichts geändert: In Bayern beispielsweise wurden laut einer Kirranlayse aus dem Jahr 2014 pro erlegtem Wildschwein zwei Zentner (100 Kilo) Mais investiert. (Brennpunkt Schwarzwild. Abschlussbericht im Auftrag der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, 2014)

»Kirrung produziert Schwarzwild«, überschrieb Dr. Helmut Stadtfeld, Vorsitzender des Tierschutzbeirates Rheinland-Pfalz, einen Artikel für die Rheinische Bauernzeitung. Dort heißt es: »Kirrung bedeutet nämlich vor allem, dass in vielen Revieren der Tisch für unser Schwarzwild ganzjährig reich gedeckt ist. Das Futter­angebot wiederum ist bekanntlich ein ganz wesentlicher Faktor für die Entwicklung einer Wildtierpopulation.« Der Tierschutzbeirat fordert ein Verbot des Kirrens. (Dr. Helmut Stadtfeld: Kirrung produziert Schwarzwild. Rheinische Bauernzeitung, 19.01.2013)

»Die enormen Wildschweinbestände sind zum großen Teil ein hausgemachtes Problem«, gibt Elisabeth Emmert, Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbands, zu. Die Ausbreitung des Schwarzwilds sei den Jagdpächtern lange willkommen gewesen. Große Mengen an Futter seien über Jahrzehnte in die Wälder gebracht worden. »Wenn man immer viele Schweine zum Schießen hat, ist das natürlich etwas Schönes.« (Schweine im Schlaraffenland. DIE ZEIT 13/2009)



Mais im Januar. In der »Kirrung« stecken etwa 10 Liter Mais. In den blauen Fässern am Waldrand steht reichlich Nachschub. · Bild: Pelli



Mais im März. Kirrung mit etwa 15 Litern Körnermais. Mais fördert mit seinem besonders hohen Anteil an Stärke die Fruchtbarkeit von Wildschweinen. Untersuchungen zufolge werden pro erlegtem Wildschwein etwa 100 Kilo Mais gefüttert. · Bild: Pelli



Anlockfütterung vor Jägerhochsitz. Bild: pelli



Schützen Jäger den Wald vor Rehen?

Wenn Jäger ihr blutiges Hobby in der Öffentlichkeit rechtfertigen, malen sie Schreckensszenarien von Waldschäden durch »Wildverbiss«. Seltsamerweise tauchen Rehe und Hirsche im Waldschadenbericht der Bundesregierung überhaupt nicht auf - als Ursache für Waldschäden werden statt dessen Luftverschmutzung und saure Böden durch hohe Nitratwerte, verursacht von der industriellen Landwirtschaft (vor allem der Massentierhaltung mit ihren Ammoniak-Emissionen) genannt.

Stimmt es also, dass Jäger den Wald vor den Rehen schützen müssen? Der Zoologe Prof. Dr. Reichholf weist darauf hin, dass der hohe Jagddruck Flexibilität, Mobilität und Scheuheit der Rehe erhöht: »Ein anhaltend hoher Jagddruck von rund einer Million abgeschossener Rehe pro Jahr hat den Bestand nicht auf gewünschte Höhe reguliert, sondern auf hohem Niveau hoch produktiv gehalten.« Das heißt: Je mehr Rehe geschossen werden, umso stärker vermehren sie sich. (Rabenschwarze Intelligenz - Was wir von Krähen lernen können, 2009)

Prof. Reichholf stellt in aller Deutlichkeit fest, dass Jagd in der Kulturlandschaft aus ökologischen Gründen nicht sein muss. »Jagdleidenschaft (Passion) ist kein Auftrag der Gesellschaft und kann es auch nicht sein. Irgendwelche Tierarten ‘kurz zu halten’, bildet allenfalls eine Forderung von Land- und Forstwirtschaft.« Prof. Reichholf belegt, dass der Wildschaden in der Land- und Forstwirtschaft weniger groß ausfallen würde, »wenn das Wild nicht so scheu wäre und wenn mehr Raubtiere als natürliche Feinde des Schalenwildes in Wald und Flur zugelassen würden.« (Josef H. Reichholf: Warum Jagd? Folgen des Jagens für Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften. TIERethik 2/2013)



Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Erst die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Durch die Jagd werden die Tiere unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht. · Bild: Archiv



Jäger halten Rehbestand auf hohem Niveau

Dass die Jäger in Wirklichkeit den Rehbestand hoch halten wollen, um genug zum Schießen zu haben, beweist auch folgende Tatsache: Sobald sich in einem Revier Luchse oder Wölfe angesiedelt haben, lanciert die Jagdlobby Schlagzeilen wie »Fressen die Luchse den Harz leer?« (topargar, 20.2.2015). In der Lausitz jammern Jäger: »Das Reh- und das Schwarzwild sind stark zurückgegangen, Rotwild gibt es so gut wie keins mehr.« (Der Wolf – von Scheu keine Spur. Lausitzer Rundschau, 24.2.2017) Dadurch ließen sich Jagden nur noch schwer verpachten.

Das Argument, Rehe würden erhebliche Schäden verursachen, dient also nur als Vorwand der Jäger, längere Jagdzeiten oder höhere Abschussquoten durchzusetzen.



