Parodie auf einen Handzettel des DJV

Parodie auf einen Handzettel des Deutschen Jagdschutz-Verbandes

von Karin Hutter

Lieber Waidmann!

Sicher ist es Ihnen eine besondere Freude bei Ihrer Pirsch durch Wald und Feld Wildtiere aufspüren und erlegen zu können. Wildtiere in der freien Natur jagen zu können, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Die Zerstückelung der Landschaft durch Straßen und die dadurch erleichterte Zufahrt zu den verbliebenen Waldinseln hat Wildtiere allerorts zu überscheuen Lebewesen werden lassen. Die Folge ist, dass sie mehr und mehr nachtaktiv werden und ihre Gegenwart vielfach nur noch dem unbewaffneten Naturbeobachter preisgeben. Neben der direkten Störung durch die Jagdausübung erleiden freilebende Tiere durch die zunehmende Technisierung und Bebauung der Landschaft eine Reihe weiterer Nachteile. So haben sich schon für viele Wildtierarten die Lebensbedingungen merklich verschlechtert.

Aus Rücksicht gegenüber der wildlebenden Tierwelt sowie der nichtjagenden Bevölkerung ersuchen wir Sie, folgende Hinweise zu beachten:

- Machen Sie keinen Lärm im Wald. Lärm, vor allem Schreie und Schüsse verscheuchen die Wildtiere und stören ihren Ernährungsrhythmus.

- Hetzen Sie die Tiere nicht (z.B. bei der Treibjagd, bei der Baujagd, mit Ihren Hunden). Häufig zur Flucht veranlasste Wildtiere sind besonders gefährdet und werden zunehmend Opfer des Straßenverkehrs.

- Hinterlassen Sie in Feld und Wald keinen Müll. So manches Wildtier ist in schrottreifen Fallen qualvoll gestorben oder an weggeworfenen Patronenhülsen erstickt. Verschossenes Bleischrot stellt eine tödliche Gefahr für nahrungssuchende Vögel dar und belastet zusätzlich die Umwelt. Sorglos in die Landschaft gekippte Schlachtabfälle, sog. Luderplätze, sind nicht nur ekelerregend, sondern auch gefährliche Seuchenherde.

- Drainieren Sie nicht mutwillig Feuchtflächen und zerstören Sie nicht sinnlos Brachland durch die Anlage von Wildäckern. Brachland hat eine wichtige Funktion im Naturkreislauf und dient u.a. vielen Wildtieren als Deckung und Nahrung.

- Unterlassen Sie die Vogeljagd und halten Sie sich von Brut-, Rast und Überwinterungsplätzen der Vögel fern. Es gibt keinen vernünftigen grund, Schüsse auf fliegende Ziele abzugeben.

- Stellen Sie keine Schlagfallen. Sie gefährden damit Mensch und Tier. bedrohte Tierarten sind auch für den Jäger tabu.

- Schießen Sie nicht auf Elterntiere. Sie riskieren sonst, dass die Jungen elend zugrunde gehen.

- Beenden Sie das Aussetzen von Zuchttieren und Wildfängen zum Zwecke des Jagdvergnügens.

- Töten Sie kein Haustier - es könnte Ihr eigenes sein.

- Futterautomaten, Hochsitze, Kanzeln und Tarnhütten sind Fremdkörper in unserer Landschaft. Wir bitten, sie zu entfernen.

Wenn Sie die vorgenannten Hinweise beachten, tragen Sie wesentlich zur Erhaltung der wildlebenden Tierwelt bei und bescheren vielen Menschen eine ungetrübte Naturfreude. Am besten wäre es, Sie werfen Ihre Flinte gleich ins Korn.





 



 



 



Jäger-Idylle 



Hinter der Jagdhütte