Es liegt ein Gewehr im Wasser des Moosehead-Sees,

etwa sechzig Fuß von der Küste

Dieses warf ich fort um der Menschlichkeit willen

vor dreißig Jahren oder mehr.

Dort war's als ich eine trinkende Rehmutter verwundete.

Und ich war stolz, als ich sie fallen sah.

Sie erhob sich, fiel wieder und schleppte sich langsam fort.

Von ferne hörte ich einen kläglichen Lockruf.

Als ich sie erreichte, beleckte sie zärtlich ein Rehkitz -

ein winziges, furchtsames, zitterndes Wesen.

Da schien meine Seele mit einem Finger des Zorns,

wie mit einem scharfen Stachel, mein Herz zu durchbohren.

Ich nahm das Rehkitz behutsam auf, als die Mutter gestorben war

und kniete nieder an der Küste des Sees.

Ich betete und schrie mein Gelübde zum Himmel,

nie wieder ein Tierwesen zu töten oder sein Fleisch zu essen.

Ich verdammte jenes Gewehr, ich verfluchte jenen Schuss

und begrub die Rehmutter an jenem Tag.

In Tränen betete ich über dem Begräbnisort,

dann trug ich mein Rehkitz heim.



Aus: Das Anti-Jagd Buch

von Dag Frommhold