Jäger pilgern zum Papst

 



Kirche und Jagd - das war schon immer eine unheilige Allianz. Bis heute halten sowohl katholische, als auch evangelische Kirchen alljährlich Hubertusmessen ab und segnen die Waidmänner, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere. Und dies, obwohl der heilige Hubertus der Legende nach der Jagd entsagte, als er im Geweih eines Hirsches ein strahlendes Kreuz erblickte und die Stimme von Christus hörte: »Hubertus, warum jagst du mich?« - Wann folgen Jäger und Pfarrer Hubertus nach?

Kirche und Tiere - ein ebenso unseliges Kapitel. Dass die Tiere in unserer Gesellschaft millionenfach so unsagbar leiden müssen, ist nicht zuletzt auf die gefühllose Haltung der beiden großen Kirchen gegenüber den Tieren zurückzuführen. Jahrhundertelang und bis heute sprechen beide Kirchen den Tieren die Seele ab - und auch die Gefühle. Selbst Tierschützer innerhalb der Kirchen »werden von Kirchenkreisen häufig als überspannte, neurotische Spinner abgetan«, schreibt der Theologe und Tierschützer Guido Knörzer (Guido Knörzer: Töten und Fressen - Spirituelle Impulse für einen anderen Umgang mit Tieren. Kösel-Verlag, 2001, S. 32). Wann gab es jemals ein offizielles kirchliches Wort gegen Massentierhaltung und Tiertransporte? Wann haben sich die großen Kirchen jemals gegen Tierversuche ausgesprochen?
Kein Wunder, dass immer mehr Tierschützer (und nicht nur diese) aus der Kirche austreten.

Die Kirche ist seit Jahrhunderten gegen die Tiere - und dies, obwohl Jesus und die ersten Christen Vegetarier waren. Dies wusste übrigens auch noch Kirchenvater Hieronymus, welcher bekanntlich die Bibel zusammenstellte: »Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt... Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.« (Adversus Jovianianum I, 30)

Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Erich Grässer, Ordinarius für Neues Testament an der Universiät Bonn: »Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema »Kirche und Tierschutz« im 20. Jahrhundert dann ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema »Kirche und Hexenverbrennung« im Mittelalter.«

Papst Johannes Paul II in einer Rede vor Biologen 1985: »Es ist gewiss, dass Tiere zum Nutzen des Menschen geschaffen wurden; das heißt, dass sie auch für Experimente benutzt werden können.«

Die evangelische Theologin Christa Blanke, ehemals aktiv bei AKUT, zum Thema Hubertusmessen (in: DER SPIEGEL 44/2001): »Die Geschichte einer Umkehr wird von beiden Konfessionen verfälscht und missbraucht«, beklagt Christa Blanke, langjährige Pfarrerin in Glauberg bei Offenbach. Hubertus sei eher zum Patron des Wildes als der Jäger berufen. Obwohl tief als Protestantin verwurzelt, ist die 53jährige Theologin - ein bisher einmaliger Fall - im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten: »Die segnet diejenigen, die Tiere töten. Diejenigen, hingegen, die Tiere schützen, werden beargwöhnt.«

Seine Konsequenzen daraus muss jede/r Tierschützer/in selbst ziehen!

Der Unsinn der Hubertusjagd

Schluss mit Hubertusmessen!





 



Hubertusmesse: Massen-Tiertötung mit kirchlickem Segen



Hubertusmess in Wiener Stephansdom

Am 21.10.2006 demonstrierte die Initiative zur Abschaffung der Jagd Österreich gemeinsam mit dem Österreichischen Tierschutzverein und dem Verein gegen Tierfabriken gegen die Jagd im Rahmen der Hubertusmesse im Wiener Stephansdom http://www.abschaffung-der-jagd.at/aktionen-061020-demo-wien.htm

Hier einige Beispiele der Fürbitten, die während der Messe im Wiener Stephansdom vorgelesen wurden und im Gebetsheft abgedruckt waren:



"Herr, vergib all jenen, welche die Jagd und das jagdliche Brauchtum nicht verstehen und nicht akzeptieren, und Ihrem Unverständnis durch Diebstahl und Zerstörung Ausdruck verleihen. Schütze uns Jäger in der Zukunft vor diesen gewaltsamen Angriffen."

"Herr unser Gott, wir danken Dir, dass Du den Jägern in der Begegnung mit Deiner Schöpfung viel Freude schenkst, die anderen verborgen ist. Lass alle Menschen Freude an der Natur - in einer Art und Weise - finden, die Dich als Herrn aller Geschöpfe ehrt. Darum bitten wir, durch Christus unsern Herrn."

"Herr, Du hast den Menschen den Auftrag gegeben, sich die Natur untertan zu machen, sie zu nutzen, aber dabei nicht zu zerstören. Gib uns Kraft und Stärke, um für die Erhaltung der Tierwelt und ihres Lebensraumes beispielhaft zu wirken."

"Herr unser Gott, Du hast den Jägerinnen und Jägern die Möglichkeit zur Jagd gegeben und sie zu Jägern und Hegern berufen. Gib, dass sie Dich in jeder Pflanze und in jedem Tier als Ihren Schöpfer erkennen und Dir für den ihnen anvertrauten Reichtum der Natur danken."