Jäger wollen den Rehbestand hochhalten, um genug zum Schießen zu haben.



Jagd provoziert Wildschäden

Statt Wildschäden zu verhindern, provoziert Jagd ganz im Gegenteil Wildschäden. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Erst die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Durch die Jagd werden die Tiere unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Der dichtbesiedelte Kanton Genf (Jagdverbot seit 1974) und der Schweizerische Nationalpark (Jagdverbot seit 1914) beweisen, dass weder im Siedlungsraum der Menschen noch in besonders naturnahen Naturschutzgebieten eine Kontrolle der Bestände durch die Jagd notwendig ist.



Im Kanton Genf haben Rehe und Hirsche ihre unnatürliche Scheu verloren: Sie kommen auch am hellichten Tage aus der Deckung. · Bild: Canton de Genève, Direction générale de la nature et du paysage



Studien: Waldverjüngung durch Hirsche

Hirsche tragen zur Verjüngung des Waldes und zur Artenvielfalt bei. Auf Wildwechseln wachsen nämlich dreißigmal mehr Baumkeimlinge. Dies ist das Ergebnis zweier Studien der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, Birmensdorf hin, die beide im Nationalpark Schweiz durchgeführt wurden. Im Nationalpark Schweiz wird seit 1914 nicht mehr gejagt.

Studie 1: Artenvielfalt nimmt zu

Die erste Studie »Huftiere und Vegetation im Schweizerischen Nationalpark von 1917 bis 1997 bzw. Einfluss des Wildes auf die botanische Vielfalt der subalpinen Weiden« kommt zu folgendem Ergebnis: Obwohl seit Anfang des 20. Jahrhunderts durch das Jagdverbot im Nationalpark eine starke Zunahme der Hirschpopulation festzustellen ist, würde heute die Futtermenge im Nationalpark theoretisch sogar für das Fünf- bis Zehnfache des heutigen Wildbestands ausreichen. Auf Dauerkurzweiden, die durch Hirsche intensiv genutzt werden, haben die Pflanzenarten in den beobachteten 50 bis 80 Jahren stark zugenommen. Dagegen hat auf Weiden, die extensiv beäst wurden, die Artenvielfalt abgenommen. Trotz steigender Rothirschdichte durch das Jagdverbot wuchs eine frühere Schadensfläche zwischen 1955 und 1975 wieder vollständig zu.

Studie 2: Dreißigmal mehr Baumkeimlinge auf Wildwechseln

Die zweite Studie über die »Bedeutung von Huftieren für den Lebensraum des Nationalparks bzw. zum Nahrungsangebot und zur Waldverjüngung« zeigt, dass trotz angewachsener Hirschpopulation die Anzahl der Bäume pro 100 Quadratmeter und der dem Verbiss entwachsenen über 150 cm hohen Bäume stark zugenommen hat. Auf den aktuell benutzten Wildwechseln wurden pro Quadratmeter im Schnitt achtmal mehr Keimlinge gefunden als auf verlassenen Wechseln, und rund dreißigmal mehr als außerhalb von Wildwechseln. Die Verjüngung und die Ausbreitung des Waldes scheinen also durch die heutige Hirschdichte im Nationalpark eher gefördert als behindert zu werden. Dies bestätigen auch Vergleiche mit alten Luftbildern und Langzeituntersuchungen auf Dauerbeobachtungsflächen. Diese zeigen, dass der Wald trotz der relativ hohen Hirschdichte während der letzten Jahrzehnte an verschiedenen Stellen sogar erfolgreich auf die ehemaligen Weiden hinaus vorgedrungen ist.
(Dr. Hans Hertel, Über Sinn und Unsinn des Jagens. The Journal of Natural Science 5/2000)



Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Rothirsche im Engadin ausgerottet. 50 Jahre später wanderten sie von Nord- und Mittelbünden wieder ein. Rund 2000 Hirsche leben in den Sommermonaten im Nationalpark. Hirsche tragen zur Vermehrung des Waldes bei, weil sie Baumsamen verbreiten: Auf Wildwechseln im Nationalpark wurden rund 30 Mal mehr Keimlinge gefunden als außerhalb von Wildwechseln. Foto: Schweizerischer Nationalpark



Sind Jäger Naturschützer?

"Jäger tun viel für die Natur"?!

Nach eigenen Angaben (2001) hat die Jägerschaft folgende Naturschutzarbeit geleistet:
3 Millionen Gehölze und 236.500 Bäume gepflanzt, 6.500 "biotopverbessernde" Arbeiten und 3.200 "Pflegemaßnahmen" durchgeführt.
3 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten die Jäger pro Jahr nach ihren eigenen Angaben.

Rund 320.000 Jagdscheininhaber gibt es in Deutschland.
Somit hat jeder Jäger 9 Gehölze gepflanzt, dass ergibt eine Hecke von ca. 2,7 m Länge.
Für einen Baum pro Jäger reicht es schon nicht mehr, sind nämlich nur 0,7 Bäume.
Jeder 50. Jäger führt eine "biotopverbessernde" Maßnahme im Jahr durch.
Nur jeder 100. Grünrock kann sich jährlich zu einer "Pflegemaßnahme" durchringen.
Ganze 9 Stunden arbeitet ein Jäger ehrenamtlich pro Jahr im Wald. Mehr nicht.
Jeder Hobbygärtner leistet in seinem Vorgarten erheblich mehr Naturschutzarbeit, ohne dafür zu töten.


