Fuchsbabys verhungern und verdursten

Von Dag Frommhold

Fast überall haben Füchse unter ihrem schlechten Ruf als Krankheitsüberträger und »Schädlinge« zu leiden - einem Ruf, an dem die Jägerschaft durch gezielte Panikmache und Fehlinformation der Öffentlichkeit großen Anteil hat. Als Beutekonkurrenten sind Füchse den Waidmännern verhasst, und man nimmt dementsprechend jede sich bietende Gelegenheit zum Anlass, Vulpes vulpes öffentlich zu diffamieren.

Mehr als 600.000 Rotfüchse werden jedes Jahr in Deutschland von Jägern getötet. Durch den maßgeblichen Einfluss der Jagdlobby haben diese hübschen und intelligenten Beutegreifer keinerlei Schonzeit - das ganze Jahr über dürfen sie mit Jagdhunden, Flinten und Fallen verfolgt werden. Obwohl es an und für sich Vorschriften gibt, die den Abschuss von Fuchsmüttern während der Zeit der Jungenaufzucht verbieten, stellten Fuchsforscher fest, dass in ihren Untersuchungsgebieten im Frühjahr ein großer Teil der erschossenen Füchse säugende Fähen waren. Ob dies aus Vorsatz oder Fahrlässigkeit geschieht, sei zunächst dahingestellt.

In jedem Fall bedeutet der Abschuss einer Fuchsmutter während der Jungenaufzucht mit sehr großer Wahrscheinlichkeit den qualvollen Tod der Welpen. Sind die Fuchskinder bereits in der Lage, feste Nahrung zu sich zu nehmen, haben sie eventuell das Glück, dass ihr Vater die Nahrungsversorgung übernimmt; in jedem anderen Fall verhungern oder verdursten sie qualvoll. Ist das zweifelhafte Freizeitvergnügen einer bewaffneten Minderheit wirklich ein »vernünftiger Grund«, dieses unermessliche Leid hinzunehmen?

Weitere Informationen:
http://www.fuechse.info