Lodenfilz: Staat, Politik und Kirche

BJV-Jäger besuchen den Papst - so titelt die Zeitschrift "Jagd in Bayern" des bayerischen Landesjagdverbands in ihrer August-Ausgabe.
Der letzte Satz in dem Artikel lautet: "Zudem stehe der BJV bei diesem offiziellen Auftritt in erster Reihe vor der Weltöffentlichkeit - was für eine PR für die Jagd!"
Die Jäger erhalten sogar eine Generalaudienz beim Papst und bei dieser Gelegenheit werden die Jagdhornbläser auftreten. In der nächsten Ausgabe will der Bayerische Jägerverband Genaueres über die Generalaudienz berichten.

http://www.jagd-bayern.de/romfahrt_bjv.pdf

http://www.jagd-bayern.de/JagdinBayern/jib_08_06/JiB_8_06_Roma.pdf

Jägerpräsident Vocke soll durch einen persönlichen Ehrenplatz bei der Generalaudienz besonders geehrt werden. Damit ist Jägerpräsident Vocke dann sicher auch reingewaschen von dem Skandal, der 2005 die Presse bewegte: Ende Januar 2005 war der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) und CSU-Abgeordnete Dr. Jürgen Vocke in die Schlagzeilen geraten, weil er sich neben seinen Abgeordneten-Diäten vom Jagdverband für seine ehrenamtliche Tätigkeit fürstlich entlohnen lässt.



Der Skandal um Jägerpräsident Vocke

Ende Januar 2005 war der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) und CSU-Abgeordnete Dr. Jürgen Vocke in die Schlagzeilen geraten: Neben seinen Abgeordneten-Diäten lässt er sich vom Jagdverband für seine ehrenamtliche Tätigkeit fürstlich entlohnen.
Der Fall des Jägerpräsidenten Vocke hatte damals die Gemüter bewegt und den Volkszorn gegen die üppigen »Nebenverdienste« von Abgeordneten weiter geschürt – was sicherlich Ansehen und Glaubwürdigkeit von Politikern nicht gerade förderte.


Damals war aus der Presse zu erfahren:

In seinem »Ehrenamt« als Bayerns Jägerpräsident bekommt Vocke offiziell eine Aufwandsentschädigung von 2.100 Euro pro Monat. Und noch einmal 1.050 Euro für seinen Posten als Vizepräsident des Deutschen Jagdschutzverbands. Zusätzlich findet sich im Bilanzbericht 2003 der Posten »Dispofonds Präsident«, der allein Vocke zur Verfügung steht. Aus diesem sind 2002 und 2003 jeweils 6.135,52 Euro abgeflossen. Gegenüber einer Zeitung sagte Vocke, dass die Aufwandsentschädigung z. B. dafür gedacht sei, bei einer langen Fahrt eine Essenspause einlegen und auch seinen Fahrer einladen zu können. In der Bilanz 2003 finden sich nach Angaben des Münchner Merkur allerdings auch die Posten »Reisekosten Präsidium« (Euro 28.760,68) und »Präsente/Bewirtung« (6.313,93 Euro).

Dienstwagen: 7er BMW - der Verband bezahlt sogar die Garage

Dem Präsidenten steht ein 7er-BMW als Dienstwagen zur Verfügung. Wie der Münchner Merkur aus gesicherter Quelle erfahren hat, darf Jägerpräsident Vocke diesen BMW 700 Kilometer im Monat für private Zwecke nutzen. Sollten es mal mehr werden, bedient sich der Jäger-Boss auch noch eines Geländewagens aus dem Verbands-Fuhrpark.
Der Münchner Merkur schrieb dazu am 26. Januar 2005: »Apropos Auto: Ein Mann, der rund 6.000 Euro Diät aus seinem Landtagsmandat (zuzüglich 2.724 Euro steuerfreie Kostenpauschale) erhält und durch sein weidmännisches Engagement nochmals gut 3.100 Euro dazu verdient, knausert bei der heimischen Garage. Weil der 7er-Dienst-BMW nämlich in dieser geparkt wird, berechnet Vocke dem Verband monatlich 25 Euro.«
Damit der Bayerische Jagdverband die Pfründe seines Präsidenten auch bezahlen kann, sorgt der Präsident selbst als »Volksvertreter« dafür, dass sein Interessenverband aus Steuergeldern vom Staat jährlich etwa 500.000,00 Euro erhält. Die Zeche zahlt also wieder einmal der Bürger.

Der Fall Vocke macht auch deutlich, wie verfilzt Jagd und Politik mitunter sind.

Der Bayerische Jägerverband wird wissen, warum er Vocke für sein »Ehrenamt« so üppig bezahlt: Schließlich sorgt Vocke nicht nur für seine Pfründe als Jägerpräsident, sondern auch für die Pfründe der Jäger. Denn nun kam an den Tag, daß der Bayerische Jagdverband aus staatlichen Geldern mit sage und schreibe 500.000 Euro bezuschusst wird!
Folgerichtig beantragten die Abgeordneten Margarete Bause, Dr. Sepp Dürr, Dr. Christian Magerl den Jägern im Haushalt 2005/2006 sämtliche Zuschüsse aus der Jagdabgabe zu streichen und das Geld sollte statt dessen der forstlichen Forschung zuzuschlagen.
Noch weiß Vocke offenbar die feudalen Jägerpfründe zu sichern. Das Jägerblatt »Jagd in Bayern« vermeldet in seiner Ausgabe 1/2005: »Mit einem ähnlichen Antrag sind die Jagdgegner bereits im Frühjahr 2004 an der politischen Interessenvertretung des BJV gescheitert. BJV-Präsident Jürgen Vocke hat erneut sofort intensive Gespräche mit Manfred Ach, dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, aufgenommen und damit einen ersten Erfolg bewirkt: Der Haushaltsausschuss des Landtages hat den Antrag abgelehnt.«
Tier- und Naturschützer sowie für einige Steuerzahler haben bereits protestiert, es sei nicht länger hinzunehmen, dass aus staatlichen Geldern die PR-Arbeit des bayerischen Jagdverbandes sowie das »Hunde-, Bläser- und Schießwesen« bezuschusst werden!