Was die Jäger können, ist die Natur und die Umwelt extrem schädigen. Mehr als 1.000 Tonnen Blei werden jährlich in den Boden und die Gewässer geballert.
Karin Hutter (Autorin des Antijagdbuches "Ein Reh hat Augen wie ein 16 jähriges Mädchen") schrieb über die Umweltschäden durch Jäger:
"Wissenschaftler warnen seit Jahrzehnten vor der Benutzung von Bleischrot. Blei stellt eindeutig eine längst erkannte Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar, auf die hier nicht näher eingegangen werden muss. Es ist auch hinlänglich bekannt, dass nur ein Teil der Bleiladung im Körper des Opfers landet und der Rest in die Landschaft rieselt. Auch Tiere - besonders Greif- und Rabenvögel, die sich von Aas ernähren, haben darunter zu leiden."

Verschossenes Blei gelangt tonnenweise in Flachwasserzonen, Seen, Moore und Wiesen. Zudem - und diese Tatsache findet weniger Beachtung - reichert sich beim Verzehr von mit Bleischrot getöteten Wildtieren das hochgiftige Schwermetall im menschlichen Körper an. Und wenn ein Wildtier erst angeschossen und später getötet wird, ist der Bleigehalt - dieses von Jägern als besonders gesund und bekömmlich angepriesene Lebensmittels - noch erheblich höher.



Beliebter Aufkleber auf Jägerautos 



Jäger-Idylle 



Jäger rüsten auf 



Wissenschaftler: Ohne Jagd finden Natur und Tiere



ins Gleichgewicht

Immer mehr Biologen, Zoologen und Ökologen gelangen zu der wissenschaftlich untermauerten Ansicht, dass Jagd Wildtierbestände nicht regulieren kann. Wildtiere verfügten von Natur aus über verschiedene Mechanismen zur Regulierung des Populationswachstums, die über die Sozialstrukturen, Hormone und Pheromone sowie das Futterangebot gesteuert werden: Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt.

Überpopulationen würden vor allem dadurch entstehen, weil die Vermehrung bestimmter Tierarten wie Rehe und Hirsche von den Jägern durch »Hege« und Fütterung besonders gefördert wird. Außerdem würde die ständige Bejagung dazu führen, dass sich bestimmte Tierarten wie Wildschweine und Rehe viel stärker vermehren, um Verluste auszugleichen, während andere Arten immer seltener würden.

Der Evolutionsbiologe und Ökologe Prof. Dr. Josef Reichholf erklärte diesen Zusammenhang gegenüber der Süddeutschen Zeitung so: Werden in einem Gebiet viele Tiere getötet, haben die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. Tiere, die den Winter gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort. »Die Konkurrenz im Winter ist geringer, die Chancen sind im Frühjahr besser«, so Reichholf. Durch die Jagd würden Tierarten, die bereits selten sind, noch seltener, und jene, die häufig sind, noch häufiger. (Streit um die Jagd - »Befriedigung der Mordlust«. Süddeutsche Zeitung, 17.5.2010)

Auch der Zoologe Ragnar Kinzelbach von der Universität Rostock ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« Rehe, früher tagaktive Tiere, seien nur durch die Jagd zu scheuen, nachtaktiven Waldbewohnern geworden. »Wenn man die Rehe nicht jagen würde, würden sie sich auch nicht so sehr im Wald aufhalten und dort alles anknabbern«, argumentiert der Zoologe.

Außerdem sei die massive Fütterung durch Jäger ein Problem: »Die Jäger mästen sich in unseren Wäldern gigantische Rot- und Rehwildbestände heran, nur um sie anschließend abschießen zu können«, so Kinzelbach. Und er kommt zu dem Schluss: »Letztlich dient die Jagd nur dem Spaß und der Befriedigung der Mordlust der Jäger«. (Streit um die Jagd -»Befriedigung der Mordlust«. Süddeutsche Zeitung, 17.5.2010)

Der italienische Zoologe Prof. Carlo Consiglio hatte bereits im Jahr 2001 in seiner viel beachteten wissenschaftlichen Publikation »Vom Widersinn der Jagd« auf 300 Seiten mit vielen Tabellen, Schaubildern und Erklärungen nachgewiesen, dass es nicht die geringste wissenschaftliche Rechtfertigung für die Jagd gibt. (Carlo Consiglio: Vom Widersinn der Jagd. Verlag Zweitausendundeins, 2001)

Dass eine Natur ohne Jagd möglich ist, zeigen die Erfahrungen im Schweizerischen Nationalpark, der seit 1914 jagdfrei ist, oder im Schweizer Kanton Genf, in dem die 1974 die Jagd seit 1974
per Volksentscheid verboten ist. Auch in Italien sind die ausgedehnten Nationalparks alle seit Jahrzehnten jagdfrei, beispielsweise der »Gran Paradiso« (seit 1922 jagdfrei) oder der Nationalpark Belluno in den Dolomiten (seit 1990 jagdfrei). Auch auf der griechischen Insel Tilos ist die Jagd seit 1993 verboten. Überall zeigen die Erfahrungen, dass die Tierbestände natürlichen Schwankungen unterliegen und nie überhand nehmen.

Und noch etwas ist in unbejagten Gebieten zu beobachten: Die Tiere zeigen keinerlei Scheu vor Menschen und lassen sich am hellichten Tag aus wenigen Metern Entfernung beobachten. In Deutschland nimmt hingegen jeder Hase, jedes Reh, jedes Wildschwein panisch Reißaus, wenn es einen Menschen in einer Entfernung von Hunderten Metern sieht oder wittert. Die Tiere wissen: Mensch gleich Jäger gleich Feind.

Prof. Reichholf wies darauf in einem SPIEGEL-Interview hin: Ohne Bejagung würden die Tierbestände auf ein natürliches Maß zurückgehen, und seltenere Arten wie der Feldhase würden
profitieren. Und: »Das Wild würde in jagdfreien Zonen weniger scheu werden. Die Menschen könnten wieder aus der Nähe unsere heimische Tierwelt bestaunen.« (»Relikt aus der Feudalzeit«- Der Münchner Zoologe Josef Reichholf, über die ökologischen Vorteile jagdfreier Gebiete. SPIEGEL 27/2012)

Ruhezonen könnten außerdem die gefürchteten Wildschäden vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger
Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss. Was es frisst, entnimmt es verstärkt der Ruhezone. Dadurch werden die angrenzenden Flächen eher entlastet als durch das Wild belastet.« (Josef Reichholf in der BR-Sendung »Unser Land«, 16.11.2012)



Ruhezonen könnten Wildschäden vermindern: »Weniger Jagddruck, mehr Ruhezone, bedeutet für das Wild weniger Energieausgabe. Also muss es weniger Nahrung zu sich nehmen, weil es weniger herumwandern muss.« · Bild: Archiv



»Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.«, ist der Zoologe Ragnar Kinzelbach von der Universität Rostock überzeugt. Rehe, früher tagaktive Tiere, seien nur durch die Jagd zu scheuen, nachtaktiven Waldbewohnern geworden. »Wenn man die Rehe nicht jagen würde, würden sie sich auch nicht so sehr im Wald aufhalten und dort alles anknabbern.« · Bild: Freiheit für Tiere



WARUM JAGEN JÄGER WIRKLICH?



»Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« · Bild: www.respektiere.at



"Warum brauchen wir eigentlich für alles



- auch für die Jagd -



- eine hieb- und stichfeste Begründung?"

Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet die Jagdredakteurin Silke Böhm im Editorial einer Jägerzeitschrift wie folgt: »Warum brauchen wir eigentlich für alles - auch für die Jagd - eine hieb- und stichfeste Begründung? Warum kann man sich nicht einfach fallen lassen? Nur einmal machen, was einem gut tut. Ohne Steuerung, ohne Erklärung, einfach auf Gefühle, Intuition und Instinkte verlassen?« Sie könne ihre vielen Emotionen, die sie beim Jagen empfinde, nicht in Worte fassen.

»Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?«

Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz. Die Lust am Jagen wird gern in der Öffentlichkeit in den Hintergrund gedrängt. Weshalb die Freude leugnen, die uns so gut tut und die uns zu dem macht, was wir sind - Menschen.« (Silke Böhm, Editorial Wild und Hund 22/2012)



»Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.« · Bild: Pelli



"Mensch sein heißt Jäger sein"

Wild und Hund-Chefredakteur Heiko Hornung überschreibt sein Editorial in Ausgabe 3/2016 mit »Menschheitserbe«. Hier heißt es unter anderem: »Mensch sein heißt Jäger sein«. Weiter ist zu lesen:

»Wer glaubt, der Mensch könne oder müsse jetzt – auf einer höheren Zivilisations- und Kulturstufe angelangt – seinem Jägererbe abschwören, weil ihn nur das zu einem geistig höheren Wesen mache, begreift den Menschen nicht mehr als Teil der Natur. Ihre Fehldeutung und Verleugnung ist der letzte und traurige Sieg des Menschen über die Natur. Vor diesem Hintergrund ist es längst überfällig, dass die Jagd ähnlich der Falknerei zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wird.« (Heiko Hornung in Wild und Hund, Editorial Ausgabe 3/2016)

Doch was ist nun dieses angebliche »Jägererbe«, mit dem der Mensch sich als »Teil der Natur fühle« und dass er nicht verleugnen solle? Dem Jagdredakteur zufolge hat es mit »einer höheren Zivilisations- und Kulturstufe« und dem Menschen als einem »geistig höheren Wesen« nichts zu tun. Es scheint also tiefer angesiedelt zu sein, in archaischen Trieben.

Sicher, der Mensch war schon in der Steinzeit Jäger. Aber Menschen führen auch seit der Steinzeit Krieg, töten, quälen, vergewaltigen, ohne dass dies ein »Kulturerbe« genannt würde. Unter »Kulturerbe« versteht man doch im Allgemeinen höhere Errungenschaften wie Kunst, Musik oder Theater.



Treibjagd auf Hasen Schon seit 1995 steht der Hase auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Dennoch schießen Jäger in Deutschland an die 250.000 Feldhasen tot. · Bild: Freiheit für Tiere



"Ich jage, also bin ich"

Der Jäger und Journalist Eckard Fuhr versucht sich im ZEIT Magazin als Philosoph, indem der den philosophischen Grundsatz »Ich denke, also bin ich« abwandelt:

»Wenn es mir nur um Erholung in der Natur ginge, würde ich Golf spielen. Aber Golf ist für mich so ziemlich das Unsinnigste, was es gibt. Jagen dagegen ist Sinn schlechthin. Jagen ist keine Neben-, sondern eine Hauptsache. Ich jage, also bin ich.«

Die Frage, warum er jage, beantwortet er so: »Und natürlich, ich gebe es zu, Jagd ist aufregend. Ein wild lebendes Tier zu erbeuten ist etwas anderes, als eine alte Henne mit dem Hackebeil in ein Suppenhuhn zu verwandeln. Auch nach vielen Jahren habe ich mit dem Jagdfieber zu kämpfen. Pulsfrequenz und Adrenalinspiegel steigen, wenn sich jagdbares Wild zeigt. Das Schießen verlangt Selbstbeherrschung. Wenn das tote Reh dann gefunden ist, stellt sich ein unvergleichliches Gefühl innerer Zufriedenheit ein. Doch, vergleichbar ist es: Nach erfolgreicher Jagd fühlt man sich wie nach gutem Sex oder nach dem Schreiben eines Textes, den man für gelungen hält.« (Eckard Fuhr: Jagd - Hat der einen Schuss? ZEIT Magazin 48/2010)

Eine »Notwendigkeit« der Jagd für die Natur, den Wald oder die Allgemeinheit ergibt sich daraus nicht. Andere Menschen gehen zum Bungee-Jumping, um den Adrenalinspiegel zu pushen. Aber dafür muss niemand leiden und sterben.



»Nach erfolgreicher Jagd fühlt man sich wie nach gutem Sex« · Bild: Freiheit für Tiere



Schüsseltreiben" nach der Jagd Nach der Jagd treffen sich die Jäger in der Jagdhütte zum gemeinsamen Wildfleischessen und »Tottrinken« des Wildes. Alkohol fließt also in Strömen. Dazu gibt es »lustige Spiele«. Ein Höhepunkt ist die »Erstlingstaufe« von Jägern und Treibern.



 



"Exorbitanter Lusteffekt



beim Töten des Naturdings Wild«

Unter dem Titel »Neue Gedanken zur Lust an der Lust zwischen Erleben und Erlegen« spricht Prof. Dr. Gerd Rohmann von der »Lust zum Beutemachen...« und vom »Kick« (erlebt im Akt des Erlegens und Tötens):

»Denn darin, dass wir das Naturding Wild töten und dabei einen exorbitanten Lusteffekt erleben, erweist es sich empirisch, dass wir etwas ganz Besonderes in unserem Inneren erfahren... Mit der Jagd ist es ähnlich wie mit der Liebe: Das erotische Erleben liegt auf dem Weg zum Höhepunkt. Das Ziel liegt nämlich nicht im schnellen Schuss, sondern im Erstreben und Erleben eines gemeinsam erreichten anhaltenden Höhepunktes...« Den emotionalen Höhepunkt seiner Jagd, den »Kick«, erlebe der Jäger immer dann, wenn er den todbringenden Schuss auslöse. (Gerd Rohmann: Neue Gedanken zur Lust an der Lust zwischen Erleben und Erlegen. Vortrag bei der Jahrestagung 2004 Forum Lebendige Jagdkultur e.V.)

Nun erfolgt Sex im Allgemeinen im beiderseitigen Einverständnis der Beteiligten. Andernfalls ist es eine Vergewaltigung und damit strafbar. Der Vergleich von Jagd und Sex hinkt also ziemlich erheblich, selbst wenn sich Jäger beim Schuss aufgeilen.

»Der Jäger liebt die Natur wie der Vergewaltiger sein Opfer«, so brachte es Karin Hutter bereits 1988 in ihrem Buch »Ein Reh hat Augen wie ein sechzehnjähriges Mädchen« auf den Punkt. (Karin Hutter: Ein Reh hat Augen wie ein sechzehnjähriges Mädchen. Das Antijagdbuch. Freiburg im Breisgau, 1988)



» Mit der Jagd ist es ähnlich wie mit der Liebe: Das erotische Erleben liegt auf dem Weg zum Höhepunkt. Das Ziel liegt nämlich nicht im schnellen Schuss, sondern im Erstreben und Erleben eines gemeinsam erreichten anhaltenden Höhepunktes...« · Bild: Pelli



"Auf die Jagd gehen wir,



weil sie uns Genuss und Lust bereitet"

Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch »Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen« mit den gängigen Begründungen für die Jagd auf: Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit... Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen, so der jagende Rechtsanwalt. Und er gibt offen zu:

»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. Deren Anforderungen regeln höchstens, wie wir jagen, nicht aber ob wir es tun.«

Demnach ist die Motivation für die Jagd die »Lust«. Alle anderen Begründungen, mit denen Jäger ihr blutiges Hobby rechtfertigen, sind nur vorgeschoben. Asche formuliert es so:

»Wir verwechseln zu gern die erfreulichen und wichtigen Begleiterscheinungen, die unser Tun rechtfertigen sollen, mit dessen wirklichen Gründen. Sex haben wir, weil er uns Lust und Genuss bereitet. Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«

Der Jäger Dr. Florian Asche bekennt sich zum Archaischen: Der Jagdtrieb sei wie der Sexualtrieb in unserem Reptiliengehirn und im Limbischen System angelegt. Diese Triebe auszuleben sei
wichtig für die seelische Gesundheit. Während Sex zu unserem Alltag gehöre, gehe der moderne Mensch aber so »verspannt« mit »Tod und Töten« um, beklagt Asche. (Florian Asche: Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen. Neumann-Neudamm, 2012)

Nun fragt sich jeder Nicht-Jäger zu Recht, ob das hobbymäßige Töten von Tieren nicht viel eher einen negativen Einfluss auf die seelische Gesundheit hat. Oder man fragt sich, ob die seelische Gesundheit nicht etwas gestört ist, wenn man davon schwärmt, wie lustvoll es ist, den Tötungstrieb auszuleben.

Der Wissenschaftsjournalist Gerhard Staguhn stellte in seinem Buch »Tierliebe - eine einseitige Beziehung« schon vor über 20 Jahren fest: »Findet außerhalb der Jägerei ein Mensch einen besonderen Lustgewinn daran, ein Tier zu töten, wird er von Psychologen als seelisch schwer gestört eingestuft.« (Gerhard Staguhn: Tierliebe: Eine einseitige Beziehung. Carl Hanser, 1996)

Und noch etwas zum Thema »Ausleben von Trieben«: Pädophilie und Vergewaltigung werden gesellschaftlich auch nicht akzeptiert. Und wer hier seine Triebe nicht beherrschen kann, bekommt psychologische Therapien oder wird weggesperrt. Genauso wenig wird das Töten von Tieren als Hobby von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert.



»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. ... Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.« · Bild: Archiv



"Jagdleidenschaft ausleben"

Der 2016 verstorbene Tiroler Landesjägermeister-Stv. Ernst Rudigier bezeichnete Begründungen der Jäger wie Regulierung von Wildbeständen, Waldschadensverhütung, Naturschutz, Tierschutz, Beschaffung von hochwertigen Lebensmitteln als »Heuchelei«:

»Wir Jäger und Jägerinnen sollten uns ehrlich und aufrichtig dazu bekennen, wofür wir unser Geld ausgeben und warum wir so viel Zeit und auch Arbeit in die Jagd investieren; nämlich, dass wir jagen und unsere Jagdleidenschaft ausleben können! Auch sollten wir ganz offen dazu stehen, wie wir das Jagen für uns einschätzen – als Lebenseinstellung, Berufung, Leidenschaft, Trophäensammelleidenschaft oder weiß sonst wie noch, und uns nicht in einer unnötigen ‚Rechtfertigung’ Lügen bedienen, die als unglaubwürdig erkannt werden.« (Ernst Rudigier: Warum jagen wir? Jagd in Tirol, Mai 2013)



Tausende Jäger besuchten im Februar 2017 die Jagdmesse »Hohe Jagd« in Salzburg. Veranstalter von Trophäenjagden behaupteten gegenüber einer immer kritischer werdenden Presse, der Jagdtourismus trage sehr wohl zum Arten- und Naturschutz bei, zum Beispiel gegenüber dem ORF. (Debatte über Sinn der Trophäenjagd. ORF Salzburg, 17.2.2017) · Bilder: www.respektiere.at



 



"Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen



bis zum Mord und für sexuelle Lust"

Vielleicht kann bei der Analyse der Jäger-Psyche der Neurologe und Psychoanalytiker Dr. Paul Parin - ebenfalls begeisterter Jäger - weiterhelfen: In seinem Buch »Die Leidenschaft des Jägers« ergründet der 2009 verstorbene Psychoanalytiker ungeschminkt die Leidenschaft, die Passion, das Jagdfieber. Auch Parin stellt die Verbindung zwischen Jagdlust und sexueller Lust her, aber auch zur Freude am Töten, dem Lustmord:

»Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.«

Jagd sei noch mehr als ein Freibrief zum Töten:

»Verbote gelten nicht mehr. Wenn man über Jagd schreibt, muss man über geschlechtliche Lust schreiben und über Grausamkeit und Verbrechen... Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt... Und weil es sich um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt - um ein Fieber eben - geht es in diesem Buch um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.«

Paul Parin beschreibt in seinem Buch, wie er den Höhepunkt beim Schuss als Orgasmus erlebte, als er als Dreizehnjähriger seinen ersten Haselhahn schoss:

»Ich drücke ab, höre keinen Knall, spüre den Rückstoß nicht. Ich bin aufgesprungen, blind und taub stehe ich da. Eine unerträgliche Spannung, irgendwo im Unterleib, etwas muss geschehen. Plötzlich löst sich die Spannung, in lustvollen Stößen fließt es mir in die Hose, nein, es ist das, der wunderbare Samenerguss, der erste bei Bewusstsein. Ich stehe aufgerichtet, das Gewehr in der Linken, kann wieder hören und kann sehen. - Dort liegt die Beute, ein Haufen bunter Federn.«

Paul Parin gibt zu, dass die Tiere unter der Jagd leiden. Und er weiß auch, dass Rechtfertigungen wie »Überpopulation«, »Verbiss«, »Jäger als Ersatz für Raubtiere« Jägerlatein sind: Prof. Carlo Consiglio habe mit seinem Buch »Vom Widersinn der Jagd« bewiesen, dass es aus biologischen oder ökologischen Gründen keine Rechtfertigung für die Jagd gebe.

Zwar müssten - so Paul Parin - alle erdenklichen Argumente dafür herhalten, um die Jagd von jedem moralischen Makel freizusprechen. »Und doch ist die Jagd der einzige normale Fall, bei dem das Töten zum Vergnügen wird...« (Paul Parin: Die Leidenschaft des Jägers. Europäische Verlagsanstalt, 2003)

Irgendwie kann man sich beim Lesen solcher Abgründe der menschlichen Seele eines fassungslosen Schauderns nicht erwehren. Psychische Gesundheit sieht wohl anders aus.

Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Theodor Heuss, formulierte schon vor über einem halben Jahrhundert sehr treffend:
»Jägerei ist eine Nebenform von menschlicher Geisteskrankheit.« (Theodor Heuss: Tagebuchbriefe 1955-1963, hg. v. Eberhard Pikart, Tübingen/Stuttgart 1970, S. 106)



»Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.« · Bild: Archiv



"Blut hat eine orgiastische Kraft..."

Kein anderer Philosoph hat sich der Jagd wohl in der Weise angenommen wie José Ortega y Gasset (1883 -1955) in seinen »Meditationen über die Jagd«. Darin schwärmte er über die Jagdlust geradezu martialisch:

»Blut hat eine orgiastische Kraft sondergleichen, wenn es überströmt... und das herrliche Fell des Tieres befleckt.«

Doch trotz Bekenntnis zu archaischer Triebgesteuertheit war für Ortega y Gasset schon vor etwa 75 Jahren klar:


»Fernab davon, eine von Vernunft gelenkte Verfolgung zu sein, kann man vielmehr sagen, dass die größte Gefahr für das Fortbestehen der Jagd die Vernunft ist.« (José Ortega y Gasset: »Meditationen über die Jagd«. 1943)

Wie lange wird sich die Öffentlichkeit durch vorgeschobene Rechtfertigungen für ein blutiges Hobby noch täuschen lassen?



»Blut hat eine orgiastische Kraft sondergleichen, wenn es überströmt... und das herrliche Fell des Tieres befleckt.« · Bild: Pelli



 



"Kick" beim Töten: Dissertation eines Jägers

Über den »Jagdtrieb« und den »Kick« beim Töten hat ein Jäger sogar eine Doktorarbeit geschrieben. In seiner Dissertation »Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen« schreibt Günter R. Kühnle:

»Weltweit wird die Wildjagd unserer Zeit selten noch aus rein praktischen Motiven (z. B. Nahrungsjagd), sondern um eines starken emotionalen Erfolges Willen (der Kick beim Töten des Tieres, Freude, Glück, Zerstreuung, Entspannung, Abenteuer) oft mit großer Leidenschaft und Hingabe betrieben. ... Für die modernen Jäger unserer Zeit bedeutet das Töten des Wildes notwendige Bedingung zum Erreichen des oft leidenschaftlich intendierten emotionalen Ereignisses (der Kick).«

Kühnle beschreibt den erlebten Kick beim Töten des Wildes als »die Erfahrung einer extremalen Befriedigung vermittels (virtueller) Macht über die dem Menschen mit dem Bewusstsein der Endlichkeit (Todesangst) unbeherrschbar und unabwendbar bedrohlich erscheinende Natur«. (Günter R. Kühnle: Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen. 2003)

Europas größte Jägerzeitschrift »Wild und Hund« widmete dieser Dissertation einen großen Artikel über Triebforschung. Unter der Überschrift »Keine Angst vor der Lust« sollte Jägern Mut gemacht werden, offen zu ihrem Jagdtrieb zu stehen:

»Beim Erlegen des Wildes erleben Jäger einen Kick und zu dem sollten sie sich bekennen.« (Keine Angst vor der Lust. Wild und Hund 24/2003)



»Keine Angst vor der Lust« Artikel über Triebforschung - WILD UND HUND 24/2003 - Anklicken zur Vergrößerung



In Anlehnung an Kühnles Doktorarbeit erklärt der Artikel, wie der Jäger durch das Töten von Tieren sich unbewusst das Gefühl verschaffe, die Natur mit ihrer beängstigenden Todes­gewissheit zu beherrschen und so die Todesangst zu überwinden. Der Jagdtrieb sei laut Kühnle eine »genetische Dispositionen«: Im Jägergehirn wirke »ein kulturspezifischer Elementartrieb, der in Geist-Gehirn-Interaktion Jagdmotivation generiert«.

Nun sind in Deutschland nur 0,4 Prozent der Bevölkerung Jäger. Das bedeutet: 99,6 Prozent der Deutschen ist dieser Jagdtrieb offenbar nicht angeboren - oder sie können mit ihren Trieben auch anders umgehen.

Der Psychoanalytiker Prof. Dr. Arno Gruen bezweifelt, dass der Jagdtrieb »angeboren« oder »genetisch bedingt« sei:

»Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass der Ursprung dieser Bedürfnisse nicht in einer genetischen Struktur oder Naturgebundenheit liegt, sondern in den Gefühlen der Minderwertigkeit, des Mangels an persönlichem Wert und der Unfähigkeit, Unsicherheit zu ertragen. Folglich ist das Streben, absolute Sicherheit und Unverletzbarkeit dadurch herbeizuführen, indem man Menschen, Völker, Tiere und die Natur beherrscht, zu einer fiktiven, aber auch äußerst gefährlichen Fiktion geworden.« (Arno Gruen: Die Jagd auf Mensch und Tier. 2006)



Warum also jagen Jäger?

Kommen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage: Warum jagen Jäger? Die Antwort: Jäger gehen nicht auf die Jagd, um den deutschen Wald vor Rehen und Hirschen zu retten. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um die Landwirtschaft vor der Verwüstung durch Wildschweinhorden zu retten. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um die Bevölkerung vor Seuchen zu schützen. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um angebliche Überpopulationen zu regulieren. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um Naturschutz zu betreiben - niemand macht den Jagdschein, um Hecken zu pflanzen und Biotope anzulegen. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um Tiere zu sehen und die Natur zu erleben - das könnten sie zum Beispiel auch mit einer Kamera, dafür braucht man kein Gewehr.

Jäger schießen Tiere tot, weil es ihnen einen »Kick« verschafft, weil sie eine triebgesteuerte »Freude am Beutemachen« haben. Doch rechtfertigen der »Kick« und die »Freude am Beutemachen« das Töten von über 5 Millionen Wildtieren und den Abschuss von etwa 30.000 Hunden und über 300.000 Katzen jedes Jahr? Rechtfertigt das Ausleben eines »Jagdtriebs« über tausend Verletzte und -zig Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen Jahr für Jahr?

Ist der bei manchen Menschen angeblich angeborene Jagdtrieb eine Rechtfertigung für das Töten von Tieren - und das auch noch als Hobby?

Der bekannte Philosoph Richard David Precht verweist in seinem Bestseller »Tiere denken« darauf, dass nur 0,4 Prozent der Deutschen (Hobby-)Jäger sind und merkt dazu an:

»Immerhin: Mehr als 99 Prozent der deutschen Bevölkerung scheinen diesen Trieb nicht zu verspüren, zumindest nicht in dem Maße, dass sie es für nötig befinden, dann und wann eigenhändig ein paar Tiere zu töten.«

Schließlich widerspreche es auch dem ethischen Kodex liberaler Gesellschaften aufs Äußerste, vermeintliche Urtriebe wie Mordlust oder Vergewaltigungsfreuden ungestraft zu lassen:

»Keinem Mörder und keinem Triebtäter nützt es mithin nur entfernt, zur Rechtfertigung seiner Gelüste an archaische Bedürfnisse zu appellieren. ... Wer in den Wald geht und allein zur eigenen Freude mutwillig Tiere tötet, begeht eine Tätigkeit, die unvereinbar ist mit dem ethischen Selbstverständnis moderner Gesellschaften, wie es unter anderem das Tierschutzgesetz festschreibt: Einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen ist verboten – und sportliche Tötungsfreude ist nach Auffassung eines liberal-demokratischen Staates kein ‚vernünftiger Grund’.« (Richard David Precht: Tiere denken. Goldmann, 2016, S. 349/350)

Gegenüber dem STERN erklärte Precht: »Spaß daran zu haben, Tiere im Wald zu erschießen, ist für mich ein sonderbares Verhalten und absolut kein vernünftiger Grund zu töten. Genau das verbietet im Grunde das Tierschutzgesetz. Die Lust-Tötung.«

Auf die Anmerkung des Interviewers, die Jägerschaft betone immer wieder ihren ökologischen Auftrag, antwortet der Philosoph: »Ach was. Die Jägerei ist heute eine Mischung aus Romantik und Tötungswillen. Der Jäger jagt ja nicht aus ökologischen Gründen, wie er vorgibt. Dann würden Förster diesen Job erledigen. Oder man würde auf die Winterfütterung verzichten oder den Tieren Antibabypillen ins Futter mischen, um die Bestände zu regulieren.« (Richard David Precht über sein Plädoyer für mehr Tierrechte. STERN, 13.10.2016, S. 122ff)

Ist es nicht an der Zeit zu sagen: Es gibt im 21. Jahrhundert keine Rechtfertigung mehr, den blutigen Krieg gegen unsere Mitgeschöpfe in Wald und Flur fortzusetzen?



»Spaß daran zu haben, Tiere im Wald zu erschießen, ist für mich ein sonderbares Verhalten und absolut kein vernünftiger Grund zu töten. Genau das verbietet im Grunde das Tierschutzgesetz. Die Lust-Tötung.« · Bild: Archiv